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Leben in Hannover Claudia Will zieht Hannover die Lederhosen an
Menschen Leben in Hannover Claudia Will zieht Hannover die Lederhosen an
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12:59 16.10.2019
Liebt ihre Produkte: Claudia Will in ihrem Geschäft an der Schmiedestraße. Quelle: Dröse
Hannover

Theoretisch befinden sich Claudia Will (43) und ihre Mitarbeiter schon seit ein paar Minuten in der Mittagspause. Aber auch um kurz nach 13 Uhr werden die Kunden ihres Geschäfts „Waffen-Will & Apel“ an der Schmiedestraße noch bedient – für die Einzelhändlerin selbstverständlich.

Derzeit haben es so einige auf Accessoires und Outfits für das Oktoberfest abgesehen . In München ist es ja gerade zu Ende gegangen, dafür startet die Wiesn im Festzelt auf dem Gelände der Gilde Parkbühne an diesem Freitag in Hannover (bis auf Einzelplätze komplett ausverkauft!). „Und das kommt immer so plötzlich“, sagt die 43-Jährige und lacht, „so wie Weihnachten. Oder die Geburtstage in der Familie.“ Stylingtipps für die Wiesn finden Sie hier.

Das Fachgeschäft existiert schon seit 66 Jahren

Kurz bevor sie den elterlichen und seit 66 Jahren bestehenden Betrieb, den sie mit ihrem Mann Günter Apel (54) betreibt, abschließt, und mit der NP über sich und den Laden spricht, kümmert sich Will noch flott um Nico Röger (31). Der Hannover-Concerts-Chef und Wiesn-Veranstalter sucht noch nach einer Wiesn-tauglichen Weste, für Lebensgefährtin Melanie Baumann (46) entdeckt er eine Handtasche mit passenden Motiven. Im Ergebnis alles „sensationell“, wie Röger findet.

Fesch: Claudia Will kleidet Hannover-Concerts-Chef Nico Röger ein. Quelle: Dröse

Reaktionen wie diese sind es, die Claudia Will die größte Freude an ihrer Arbeit bescheren: „Es ist toll, dass ich meine Begeisterung teilen kann.“ Und dass sie diese hat, haben muss, begründet sie so: „Wenn du keinen Führerschein hast, dich nicht für Autos begeisterst, kannst du nur schwer welche verkaufen.“

Zu ihrem Geschäftskonzept gehört nicht nur, dass die 43-Jährige selbst gern aufs Oktoberfest geht – die Frau mit dem ansteckenden Lachen geht auch gern zur Jagd, im Sauerland, in der Eifel. „Jedoch relativ selten. Denn wenn Jagdsaison ist, ist auch Saison im Geschäft.“ Gibt es Anfeindungen, weil sie dem Hobby nachgeht und auch noch Jagd-Equipment verkauft?

Sie nickt. „Es gibt durchaus mal Anfeindungen und Kritik. Allerdings merke ich auch, dass die Leute anders reagieren, wenn ich ihnen alles rund um die Hege und Pflege bei der Jagd in Ruhe und mit Nonchalance erklären kann.“ Will weiß, dass es wie an jeder Stelle in der Gesellschaft schwarze Schafe gibt, „und missionieren will ich schon gar nicht.“ Sie hält kurz inne, schiebt dann noch hinterher: „Übrigens, CO₂-neutraler kann man sich kaum ernähren.“

Leute wollen standesgemäß zur Sause

Zurück zu dem Trachtenfieber, das seit einigen Jahren auch bei uns im Norden gestiegen ist: „Menschen haben Lust auf die Sause, wollen dort auch einen standesgemäßen Auftritt hinlegen.“ Wie die Wiesn-Eröffnung 2018 verlief, lesen Sie hier. Bei den Damen geht der Trend übrigens weg vom kurzen Dirndl, „knieumspielend sollte es schon sein“, weiß die Expertin, die sich auf Modenschauen und Messen, wie auf der „Game Fair“ in England, informiert.

Auch auf privaten Reisen kann sie es nicht sein lassen , ihre Nase in Fachgeschäfte zu stecken. „Sonst wird man doch betriebsblind.“ In ihrem Geschäft hat sie Kleider in so ziemlich allen Konfektionsgrößen (34 bis 50), preislich geht es bei 99 Euro los, die Herren zahlen für ein Hemd ab 25, für eine Lederhose ab 179 Euro. „Vom Studenten bis zur Chefarztbehandlung ist bei uns alles drin. Aber: Wir wollen kein Faschingsniveau.“

Sie liebt die Wiesn in München und Hannover

Zudem arbeitet sie gern mit inhabergeführten Geschäften zusammen, kurze Wege, individuelle Gestaltung sind da ihr Anspruch. „Dann muss ich auch nicht irgendwo in China anrufen, um mein nicht vorhandenes Mandarin auspacken“, sagt sie lachend. „Die einzige Hürde ist, ob Händler in Bayern und Österreich mit meinem Hochdeutsch klarkommen.“

Am vergangenen Wochenende war sie mit ihrem Mann in München, vor zehn, zwölf Jahren ist das Paar auf den Wiesn-Geschmack gekommen. „Mit allem drum und dran“, betont Will – und zählt auf: „Schießbuden und Autoscooterfahren, gebrannte Mandeln und Lebkuchenherzen!“ Die Sause in Hannover lässt sich die Unternehmerin auch nicht entgehen. „Ich hätte übrigens nie gedacht, dass sich so eine bayerische Gaudi mit amtlichem bayerischen Essen zu uns nach Hannover zaubern lässt.“

Von Mirjana Cvjetkovic

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