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Mensch-Hannover Café Lohengrin steht in den Startlöchern
Menschen Mensch-Hannover Café Lohengrin steht in den Startlöchern
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10:41 14.05.2019
Christina Tiemeier im Café Lohengrin. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Der Boden ist noch roh, die Küche gleicht einem Brettersammelsurium aus dem Baumarkt. Doch das Tohuwabohu scheint das Café Lohengrin nie verlassen zu haben. Und am 14. Mai soll es wieder richtig losgehen. So sitzt Christina Tiemeier auch aufgedreht und lachend an einem Tisch, der in der Mitte des noch leeren Raumes steht, Blumen sind da und Kaffee gibt es. Und ständig geht die Tür auf, obwohl das Lohengrin noch gar nicht wieder eröffnet ist.

Schock: Die Feuerwehr reißt Tiemeier aus dem Schlaf

Am 28. Dezember 2018 hat es in dem traditionsreichen Café gebrannt. Ein technischer Defekt. „Ich wohne hier auch, die Feuerwehr hat mich geweckt“, erinnert sich Tiemeier. „Ich bin im Schlafanzug, ohne Schuhe vor die Tür gelaufen, an der Laterne dort habe ich bestimmt eine halbe Stunde am Boden gesessen und einfach nur geheult.“ Schock. Seit 21 Jahren betreibt die 56-Jährige den Laden, der schon 38 Jahre als Institution in der List gilt.

Stammgäste erkundigen sich nach dem Stand

Eine Frauengruppe stattet der Baustelle einen Besuch ab. Sie treffen sich seit Jahren im Lohengrin, um zusammen zu sitzen und italienisch zu sprechen. „Meine Italienischgruppe, die bekommen erst mal einen Gutschein für einen Prosecco“, unterbricht Tiemeier.

Der Brand war nicht sehr groß, dennoch haben Ruß und Rauch den Laden unbenutzbar gemacht. Viele Gruppen mussten Ausweichquartiere finden, dabei hat die Wirtin sogar geholfen. Sie selbst ist eine Weile im Kaufhaus König untergekommen. Wie sie einen Ausweich-Cafébetrieb und den Umbau gleichzeitig gewuppt hat? Dass diese Frau voller Energie steckt, merkt man schon bei der Begrüßung. Sie springt dem Besucher wie ein fröhlicher Flummi entgegen, ist wahnsinnig herzlich. „Natürlich habe ich überlegt, ob ich diesen Kampf noch einmal auf mich nehme“, sagt Tiemeier. Es gebe inzwischen viel mehr Konkurrenz als damals. „Aber ich fühle mich fit.“ Ein älterer Herr kommt herein, fragt, wann es denn wieder losgeht. Sorgen, dass die Stammkundschaft fern bleibe, muss sie wahrlich nicht haben. „Es sind viele auch ins Kaufhaus König gekommen.“ Und schon wieder geht die Tür auf und jemand erkundigt sich nach dem Stand der Dinge.

Die Kleinkunstbühne hat das Feuer überlebt

Auftakt macht die „Acoustic Session“, ein Abend, der an diesem Dienstag Zehnjähriges feiert. Die kleine Bühne in der Nische des Cafés hat den Brand überlebt. Schon zur Langen Nacht der Theater hat es einen Probelauf gegeben. „Es ist im Grunde eine Art Open Stage, jeder kann ein paar Lieder spielen, eine Viertelstunde lang Musik machen“, erklärt Tiemeier das Konzept.

Noch ist nicht alles fertig, trotzdem wird wiedereröffnet

Dass dann noch immer nicht alles fertig sein wird – egal. Die alten Bugholzstühle haben bereits einen neuen Bezug bekommen, auch der künstliche Kamin steht noch. „Ich weiß nicht, wie der Laden am Ende aussehen wird. Damals habe ich mich genau in den Mix verliebt, der hier herrschte – die Säulen, die gewölbten Wände, das Gemütliche“, so die gelernte Touristikfachfrau. Der Kaffeehausstil werde bleiben, alles andere komme nach und nach. Individuell soll es wieder sein, so wie die Frau, die den Laden schmeißt.

Alle stehen in den Startlöchern

Der Vermieter läuft herum, zeigt Tiemeier ein Magazin. „Wann geht es denn wieder los?“, fragt die nächste Passantin. Ruhe ist im Lohengrin sogar unbekannt, wenn es eigentlich geschlossen ist. Tiemeier lächelt zufrieden: „Wir stehen in den Startlöchern!“

Um 19.30 Uhr geht es mit der „Acoustic Session“ an der Sedanstraße 35 los, der Eintritt ist frei.

Von Eva-Maria Weiß

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