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Mensch-Hannover Für Holly Becker sind Räume Kunst
Menschen Mensch-Hannover Für Holly Becker sind Räume Kunst
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15:41 11.03.2019
IHR ZUHAUSE: Holly Becker zeigt in der ersten Ausgabe von „Living at Home + Holly“ ihre Wohnung in der List. Quelle: Philipp Rathmer
Hannover

Holly Becker ist Amerikanerin – der Liebe wegen zog sie 2009 nach Hannover. Die NP sprach mit ihr über ihre Wohnung, Raufasertapete und Influencer ohne Plan B.

Auf Ihrem Blog
„Decor8“
und Ihren Social-Media-Kanälen sehen Millionen Follower täglich, wie Sie eingerichtet sind. Was ist Ihre Wohnung für Sie?

Diese Wohnung bin ich. Wir leben hier auf 220 Quadratmetern und sind sehr glücklich hier. Es leben nur vier Familien bei uns im Haus, die untereinander befreundet sind. Wir feiern besondere Anlässe mit ihnen. Als mein Sohn Aidan geboren wurde, kamen die Nachbarn regelmäßig, um mir mit dem Baby zu helfen. Mein Mann arbeitet wie ich viel zu Hause, wir haben beide ein Büro hier. Unser Sohn geht in der Nähe zur Schule. Diese Wohnung ist das Zentrum unseres Lebens. Alles passiert von hier aus. Einer meiner Freunde sagte mal, dass unsere Wohnung mein Headquarter sei. Das trifft es sehr gut.

Wie oft gestalten Sie um?

Jede Saison. Aber ich verändere nicht viel. Ich tausche die Kissen aus, oder die Bücher auf dem Tisch. Ich habe viele Bilder, oftmals hänge ich dann andere auf. Die Möbel bleiben meistens an ihrem Platz.

Was treibt Sie an?

Ich bin eine Kreative, eine Künstlerin. Und ich liebe es, für Menschen eine inspirierende Atmosphäre zu schaffen Mein Zuhause ist meine Leinwand. Ich kann keine Bilder malen oder besonders gut zeichnen, aber es fällt mir leicht, schöne Räume mit guter Energie zu kreieren. So schaffe ich Kunst. Ich habe das schon als Kind im Alter von sechs Jahren gemacht. Meine Mutter sagt, jedes Mal, wenn sie nach Hause kam, hatte ich Möbel umgestellt und die Dekoration der Bücherregale verändert. Sie fand das toll und inspirierend und hat mich immer ermuntert, kreativ zu sein. Wir haben gerne zusammen genäht, dekoriert oder den Garten verschönert.

Wie machen Sie das heute? Reden Sie vorher mit der Familie?

Ja, wir diskutieren die Dinge. Als ich neulich neue Esszimmerstühle gekauft habe, habe ich meinem Mann vorher einige Modelle gezeigt. Er hat mir etwa von einem Modell abgeraten und gesagt: Das ist zu sehr ein Designerstuhl. Niemand kann darauf sitzen. Er sagt hin und wieder: Das bring mal lieber nicht mit nach Hause. Das ist unpraktisch. Ich muss dann oft einsehen, dass er Recht hat und meine Idee vielleicht ein bisschen zu wild war. Manchmal treffe ich durch ihn tatsächlich bessere Entscheidungen.

Ist das hier an der Wand tatsächlich eine Raufaser-Tapete?

Ja. In den meisten Räumen haben wir sie abnehmen lassen, um einen glatten, modernen Look zu erzeugen. Nur an wenigen Wänden ist sie geblieben.

Sie haben aber doch mal geschrieben, dass Sie Raufaser-Tapete gar nicht mögen.

Ich bin da mittlerweile pragmatisch und sehe die Vorteile: Die Tapete verdeckt viele Macken in der Wand. Und alte Gebäude wie dieses Haus haben nun mal eine Menge davon. Aber Wände ohne Raufaser-Tapete gefallen mir immer noch besser!

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Blog gekommen?

Ich habe im Jahr 2006 mit dem Bloggen begonnen. Damals hatte ich mich bei mehreren Magazinen beworben, aber keine Erfahrung. Ich war Interior-Designer und wollte über meine Arbeit schreiben, aber ich bekam nur Absagen. Also startete ich den Blog. Sechs Monate später hatte ich sie überzeugt: Ich fing an, für mehrere Einrichtungsmagazine zu schreiben, und ich bekam sehr schnell eine Kolumne im „Boston Globe“. Später dann kamen Bücher dazu. Mein Blog aber ist geblieben. Er ist eine Herzensangelegenheit, er gehört zu mir.

Mit „Living at Home + Holly“ ist jetzt Ihr erstes Einrichtungsmagazin erschienen.

Vor einem Jahr wurde ich Kolumnistin der Zeitschrift „Flow“ und die Chefredakteurin Sinja Schütte sagte zu mir: Du bist so voller Ideen, du solltest ein eigenes Magazin machen. Damals haben wir gelacht. Aber man sollte vorsichtig mit dem sein, worüber man Witze macht: Später wurde uns klar, dass wir eine gute Idee hatten. Und so habe ich in „Living at Home“ zunächst eine regelmäßige Kolumne bekommen, die ich immer noch mit viel Freude schreibe. Dann kam der Verlag auf mich zu – und wir setzten die Idee des eigenen Magazins um.

Die Arbeit vieler Influencer besteht darin, sich mit Produkten zu zeigen und damit für diese zu werben. Wie finden Sie das?

Das Internet hat uns viele Möglichkeiten eröffnet, uns zu präsentieren. Manche Menschen machen das auf eine Weise, die für andere sehr inspirierend sein kann. Auf der einen Seite finde ich das bewundernswert. Auf der anderen Seite ist es auch wichtig, echte Kompetenzen zu entwickeln und sich zu bilden. Jed er sollte sich ernsthafte Gedanken über seine Zukunft machen. Der schnelle Ruhm als Influencer kann morgen vorbei sein. Dann braucht man einen Plan B.

Von Dany Schrader und Brigit Dralle-Bürgel

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