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Kultur Aegi-Theater: Jazz-Hits und Digital-Klassik mit Joja Wendt
Nachrichten Kultur Aegi-Theater: Jazz-Hits und Digital-Klassik mit Joja Wendt
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11:25 24.11.2017
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Hannover

Und der liefert im Aegi-Theater eine astreine Comedy-Show mit musikalischen Unterbrechungen. Joja hat sein Publikum von Beginn an fest ins Herz geschlossen. Vor und nach Liedern wie dem schmissigen Jazzschlager „Tiger Rag“ und seriösen Klavierwerken von Frederic Chopin umschmeichelt er das „intellektuell-inspirierende Flair, das nur die Stadt Hannover hervorrufe“, und er­zählt die Anekdote, wie Joe Cocker ihn in einer schummrigen Spelunke in Hannover – äh, Hamburg entdeckte. Die Besucher schmunzeln und wippen mit den Füßen, während vorne auf der Bühne der mittelalte Mann in atemberaubender Schnelligkeit seinen Körper über die weißen und schwarzen Tasten springen lässt. Mit Händen spielen? Das kann schließlich jeder normale Klavierspieler.

Deswegen schlägt Joja unter anderem die Tasten mit seiner Nasenspitze (!) an oder rollt für ein besseres Hörerlebnis selbstgebastelte Holzgeräte über die Klaviatur.

Über seinem Kopf schwebt eine große Leinwand, eine Kamera filmt die Klaviertasten, so dass seine virtuosen Finger überlebensgroß für das Publikum sichtbar sind. Auf dieser Leinwand wird dann auch eine Video-Übertragung von Jiggs Whigham zugeschaltet. Der Dirigent probt gerade mit seiner Big Band und unterbricht diese, um Joja live per Skype für zwei Stücke im Aegi zu be­gleiten. Auf einmal dröhnen zehn Instrumente mehr aus den Lautsprechern und das Publikum tobt. Die Entdeckung der Digitalisierung wird zum Höhepunkt des Abends. Vom Boogie Woogie zu„Joja Sebastian Bach“, von Griegs „Morgenstimmung“ bis Vivaldis vier Jahreszeiten, das hört sich gut an. lux