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Digital Bundestags-Gutachten sieht bei Alexa Risiken für Besucher und Kinder
Nachrichten Digital Bundestags-Gutachten sieht bei Alexa Risiken für Besucher und Kinder
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16:52 09.07.2019
Amazon Echo-Lautsprecher. Der Sprachassistent „Alexa“ birgt – so der Wissenschaftliche Dienste des Bundestags – Risiken für Minderjährige und unbeteiligte Besucher. Quelle: Britta Pedersen/zb/dpa
Berlin

Der Sprachassistent „Alexa“ von Amazon birgt nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags Risiken für Minderjährige und unbeteiligte Besucher. Konkret geht es darum, dass Kinder persönliche Informationen preisgeben oder mit ihrer Stimme Inhalte abrufen könnten, die für Minderjährige nicht geeignet sind. Außerdem stellt sich die Frage, was mit Besuchern ist, die nicht wissen, dass die Software gerade aufzeichnet – auch wenn die Aufzeichnung in der Regel nur wenige Sekunden dauert.

In einem Gutachten stellt der Wissenschaftliche Dienst fest, Amazon dürfte der Pflicht zur Informationsvermittlung bei der Datenerhebung von Nutzern ausreichend nachkommen – „offen bleibt jedoch, wie unbeteiligte Dritte und Minderjährige von der Datensammlung ausgeschlossen werden können“.

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Diebstähle aus der Cloud nicht ausgeschlossen

Mit Blick auf die USA sei außerdem unklar, „zu welchen weiteren Zwecken Amazon seine Daten zukünftig nutzen könnte“, heißt es in dem Gutachten. Auch ein Datendiebstahl aus der Amazon Cloud könne nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der Masse der dort gespeicherten Informationen „könnte dies die Nutzer von ,Alexa’ besonders sensibel treffen“.

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Das Bundesinnenministerium fühlt sich in der Sache nicht zuständig. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage: „Die Nutzung der Sprachassistenten betrifft Datenverarbeitungen durch nichtöffentliche Stellen.“ Für diese lasse die Datenschutz-Grundverordnung der EU den nationalen Gesetzgebern so gut wie keinen Regelungsspielraum.

„Wir müssen darauf dringen, dass die Einwilligungserklärung für den Nutzer auf die Gefahren und Möglichkeiten hinweist, die mit der Übertragung und Nutzung der Daten sowie der Daten von Dritten, die sich zufällig im Raum befinden, hinweist“, sagte der fraktionslose Bundestagsabgeordnete Uwe Kamann. Dies müsse detailliert erfolgen, „und nicht indem man nur einmal ein Häkchen für alles setzt“. Der Wissenschaftliche Dienst hält fest: „Angaben zur Speicherungsdauer sind in den Nutzungsbedingungen von Amazon nicht ersichtlich.“

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Sprachassistenten werden besonders häufig in Familien genutzt

Kamann hatte den Wissenschaftlichen Dienst explizit nach „Alexa“ gefragt. Er betonte jedoch: „Bei allen sprachbasierten Aufzeichnungssystemen gibt es diesen kritischen Punkt.“ Die Amazon-Software sendet erst dann Sprachdaten, wenn der Nutzer ein Aktivierungswort ausspricht – zur Auswahl stehen „Alexa“, „Computer“, „Echo“ oder „Amazon“. Digitale Sprachassistenten wie Amazons Echo-Lautsprecher mit der Software „Alexa“ oder „Siri“ von Apple können Fragen beantworten, bestimmte Musik abspielen, Lebensmittel bestellen und andere Aufgaben erledigen. Laut einer aktuellen Studie werden sie besonders häufig in Familien genutzt.

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Amazon bietet den Nutzern von „Alexa“ zwar neuerdings mit dem Befehl „Alexa, lerne meine Stimme“ die Möglichkeit, ein persönliches Stimmprofil einzurichten. Die Stimmprofile werden aber nach Angaben eines Amazon-Sprechers nur genutzt, „um das individuelle Nutzererlebnis zu verbessern“. Auf den Befehl „Computer, spiele Musik“ hin werden beispielsweise für verschiedene Profile unterschiedliche Titel abgespielt.

Das Gerät für Kinder oder Mitbewohner zu sperren, erlaubt die neue Stimmerkennung aber nicht. „Eine zweifelsfreie biometrische Identifizierung, die Voraussetzung für das Sperren einzelner Profile, beziehungsweise die Deaktivierung von Sprachaufzeichnung einzelner Nutzer wäre, findet über Stimmprofile nicht statt“, erklärte der Sprecher.

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Alexa-Sprachaufzeichnungen löschen

In einem Statement gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland teilte Amazon mit: „Das Vertrauen unserer Kunden hat höchste Priorität für Amazon und wir wissen, dass wir beim Thema Datenschutz überzeugende Lösungen liefern müssen, um die hohen Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen.“

Das Unternehmen verwies auf die Möglichkeit, die Stromzufuhr der Mikrofone und Kameras mittels der Stummtaste zu trennen. Dadurch könnten Kunden steuern, wann Alexa auf das Aktivierungswort höre. Ohne Aktivierung würden keine Sprachaufzeichnungen in die Cloud gesendet. „Kunden können darüber hinaus alle Sprachaufzeichnungen, die mit ihrem Konto verknüpft sind, jederzeit ansehen, anhören und löschen“, sagte ein Amazon-Sprecher. Das geht inzwischen auch per Sprachbefehl.

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Von RND/dpa