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Mensch-Hannover Guido Maria Kretschmer: Das sind seine Meisterschüler aus Hannover
Menschen Mensch-Hannover Guido Maria Kretschmer: Das sind seine Meisterschüler aus Hannover
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12:07 13.05.2019
Guido Marias Kretschmers Masterclass – darunter auch Dominique Watral und Robin Rau aus Hannover. Quelle: Vox/Andreas Friese
Hannover

Seit sieben Jahren beurteilt er in „Shopping Queen“ die Looks von Kandidatinnen, die maximal 500 Euro für ein Outfit ausgeben können. Nun will Designer Guido Maria Kretschmer (seit Sonnabend 54) in „Guidos Masterclass“ auf Vox Nachwuchs-Talenten Starthilfe und Tipps geben. Zwölf Bewerber hatten es in die Show geschafft, acht sind nun noch übrig. Dem Gewinner winken 50.000 Euro, eine mehrseitige Fotostrecke in der deutschen „Vogue“ und Kretschmer als Mentor – für ein ganzes Jahr. „Ich denke, dass ich ein guter Lehrer bin, weil ich selber immer gut aufgepasst habe, wenn Menschen mir etwas beigebracht haben“, findet der Designer. Zwei bekannte Gesichter aus Hannover sind noch im Rennen: Dominique Watral (28) und Robin Rau (28). Sie, geboren und aufgewachsen in Rethen, studierte Modedesign an der HAW in Hamburg. Er stammt aus der Nordstadt, studierte Modedesign an der Hochschule in Hannover.

Beide standen am vergangenen Montag vor Wolfgang Joop (74, die Gastjuroren wechseln jede Woche) und mussten ihren Entwurf zu dem Thema „Sexy and curvy“ abliefern – und zwar für ein Übergrößenmodel. Der Star-Designer hielt nicht mit Kritik hinter dem Berg: Kandidat Michael Maibach (24), der einst seine Bäckerlehre abbrach, um Modedesigner zu werden bekam von Joop zu hören: „Dieses Kleid ist ein reines Unglück“.

Harter Umgangston in der Mode

Solche Worte sind hart. „Aber das ist der Umgangston in der Mode, damit muss man klar kommen“, findet Robin Rau. Der Enkel von Konzert-Legende Fritz Rau († 83) hatte in seinem Opa einen prominenten Fürsprecher: „Er hat Joop vor Jahren getroffen und schon damals gesagt: ,Sie sollten mal meinen Enkel kennenlernen’“. Vor der TV-Kamera war es dann soweit.

Kandidat Robin Rau Quelle: Vox/Andreas Friese

Auch Dominique Watral spürte in den ersten „Master-class“-Folgen den Druck: „Die Zeit ist mit zwei Tagen für ein Komplettoutfit auf Maß schon sehr knapp bemessen“, sagt sie über die „Sexy and Curvy“-Aufgabe. „Normalerweise bräuchte man dafür mit mehreren Anproben eine Woche“. Aber das ist die Herausforderung in der Show – und die Kamera begleitet sie gnadenlos. „Man merkt, dass es Kretschmer und Vox wichtig war, ein Format zu kreieren, in dem die Arbeit eines jungen Designers begleitet wird – vom Entwurf, der Idee bis hin zum fertigen Kleidungsstück“, so Teilnehmer Rau.

In der ersten Folge punktete der junge Mann mit dem stylischen Schnurrbart mit einem Kleid aus Strohhalmen. Es galt nämlich, aus „alltäglichen Dingen“ ein Outfit zu kreieren. Topmodel und Gastjurorin Karolina Kurkova (35) gefiel das Kleid samt Jacke aus aufgeribbelten Stoffteilen und einer geflochtenen Tasche, in der eine Sektflasche baumelte, so gut, dass sie den Entwurf direkt anprobierte.

Kandidatin Dominique Watral. Quelle: Vox/Andreas Friese

Die Show ist die Startrampe für junge Designer, für sie geht es darum, Kontakte zu Entscheidern in der Branche zu knüpfen. Watral hat ihr persönliches Ziel bereits erreicht: „Ich habe mit drei Mitstreitern ein Design-Kollektiv gegründet“. Ihr Label heißt „ARNT“. „Es sollte etwas Internationales sein, im Namen stecken außerdem Buchstaben aller unserer Namen.“ Die 28-Jährige hatte schon mit neun Jahren verkündet, Designerin werden zu wollen. „Meine Oma hat Kleider und Puppen selber genäht, weil dafür nicht so viel Geld da war. Ich habe schon als Kind mitgenäht.“

Beide Großeltern sind Künstler, malen auf Leinwand. „Das hat wohl mein Auge früh geschult.“ Rau hat sein eigenes Label „Studio Robin Rau“ an den Start gebracht. Schals mit seinem Logoschriftzug und transparente Blusen mit Straußenfedern gibt es dort, Signature-Pullover mit seinen Lettern oder Culottes aus Jeans. „Meine Sachen haben alle ein Robin-typisches Augenzwinkern.“ Er nennt den Stil „offene Garderobe“ – weil die Teile kombinierbar sind.

Geschenkt wird einem nichts

Watral hat sich nach dem Studium auf Hochzeitsoutfits spezialisiert – unter dem Label „Brautkraut Brautkleid“. Wie passend, dass sie selbst am ersten Juni vor den Traualtar treten wird. Das Kleid entwirft sie natürlich selbst, genauso wie die Outfits für ihre Mutter, ihre Trauzeugin, zwei Schwägerinnen, die Tante, Schwiegermutter und Schwester – viel zu tun also.

Darüber, dass Designer Joop ihren Entwurf für das „Sexy and curvy“ -Thema als „Feuervogel“ bezeichnete, kann sie nur schmunzeln: „Meine Zeit kommt noch.“ Vielleicht in der Folge am Montag, die nach Marrakesch führt, die Meisterschüler sollen dort auf den Spuren von Legende Yves Saint-Laurent (†71) wandeln. „Er hat die Frauen befreit, ihnen Macht gegeben und ihnen neben dem Hosenanzug viele andere Dinge geschenkt“, erklärt Kretschmer. Die Messlatte liegt demnach hoch.

Bei einer Sache sind sich Hannover-Kandidaten einig: „Es ist immer schön, wenn Guido über seine Anfänge und die Schwierigkeiten spricht. Und uns hilft Lösungswege zu finden.“ Der Designer nimmt auch kein Blatt vor dem Mund, wenn er Kleider beurteilt. Denn: „Geschenkt wird Ihnen in diesem Beruf auch später gar nichts.“ Er weiß, wovon er spricht: Seine Karriere startete er mit selbstgenähten Kleidungsstücken auf einem Hippiemarkt auf Ibiza.

Von Luisa Verfürth

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