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Kultur 40.000 Euro für Erforschung der „Schöninger Speere“
Nachrichten Kultur 40.000 Euro für Erforschung der „Schöninger Speere“
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21:10 07.09.2010
Von Simon Benne
Mit Vorsicht: Zwei Mitarbeiterinnen der archäologischen Restaurierungswerkstatt in Hannover legen im Landesmuseum Braunschweig einen der sechs Speere in ein Wasserbecken. Quelle: dpa (Archiv)

Der Förderverein „Schöninger Speere“ und die „Stiftung Nord/LB“ unterstützen die Erforschung der Waffen, die bei einer steinzeitlichen Pferdejagd zum Einsatz kamen, mit insgesamt 40 000 Euro.

Im Landesamt für Denkmalpflege in Hannover untersucht der Schweizer Spezialist Werner H. Schoch vom „Labor für quartäre Hölzer“ in Langnau die Speere derzeit. „An den Jahresringen lässt sich viel über Umwelteinflüsse ablesen, über Nährstoffe und Klima in jener Zeit“, sagt Schoch. So könne man eventuell feststellen, um welche Jahreszeit die Bäume geschlagen wurden. Außerdem soll untersucht werden, ob Spuren im Holz auf Bearbeitung durch Menschen zurückgehen.

In den vergangenen Wochen wurden die Speere bereits in einem aufwendigen Verfahren dreidimensional gescannt. So ließen sich Kopien aus Kunstharz anfertigen, die den Originalen auf 0,014 Millimeter genau entsprechen. Im Landesamt für Denkmalpflege lagern die Speere seit Jahren in Edelstahlwannen im Wasserbad. „Würde man sie herausnehmen, könnten sie schrumpfen und reißen“, sagt Monika Lehmann, die Leiterin der archäologischen Werkstatt. Ein erster Speer wird jetzt bereits im Römisch-Germanischen Museum in Mainz konserviert. Dabei wird in einem langen Prozess das Wasser im Holz gegen ein flüssiges Kunstharz ausgetauscht, das dann aushärtet und die fragilen Speere stabilisiert.

„Um sie ausstellen zu können, müssen die Speere so präpariert sein, dass sie keinen Schaden nehmen“, sagt Wolf-Michael Schmid vom Förderverein. In Schöningen soll 2012 ein 15 Millionen Euro teures Forschungs- und Erlebniszentrum eröffnen, in dessen Mittelpunkt die Speere stehen und in dem die „Leistungen des Homo erectus in eine Story verpackt werden sollen“, wie Schöningens Bürgermeister Matthias Wunderling-Weilbier sagt. Auf dem 24 Hektar großen Grundstück soll die Wald- und Steppenlandschaft von vor 400 000 Jahren nachgebildet werden – mitsamt Wildpferden, die das Areal durchstreifen.

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