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Leben in Hannover Stünkels fünfte „Coexist“-Schau startet in Hannover
Menschen Leben in Hannover Stünkels fünfte „Coexist“-Schau startet in Hannover
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17:43 23.01.2020
Die Künstlerin und ihr Werk: Franziska Stünkel steht vor einem ihrer Bilder, es trägt den Titel „All the stories 117“. Quelle: Elena Otto
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Hannover

Zu Hause in der List hält sie sich in diesen Tagen kaum auf: Den Großteil ihres Zeit verbringt Franziska Stünkel (46) derzeit in Köln, sitzt dort fast jeden Augenblick im Schneideraum, um das Material für ihren just abgedrehten Kinofilm „Nahschuss“ zu bearbeiten. Der Grund für die Filmregisseurin und Fotokünstlerin, diese Arbeit zu unterbrechen und nach Hannover zu kommen, ist plausibel wie schön: Freitagabend eröffnet sie in der Galerie Drees die Ausstellung „Coexist Part 5 America.“ Die NP traf Stünkel vorab in dem Galerieloft am Weidendamm.

Konzentriert sieht sie aus, während sie durch die Räume im zweiten Obergeschoss schreitet, in denen die 15 Exponate hängen. Ganz bei der Sache eben. Aber auch sehr gelöst, voller Vorfreude. Kein Wunder, hier bei Hausherr Robert Drees (58) feiert Stünkel nämlich auch ein bisschen mehr als nur diese neue Fotoausstellung: „Es ist der fünfte Zyklus meiner Fotoserie, den ich zeige, und auch unsere fünfte Ausstellung zusammen“, sagt die 46-Jährige. „Es macht mich glücklich, die Uraufführung meiner neuen Fotografien in meiner Heimat präsentieren zu können. Ich lebe nun mal in Hannover – auch wenn ich wirklich viel unterwegs bin.“

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Stünkel stellt bei Vernissage neuen Bildband vor

Zwei Highlights schon mal vorweg: Bei der Vernissage stellt Stünkel auch den dazugehörigen Bildband „Coexist“ (Kehrer, 232 Seiten, 59 Euro) vor. Er umfasst 110 Bilder aus zehn Jahren fotografischen Wirkens auf fünf Kontinenten sowie Texte ganz unterschiedlicher Menschen zum Thema Koexistenz – unter anderem von Bela B (57, Sänger der Band Die Ärzte), Verleger Florian Langenscheidt (64), Schriftsteller Bernhard Schlink (75, „Der Vorleser“) sowie der hannoverschen Juristin und Wirtschaftsphilosophin Iris Phan von der Leibniz Universität. Außerdem ist die Künstlerin auf einem der Ausstellungsbilder – alle drehen sich ja um das Thema Spiegelungen – selbst zu sehen: Eine Premiere und Einzigartigkeit, bei der es auch bleiben soll.

Spielt ausnahmsweise mal eine Rolle: Auf diesem Bild spiegelt sich Fotografin Stünkel. Quelle: Franziska Stünkel

Für die aktuelle Schau bereiste Stünkel die USA, flog 2018 und 2019 an die Ostküste, tingelte unter anderem durch die Straßen von New York und Miami, ihre Kamera, eine Leica M 10, immer im Anschlag. Im Fokus stehen ganz alltägliche Geschehnisse, die alle eins vereint: Sie spielen sich auf Schaufensterscheiben ab, der entstehenden Spiegelung wegen. „Ich weiß nie, was passiert, arbeite immer mit der Wirklichkeit“, erläutert Stünkel ihre Vorgehensweise. Ihre Bilder sind weder retuschiert noch digital nachbearbeitet. Sie kann nicht beeinflussen, was passiert, „aber ich kann es wahrnehmen, wach sein, mich konzentrieren, fühlen und spüren.“ Sie lässt beim Auslösen ihrer Kamera Achtsamkeit walten. Das, was sie mitnimmt, „ist das wahre Leben“. Was sie sich erfüllt, ist ein Urwunsch: „Die Darstellung von Miteinander.“

Fünfter Zyklus in zehn Jahren „Coexist“

Stünkel ist bei der Ausübung ihrer Kunst immer auf der Suche nach friedlicher Koexistenz, stets hat sie die Frage „Was passiert, wenn Mensch und Natur auf meinen Bildern zusammenkommen?“ im Sinn. Ihre Fußmärsche sind kilometerlang, mittlerweile fotografiert sie auch nachts, ist so gut wie immer alleine unterwegs. Eine Ausnahme bildet die Afrikareise, 2002 hatte sie Galerist Drees dorthin begleitet. Und er ist „fasziniert von ihrem Ansatz und dem Verständnis des authentischen Moments. Franziska ist den Menschen immer zugewandt und ihre Arbeit und ihr Blick richten sich auf die gesamte Welt.“

Arbeiten seit Jahren zusammen: Galerist Robert Drees und Fotokünstlerin Franziska Stünkel. Quelle: Elena Otto

Bei der Auswahl ihrer Ziele orientiert sich Stünkel weltweit „an den Orten, an denen gerade große Aufladung herrscht. Orte, an denen es gesellschaftlich spannend ist.“ Apropos: Total gespannt hat die Fotografin vor einigen Tagen das Paket mit ersten Exemplaren ihres neuen Bildbands geöffnet. Ein wuchtiges, „weltumspannendes“ Buch, das nicht einfach so im Regal verschwindet und in dem von vorne bis hinten neben Fotokunst viel Liebe steckt: Der silberne „Coexist“-Schriftzug auf dem Cover sieht wie gläsern aus, die folgende Seite ist purpur, die Farbe heißt PantonE 888, mit einer Beimischung von Silberpartikeln gehalten, „so erscheint ebenfalls Glasglanz“, erläutert Stünkel. „Ich habe es am ersten Abend gleich neben mein Bett gestellt, damit es nach dem Aufwachen das erste ist, was ich sehe.“

Das erste Mal ist sie selbst auf einem der Bilder zu sehen

Der Leser entdeckt darin (wie auch in der Ausstellung auch) übrigens auch das Selbstporträt von Franziska Stünkel. „All the stories 141“ heißt es und ist in Miami entstanden. Da hat sie sich frontal vor ein Schaufenster gestellt, ist logischerweise in der Spiegelung zu sehen, „sonst fotografiere ich immer leicht seitlich“. Allerdings soll das Selbstbildnis eine Ausnahme bleiben: „Es geht um die faszinierende Vielfalt der Menschen, nicht um mich. So begreife ich meine Arbeit.“ Die ist übrigens bis zum 14. März in der Galerie Drees (Weidendamm 15) zu sehen. Franziska Stünkel ist auch am Folgetag der Vernissage anwesend, signiert in der Zeit zwischen elf und 14 Uhr ihren Bildband.

Von Mirjana Cvjetkovic

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