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Mensch-Hannover „Leinebagger“ trainieren für den Regenbogen
Menschen Mensch-Hannover „Leinebagger“ trainieren für den Regenbogen
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17:42 11.01.2019
LIEGESTÜTZ FÜR DIE VIELFALT: Richard Bekemeier , Lars Carstens und Alexander Lang (von links) sind der Vorstand der „Leinebagger“. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Im Vereinslogo stecken die Farben des Regenbogens. „Aber noch vieles mehr“, findet Alexander Lang (39), einer der drei Vorsitzenden des schwul-lesbischen SportvereinsLeinebagger“. Was sieht er noch? „Dynamik, Yin und Yang – es kann vieles bedeuten. Manche sehen in dem weißen Punkt einen Kopf, andere einen Ball.“ Ihm und seinen beiden Mitstreitern Lars Carstens (51) und Richard Bekemeier (47) ist wichtig: „Die vielen Farben zeigen die Vielfalt des Vereins.“

Sie wollen andere Vereine auf einen „Ehrenkodex“ einschwören

Und grün, rot, blau oder lila werden auch 2019 eine große Rolle bei den Sportlern übernehmen – „Farbenspiel“ heißt das Aktionsbündnis, das sie mit Stadtsportbund, TKH (immerhin der größte Verein der Stadt) und vielen anderen Institutionen geschmiedet haben – das Ziel ist, teilnehmende Vereine auf eine Art „Ehrenkodex“ einzuschwören, der ein Klima für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt beim Sport ermöglicht.

Lang, Projektleiter im Marketing der Madsack Mediengruppe vertritt die „Leinebagger“ in politischen Gremien. „Ich bin der Außenminister“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. Aber hat sich nicht in den letzten Jahren, auch seit dem Outing von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (36) viel getan in Sachen Toleranz? „Eine gewisse Normalität ist da“, bestätigt Lang. Hitzlsperger sei aber nur ein „mediales Strohfeuer“ gewesen.

Auf „Farbenspiel“ gab es auch „80er-Jahre-Mails“

Der Alltag sehe häufig noch anders aus. Grenzen und Hemmschwellen abzubauen sei „immer noch kein Automatismus, sondern permanente Arbeit.“ Richard Bekemeier (er managt die Mitgliederverwaltung) hätte „nicht gedacht, dass Veranstaltungen wie der Christopher Street Day wieder politisch relevant werden.“ Er sieht diesen Trend: „Weg von bunter Party, hin zu Flagge zeigen.“ Ein Indiz: Die Reaktionen auf „Farbenspiel“: Es gab viele positive Rückmeldungen, erzählt Lang, „aber auch 80er-Jahre Mails“.

„Es gibt keine Gesinnungsprüfung“ bei den „Leinebaggern

1989 entstand die Idee für den schwul-lesbischen Club, 1992 wurde er von einer Volleyball-Gruppe gegründet (daher der Name „Leinebagger“) – als erster in Niedersachsen. „Schwule waren damals im Alltag nicht so sichtbar“, erklärt Lang. „Sie bewegten sich außerhalb der Wahrnehmung vieler Menschen.“ Die Gründungsmitglieder mussten damals noch um die Anerkennung der Gemeinnützigkeit kämpfen. Der Vorwurf lautete ausgerechnet „Ausgrenzung von Heterosexuellen“. Die Satzung wurde geändert, die „Leinebagger“ sind offen für alle. Alexander Lang muss schmunzeln: „Es gibt keine Gesinnungsprüfung.“

REGENBOGEN: Richard Bekemeier , Lars Carstens und Alexander Lang kämpfen für die Vielfalt im Sport. Quelle: Florian Petrow

Und keinen Druck. Im Fußball gibt es eine Frauen- und eine Mixed-Mannschaft, in vielen anderen Sparten keinen Punktspielbetrieb. Bankkaufmann Lars Carstens, der die „Leinebagger“-Finanzen betreut, weiß das zu schätzen. „Ich hatte Lust auf Badminton, weil ich das in der Schule gespielt habe. Aber ohne Turniere und Spielplan. Der Spaß sollte im Vordergrund stehen.“

„Die Atmosphäre ist offen und wertschätzend“

2017 feierte der Verein 25. Geburtstag, er ist längst eine Institution. Aber für viele Schwule und Lesben auch immer noch ein Schutzraum. „Viele Mitglieder trainieren bei uns, weil sie das Klima in anderen Sportgruppen bedrückend finden. Umkleidekabinen, Duschen – das sind heiße Eisen“, weiß Lang, der bei den „Leinebaggern“ vor allem die Fitness-Angebote wie Bootcamp und Zirkeltraining nutzt. Der kleine Unterschied: „Die Atmosphäre ist offen und wertschätzend bei uns, da steckt viel Fröhlichkeit im Training.“ Und eine Botschaft. „Wir fordern das Stück Freiheit, das sich andere längst nehmen.“

Info: Das ist der Verein „Leinebagger

Aikido, Aqua-Fitness im Aqua-Laatzium, Badminton, Basketball, Laufen, Rudern, Schwimmen (in vier Leistungsklassen von Seepferdchen bis Killerwal), Tischtennis, Volleyball, aber auch Fitness-Trends wie Bootcamp (kommt neu dazu) und Yoga: 15 Sparten bieten die „Leinebagger “ derzeit. Unter „Outdoor“ werden Wanderungen, Stadtrundgänge, Radtouren oder die gemeinsame Teilnahme an Skate by Night und Velo-Night, gebündelt.

Das Besondere an den „Leinebaggern“ ist die Sport-Flatrate: Für 100 Euro Jahresbeitrag (es gibt Ermäßigungen) kann man sämtliche Angebote nutzen und zwischen den Sportarten wechseln. Der Verein mietet sich in Hallen in der ganzen Stadt ein, hat eine schlanke Verwaltung. Von den 450 Mitgliedern sind etwa zwei Drittel Männer.

Von Andrea Tratner

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