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Kultur Anna Netrebko: Einige Opern ergeben keinen Sinn
Nachrichten Kultur Anna Netrebko: Einige Opern ergeben keinen Sinn
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11:17 09.10.2011
Anna Netrebko hält so manche Handlung in Opern für „abstrus“. Quelle: dpa
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New York

Für die weltweit gefeierte Sopranistin Anna Netrebko ist die Handlung mancher Oper völlig abstrus. „Die Libretti sind manchmal total schwierig, ja manchmal ergeben sie gar keinen Sinn. Dann lese ich mir das durch und denke: Hä? Was? Was soll das?“, sagte die Russin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in New York. „Aber dann schließe ich die Augen, denke an die Musik und alles ist so fantastisch, so wunderbar. Das ist Oper!“

Netrebko wird derzeit mit „Anna Bolena“ von Gaetano Donizetti an der New Yorker Metropolitan Opera gefeiert. Nicht nur das Publikum ist begeistert, auch die Kritiker preisen die 40-Jährige. „Die Oper ist schwer, weil alle Hauptrollen schwer zu singen sind, extrem schwer“, sagte Netrebko. „Der nötige Stimmumfang ist enorm. Der Text ist auch nicht einfach. Schön, aber nicht einfach. Da muss man sich schon sehr engagieren, um die ganze Dramatik auszudrücken. Dafür sollte man ein bisschen geschaffen sein.“

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Auch für das Publikum sei die Oper nicht ganz einfach. „Man sollte sich schon etwas vorbereiten. Der Genuss ist größer, wenn man zumindest die Geschichte kennt. In dieser Oper passiert gar nicht so viel, sie ist recht statisch. Wenn jemand kein italienisch spricht, ist das nicht ganz einfach, weil es viel Gerede und wenig Action gibt. Aber wer etwas vorbereitet ist, wird eine sehr interessante und intensive Oper erleben.“ In „Anna Bolena“ geht es um Anne Boleyn, die zweite der sechs Ehefrauen König Heinrichs VIII. von England, die 1536 enthauptet wurde.

Netrebko sieht Oper nicht als eine moderne Kunstform, was aber kein Problem sei: „Oper ist alt, uralt, eigentlich antik. Oper ist altmodisch. Man liebt sie oder nicht. Ich liebe sie!“ Eigentlich müsse man Oper lieben: „Und zwar, weil sie so wirklich, so wahrhaftig ist. Da sind wirklich Menschen auf der Bühne. Man kann sehen, wie jemand singt, mit dem ganzen Körpereinsatz. Da kommen doch die ganzen Gefühle her! Das ist doch so wunderbar. Und alles begleitet von einem Orchester!“

Dabei gebe es in der Wahrnehmung durchaus Unterschiede: „Die Leute hier in den USA mögen mehr die Show. Das ist nichts schlechtes, ich sage das ganz unvoreingenommen. Sie wollen eine schöne Bühne, schöne Kostüme, intensive Musik, notfalls mit Krawumm!“ Die Europäer seien anders: „Die kommen wegen der Musik. Dann ist es ganz leise und oft richtig andächtig. Das ist natürlich schön, wenn man merkt: Die Leute kommen wegen der Musik und sie genießen es.“

dpa

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