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Kultur 90 Jahre Bauhaus
Nachrichten Kultur 90 Jahre Bauhaus
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12:32 16.07.2009
Die Direktorin des „Bauhaus Archiv Museum fur Gestaltung“, Annemarie Jaeggi. Quelle: Bauhaus-Archiv Museum für Gestaltung/ddp

Mit der Direktorin des Bauhaus-Archivs Berlin, Annemarie Jaeggi, sprach ddp-Korrespondentin Nadine Emmerich in Berlin.

Frage: Es gab in diesem Jahr bereits einige Bauhaus-Ausstellungen in Deutschland, was ist jetzt anders?

Jaeggi: Das Thema 90 Jahre Bauhaus hat wie eine Bombe eingeschlagen. Es ist in Deutschland und auch im Ausland so stark aufgenommen worden, dass mich das selbst überwältigt hat. Man sieht, was für eine Relevanz das Bauhaus hat, wie lebendig es noch ist. Die bisherigen Ausstellungen, vor allem in Thüringen, haben sich in erster Linie auf das frühe Bauhaus, die Phase in Weimar, beschränkt. Was wir in Berlin machen, ist übergeordnet und behandelt das gesamte Bauhaus, von 1919 bis zu seiner Schließung 1933.

Frage: Sie zeigen rund 1000 Werke, die am Bauhaus entstanden sind. Wo ist dabei ein Schwerpunkt zu sehen?

Jaeggi: Überwiegend zeigen wir Werke der Schüler. Uns geht es darum, das Bauhaus als Schule zu präsentieren, weil wir die Erfahrung machen, dass für viele Menschen Bauhaus so etwas wie eine Stilbezeichnung geworden ist. Dieses Bild wollen wir gerade rücken und zeigen, es ist eine Schule gewesen. Diese Schule hat sich als etwas Modellhaftes verstanden, sie war Avantgarde, wollte die Welt verändern und einen neuen Typ Mensch herausbilden, der fit ist für das moderne Leben. Es ist dieses Pathos, das uns wichtig ist.

Frage: Das Thema Bauhaus ist scheinbar immer aktuell - warum?

Jaeggi: Das ist ein Phänomen. Und ich finde das selbst sehr schwierig zu beantworten. Wir sehen im Bauhaus-Archiv in Berlin auch, wie jung das Publikum ist. Bauhaus hat etwas Internationales, etwas Überkulturelles, weil es in seiner Reduziertheit etwas hat, das viele anspricht. Die Werke und Exponate, die am Bauhaus gemacht wurden, die sehen so jung und so frisch und so zeitgenössisch aus. Viele junge Leute stehen voller Erstaunen davor und sagen, ich kann gar nicht fassen, dass das 80 oder 90 Jahre alt sein soll.

Frage: Die Ausstellung wird auch im Museum of Modern Art in New York gezeigt: Warum ist Bauhaus auch im Ausland so populär?

Jaeggi: Ich glaube wirklich, dass Bauhaus so etwas ist wie Weltkulturerbe. In vielen anderen Kulturen hat man auch einen eigenen Zugang dazu. Wir erfahren das zum Beispiel mit den Japanern, die richtig „Bauhaus-crazy“ sind. Hinzu kommt, dass das Bauhaus 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen wurde, und die Bauhäusler in alle Welt ins Exil gegangen sind und dort dann auch als Kunstlehrer tätig waren. Sie haben sozusagen die Bauhaus-Idee wie Missionare ins Ausland getragen. In den USA gehört Bauhaus zu einem Teil der Kultur dazu: Ludwig Mies van der Rohe, Walter Gropius und Marcel Breuer haben es nach Amerika gebracht.

Frage: Gibt es heutzutage etwas Vergleichbares?

Jaeggi: Ich sehe es nicht. Ich glaube, damit so etwas entsteht, braucht man diesen seltenen, glücklichen, fruchtbaren Moment. Der bestand nach dem Ersten Weltkrieg, der ja ein fürchterlicher und hochtechnisierter Krieg war. Und der danach zu einer großen Depression vor allem bei den Künstlern geführt hat. Es ist so etwas wie ein internationales Zusammenkommen am Bauhaus gewesen, wo man gesagt hat, wir müssen die Lehre aus diesem schrecklichen Krieg ziehen, und wir müssen eine neue Jugend ausbilden. Das hat eine unglaubliche Aufbruchstimmung hervorgerufen. Gropius hat damals international die größten und wichtigsten Köpfe und Stars zusammengebracht. Etwas Vergleichbares weltweit gibt es nicht. Es braucht diesen Moment und es braucht eine Person wie Gropius.

Frage: In verschiedenen Publikationen wird moniert, die Frauen des Bauhauses hätten bisher wenig Beachtung erfahren.

Jaeggi: Diesen Aspekt haben wir natürlich auch in der Ausstellung. Es gibt aber auch sehr stark wahrgenommene Bauhaus-Künstlerinnen - zum Beispiel Gunta Stölzl, die die Weberei am Bauhaus geleitet hat, und Alma Siedhoff-Buscher, die das Kinderspielzeug am Bauhaus entwickelt hat. Diese Spuren, diese Frauen kommen selbstverständlich alle vor.

ddp

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