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Kultur 12.000 Fans feiern Pur in Hannover
Nachrichten Kultur 12.000 Fans feiern Pur in Hannover
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17:41 06.12.2009
Die Fans feiern ihn: Hartmut Engler.
Die Fans feiern ihn: Hartmut Engler. Quelle: Heusel
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VON CHRISTOPH DANNOWSKI

HANNOVER. Alle Jahre wieder kommt das Christuskind. Alle drei Jahre wieder kommt Pur. Mit schöner Regelmäßigkeit kurz vor oder kurz nach Nikolaus. 2003, 2006, 2009, gut zwei Wochen vor Weihnachten ist das für Pur-Fans die wahre Bescherung. 12.000 strömten auch Sonnabend in die TUI-Arena, kein Platz frei, wie immer ausverkauft. „Ein Phänomen“, sagt Konzertveranstalter Wolfgang Besemer, über die Jahre ist auch er zum „Pur-isten“ geworden.

„Wünsche“ heißt der neueste Silberling aus der Hit-Schmiede des kleinstädtischen Bietigheim-Bissingen nahe Stuttgart. Wenig Neues bei den Melodien, wenig Neues bei den Texten, wenig Neues bei den Verkaufszahlen: Gold-Status, natürlich – das achte Nummer-1-Album.

Wünsche hat auch Stefanie Forejt aus Stadthagen an ihre Lieblinge: „Die alten Hits“ möchte die 32-Jährige hören. Klaro, aber die neue Scheibe soll schon noch mit Platin dekoriert werden, deswegen erhebt Hartmut Engler seine Stimme erstmal zu den aktuellen Liedern.

„Irgendwo in dieser Nacht liegt ein bisschen Glück“, singt er. Mit dem üblichen Pathos, mit bekannt großer Gestik, mit einer Mimik, die von vier beweglichen Videowänden auch in den hintersten Winkel der Halle geschickt wird. Überhaupt, die Technik. Die sieben Pur-Mucker schwören auf eine Mittelbühne, die Fan-Kontakt zu allen vier Seiten zulässt, fahrbare Elemente sorgen für besondere Nähe zum Publikum. 144 Lautsprecher blasen 432.000 Watt in die Halle, purer Rekord. Der LED-Boden der 120 Quadratmeter großen Bühne ist aus Glas und gemacht für allerlei Lichteffekte, neben Konfetti- und Seifenblasen-Regen dürfen sich Anhänger über züngelnde Flammen freuen.

Die Wärme, die da erzeugt wird, brauchts eigentlich nicht, das Fieber der Fans steigt schon nach 30 Minuten in den roten Bereich. Mit „Prinzessin“ geht die Band an ihre Anfänge vor 20 Jahren, bei „Funkelperlenaugen“ sucht und findet die Hallen-Kamera innig umschlungene Pärchen.

Nach „Lena“ singt die Arena minutenlang „Oh, wie ist das schön“. Die Welle schwappt auch durch die Arena. Engler genießt alles mit ausgebreiteten Armen und setzt die Party kurz auf Moll. „Wenn sie diesen Tango hört“, handelt von einer Witwe und ihrer schwermütigen Erinnerung an Tänze mit ihrem geliebten Mann. Jetzt wird hemmungslos geheult. Wie immer an dieser Stelle.

„Abenteuerland“, „Freunde“, „Ich liebe Dich“ – kein Kirchentag kann harmonischer sein als dieses Konzert, die 70 Prozent Frauen und 30 Prozent Männer wissen gar nicht, wohin mit ihren Emotionen. Klatschen, pfeifen winken, am Besten mitsingen: „Hab mich wieder mal an Dir betrunken“. 163 Minuten lang gibt Pur Gummi und Gefühle, Monika Ebentraut aus Goslar fühlt sich „auch körperlich erledigt. Aber dieses Glücksgefühl hält Tage“.

„Bis wir uns wiedersehen“, singt Engler irgendwann am Ende, es mag Titel 23 oder 25 sein. An Pur wird es nicht liegen. Am 18. Juli sind die Schwaben schon wieder in der Stadt. Auf der Gilde-Parkbühne gibt es einen Live-Nachschlag für alle, die zwei Tage danach schon die Sehnsucht spüren.

Ab sofort gibts Karten. Unterm Baum wären die bestimmt eine wunderbare Bescherung.

Pur im Sommer – 18. Juli, 20 Uhr, Gilde-Parkbühne. Karten gibts für 39,05 Euro unter 0511/44 40 66.

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