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Leben in Hannover Wechselspiel beim Medienpreis: Neue Preisträgerin
Menschen Leben in Hannover Wechselspiel beim Medienpreis: Neue Preisträgerin
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20:04 20.12.2018
Alles auf neu:Christian Krebs und Ortrud Wendt nehmen die Preisträgerin Carmen Gocht in ihre Mitte. Krebs will die Abläufe in Zukunft optimieren: „Das Ganze war insgesamt nicht glücklich.“ Quelle: Fotos: Dröse
Hannover

Ende vergangener Woche hatte es die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) mitgeteilt: Der Medi­enpreis in der Kategorie „Fernsehen Information“ wird neu vergeben, an die Stelle von RTL-Redakteur Alexander Gurgel (39) rutscht nun Carmen Gocht (37) vom selben Sender (NP berichtete). Und die freute sich am Donnerstag total über die (verspätete) Auszeichnung: „Der Anruf kam vergangenen Donnerstag“, so die Redakteurin von RTL Nord, „ich war ganz überrascht.“ Die 37-Jährige, die mit dem Beitrag „Pilz X-akt“ in diesem Jahr ins Rennen gegangen war, erhielt neben einem schönen Blumenstrauß eine hübsche Trophäe sowie 2500 Euro. „Ich bin froh, dass der Preis in der Familie bleibt“, sagte Gocht zur NP und bedankte sich gleichzeitig für tolles Teamwork bei dem Kameramann und den Cuttern, die das gedrehte Material über einen Pilzgarten im niedersächsischen Helvesiek zu­sammengeschnitten hatten.

Schon am Nikolausabend hatte es nach der pompösen Preisverleihung im Alten Rathaus kritische Stimmen ge­geben – allerdings hinter vorgehaltener Hand. Der Beitrag von Gurgel über das Zugunglück von Eschede sei gar nicht neu und hätte demnach gar nicht nominiert werden und schon gar nicht gewinnen dürfen, war getuschelt worden. Teilnahmebedingung war nämlich unter anderem, dass die eingereichten Beiträge „in der Zeit vom 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 als Erstsendung ausgestrahlt worden sein müssen“.

So steht es in den Statuten der NLM. Seinen Film hatte Gurgel ursprünglich 2013 erstmals veröffentlicht und für den Medienpreis 2014 eingereicht. Vor vier Jahren war er dafür auch nominiert worden, gewann aber nicht. Wie konnte das der Jury durchrutschen, wollte die NP kurz nach der Preisverleihung von der Landesmedienanstalt wissen. „Bei insgesamt 278 eingereichten Beiträgen in diesem Jahr und einer Seh- und Hördauer von insgesamt 1575 Minuten ist es verständlich, dass die ehrenamtlich tätige Jury keine Einzelfallprüfung daraufhin durchführt, ob ein Beitrag den Teilnahmebedingungen entspricht“, hieß es zunächst.

Auf Nachfrage gestern unterstrich Christian Krebs (43) jedoch: „Wenn ein Teilnehmer einen Beitrag einreicht, den es schon mal gab, dann sehe ich nicht, dass die NLM einen Fehler gemacht hat“, so der stellvertretende Direktor der Institution, die als Aufsichtsbehörde für private Radio- und Fernsehprogramme und Telemedien fungiert. „Das ist wie beim Fußball: Wenn der Spieler foult, dann ist nicht der Schiedsrichter schuld.“

Michael Pohl (57), Geschäftsführer von RTL Nord, sieht das anders: „Der Beitrag von Alexander Gurgel war eine Erstausstrahlung. Allerdings – es handelt sich ja um eine Reportage über ein 20 Jahre zurückliegendes Ereignis – mit vielen Archiv-Elementen.“ Heißt: Der Journalist hat anlässlich des 20. Jahrestages der Zugkata­strophe den Beitrag mit neuen Elementen angereichert.

Und an dieser Stelle wird es interessant: „Nachdem dieser Beitrag für den Me­dienpreis nominiert worden war, hat Alexander Gurgel die NLM proaktiv in einem Telefonat auf diesen Umstand hingewiesen, da er selber unsicher war, ob sein Beitrag den Kriterien voll entspricht“, so Pohl. Dennoch ist Gurgel am 6. Dezember für seine Reportage ausgezeichnet worden!

Der Geschäftsführer von RTL Nord mutmaßt, dass „dann entweder keine Überprüfung seitens Jury/NLM stattgefunden oder man hat damals keinen Verstoß ge­gen die Kriterien festgestellt hat“. Von außen könne er das nicht beurteilen. NLM-Vize-Direktor Krebs sagte gestern dazu, dass, nachdem Kritik laut geworden war und die NP nachgefragt hatte, eine Prüfung ergab, „dass der Beitrag weitgehend identisch und im Gesamtergebnis keine Erstausstrahlung ist“. Versäumnisse ihrer Seite wiesen er und die Vorsitzende der Jury, Ortrud Wendt, zurück: „Die Verantwortlichkeit liegt nicht primär bei uns“, so Krebs. Wendt ergänzte: „Dass Erste, was wir annehmen müssen, ist, dass die Leute sich an Regeln halten.“ Aus Rücksicht auf andere Mitstreiter und aus Fairnessgründen habe man sich entschieden, Carmen Gocht den Preis zu verleihen. „Den Beitrag von Alexander Gurgel schmälert das nicht“, betonte die Jury-Vorsitzende noch. Der sei erstklassig, liefere starke Bilder und sei zudem dramaturgisch sehr gut.

Vielleicht hätte es insgesamt weniger Drama um den Preis gegeben, wenn die NLM dem Hinweis von Gurgel sauber nachgegangen wäre. Die Frage, ob es diesen Hinweis im Vorfeld gegeben habe, wollte die Behörde übrigens nicht beantworten.

Von Mirjana Cvjetkovic

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