Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur 60 Jahre Madonna – ihr Leben in Songtiteln
Nachrichten Kultur 60 Jahre Madonna – ihr Leben in Songtiteln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:12 16.08.2018
Die Öffentlichkeit ist ihre Bühne – mehr als 30 Jahre lang konnte Madonna die Aufmerksamkeit der Popwelt geschickt an sich binden. Quelle: imago/UPI Photo
Hannover

Happy Birthday, Madonna! Die Queen of Pop wird am Donnerstag 60 Jahre alt – und hat viel erlebt. Bei 30 Jahren Bühnenerfahrung kommt einiges zusammen. Ihr Leben haben wir in zehn Songtiteln zusammengefasst.

„Who’s that Girl?“: Das fragten sich 1982 alle Freunde tanzbarer Popmusik. Mit der Single „Everybody“ landete eine 24-jährige quirlige Amerikanerin aus Bay City, Michigan, deren Name die Anrede der Gottesmutter war, einen Achtungserfolg in den Diskotheken. Ein Jahr später trällerte die halbe Welt ihr „Holiday“: Platz zwei in den USA, Platz neun in Deutschland. Der Hit „Who’s That Girl?“ stammt von 1987 – da wusste schon jedermann, wer Madonna Louise Veronica Ciccone war.

„Into the Groove“: Ein Cheerleader mit IQ 140 wird Queen of Pop. Immer hatte Madonna die besten Songwriter (unter anderem Prince und Lenny Kravitz) und die angesagtesten Produzenten (William Orbit, Stuart Price, Avicii) zur Seite. Das Geheimnis ewiger Jugend.

Die Queen of Pop wird 60. So hat sich Madonna mit jedem Album und jedem Auftritt wieder neu erfunden.

„Like a Prayer“: Ein streng katholisches Elternhaus, sogar eine katholische Klosterschule – biografische Biotope, in denen viel Reibung entstand. Immer wieder verband Madonna religiöse Symbole mit Erotik und Protest. In den Konzerten 2006 sang sie „Live to Tell“ mit Dornenkrone am Glitzerkreuz, während über die Leinwand die Zahlen der Aids-Waisen in Afrika rasten. „Blasphemie!“ befand der Vatikan. 2016 warnten philippinische Bischöfe vor den Auftritten der längst der kabbalistischen Mystik anhängenden „anderen Madonna“ als „subtile Attacken des Teufels“.

„Like a Virgin“: „Wie eine Jungfrau“ fühlte sich Madonna 1984, sah aber in ihren Dessous aus wie ein „boy toy“ aus pubertären Träumen. Danach machte sie auf schwüle Monroe und kühle Dietrich, ließ im Fotobuch „Sex“ und im Album „Erotica“ ihren Fantasien freien Lauf, zog sich aus für „Playboy“ und „Penthouse“. Ein selbstbestimmtes Sexsymbol, das nicht wenige Männer so einschüchterte, dass die sich „like a virgin“ fühlten.

Madonna ist eine Meisterin der Provokation. Auf dem Weg durch die Pop-Welt brachte die Sängerin so manche Moralwächter gegen sich auf. Die größten Skandale haben wir hier zusammengestellt.

„Material Girl“: Als Madonna 1992 in einem 60 Millionen Dollar schweren Vertrag Chefin der Time-Warner-Tochter Maverick wurde, war klar, dass sie als Geschäftsfrau so gut war wie auf der Bühne. Eine Managerin, die alle Fäden in der Hand hat und die gern wahnsinnig viel verdient – auch um Waisen- und Schulprojekte zu finanzieren. Inzwischen kostet ein Ticket mehrere Hundert Euro – zu viel für „Everybody“. Geschätztes Vermögen (Stand Januar 2018): 550 Millionen Dollar.

„Ray of Light“: In einem Lichtstrahl kam Madonna 1985 für „Susan … verzweifelt gesucht“ erstmals aus den Projektoren auf die Leinwand. Sie liebte das Kino – die Kritiker liebten sie nicht, ob sie nun Sean Penn in „Shanghai Surprise“ (1986) küsste oder als „Evita“ (1996) um Argentinien rang. 2002 griff sie als Fechtmeisterin Verity in Pierce Brosnans letztem Einsatz als James Bond zur Klinge. Dann war’s auch gut mit Hollywood.

„Love Don’t Live Here Anymore“: Glück im Pop, Pech in der Liebe? Die Ehen mit Schauspieler Sean Penn und Regisseur Guy Ritchie gingen in die Brüche, eine Liebende ist Madonna aber trotzdem. Für ihre zwei leiblichen Kinder (Rocco und Lourdes) und deren vier Adoptivgeschwister aus Malawi (David Banda, Mercy James, Estere und Stella) tut sie alles. Zog 2017 sogar nach Lissabon – weil David Profifußballer werden will.

Ein Jesus, Profisportler und Modells stehen auf der Liste der Verflossenen von Madonna. Die längste Beziehung: Die Ehe mit Regisseur Guy Ritchie.

„Music“: Die Bilanz bisher: Madonna hatte 62 Songs und 12 Nummer-eins-Alben allein in unseren Charts. Vier Singles schafften es an die Spitze: „La Isla Bonita“, „American Pie“, „Hung Up“ und „4 Minutes“, ihr Duett mit Justin Timberlake. Aneinandergereihte Chartszeit: 1632 Wochen – das sind mehr als 31 Jahre. Damit ist sie die erfolgreichste Sängerin in den deutschen Charts. Weltweite Plattenverkäufe: geschätzte 335 Millionen.

American Pie“: Madonna hat auch Exotischeres drauf als Popballaden und Dance-Tracks. Bei „I Love New York“ klirrte Punk aus ihrer Gitarre, „American Pie“ war ein Cover von Don McLeans Buddy-Holly-Hommage und „Beautiful Strangers“ erinnerte an den Sound der Doors. Mit ihrem Schwager Joe Henry nahm sie Vic Chesnutts Americana-Song „Guilty by Association“ auf und der Soundtrack zur Comicverfilmung „Dick Tracy“ war voller Madonna-Swing.

„This Used to Be My Playground“: Die Königin ist tot, es lebe die Königin. Nachfolgerinnen Madonnas wurden schon 1001-mal ausgerufen – von Gwen Stefani bis Lady Gaga, von Britney Spears bis Miley Cyrus. Aber vergeblich. Madonna sitzt eisern auf dem Thron, eine Elizabeth II. der Popmusik. Herzlichen Glückwunsch zum 60: God save the Queen!

Von Matthias Halbig

Welche Taschengröße ist erlaubt? Und gibt es eigentlich noch Tickets? Wer spielt auf den Bühnen? Hier sind die wichtigsten Antworten zum Highfield-Festival.

15.08.2018

Der niederländische Kinderbuchillustrator und Macher der Torten-Bücher Thé Tjong-Khing wagt auch mit 85 Jahren noch Neues – und schreibt erstmals einen Text.

15.08.2018

Was muss ein kleines deutsches Festival tun, um auf sich aufmerksam machen? Ganz einfach: Zusammen mit Sean Connery als James Bond und mit viel Selbstironie gegen die große Berlinale schießen. Oldenburgs Festivalchef Torsten Neumann hat dafür gute Gründe.

15.08.2018