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Leben in Hannover Sie sind die doppelten Tierarzthelferinnen
Menschen Leben in Hannover Sie sind die doppelten Tierarzthelferinnen
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10:06 08.10.2019
Gleich und Gleich gesellt sich gern: Aylin Koelzer (rechts) und ihre Zwillingsschwester Susann Tergek verbringen nicht nur privat viel Zeit zusammen. Sie üben auch den gleichen Beruf aus. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Dass es immer wieder mal zu Verwechslungen und Verwirrungen kommt, sind Susann Tergek (34) und Aylin Koelzer (34) schon lange gewohnt. Die beiden sind Geschwister, genauer gesagt eineiige Zwillinge. Grundsätzlich ein Segen, wie beide einstimmig der NP erzählen. Mit vielleicht einer Ausnahme: „In der Schule wurden wir von Lehren oft als eine Person angesehen“, erinnert sich die ganze 20 Minuten ältere Tergek, „teilweise gab es sogar dieselben Noten.“

Ansonsten entsprechen die zwei dann schon den wohl klischeehaften Vorstellungen von Zwillingsgeschwistern: gleicher Freundeskreis, gleiche Interessen, die gleichen geschwungenen Augenbrauen, gleiche Welle im Pony. Und sogar den gleichen Beruf haben die Frauen erlernt. Die 34-Jährigen sind Tiermedizinische Fachangestellte geworden. Allerdings hatten sie, das ist bis heute so, immer unterschiedliche Arbeitgeber.

Neuerdings treffen die Schwestern aber trotzdem auch beruflich aufeinander – denn: Aylin Koelzer ist im Zoo Hannover tätig, ihre Schwester Susann in der Tierärztlichen Hochschule (TiHo). Und da der Zoo nicht über spezielle technische Geräte wie die TiHo verfügt (MRT, CT, Zahnröntgen), kommt es vor, dass Koelzer ein Zootier zu einer Untersuchung in die Tierärztliche Hochschule begleitet. Wobei man aktuell sagen muss, begleitet hat – die 34-Jährige ist im fünften Monat schwanger, darf zum Schutz ihres ungeborenen Babys derzeit keinen Kontakt zu Tieren hegen. Im März soll das Kind kommen, ein Junge.

Es kommt schon mal zu Verwechslungen

Bei einem ihrer letzten Einsätze begleitete sie den Transport und die Behandlung eines Bennett-Kängurus, welches die Schwestern versorgten. Das Tier hatte aufgrund einer Zahnfleischentzündung Probleme, eine Untersuchung im Computertomographen stand an. Weil Zähne gezogen werden mussten, bereitete Tergek das Tier für die anstehende Operation vor. „An dem Tag kam es auch zu Verwechslungen“, erzählt Koelzer lachend. Zum Beispiel sprechen sie Kollegen ihrer Schwester an, sagen: „Man kann dich in den Zoo-Klamotten gar nicht erkennen.“ Andere wundern sich, wie schnell die TiHo-Angestellte zur Stelle ist, „weil sie ja schließlich einige Minuten vor ,mir’ aus dem Zoo losgefahren sind.“ Wieder andere bewundern, dass der Zwilling zwei Jobs hat – in der Hochschule und dann noch im Zoo. Mittlerweile ist es den meisten Arbeitskollegen der beiden aber bekannt, dass es da noch eine Zwillingsschwester gibt.

Wobei: Beim NP-Gespräch kürzlich im Verwaltungsgebäude des Zoo an der Adenauerallee winkte eine Angestellte des Tierparks Susann Tergek fröhlich durch die Glasscheibe zu – sie winkte zurück. „Sie meint sicher meine Schwester“, kommentiert sie lachend. Dass sie sich zum Verwechseln ähnlich sehen, haben Tergek und Koelzer nie ausgenutzt, auch in Schulzeiten keinen Schabernack damit getrieben: „Dafür waren wir viel zu schüchtern und zu brav.“

Tierliebe von klein auf

Werden die beiden in ihrer Freizeit eigentlich oft von ihrem Umfeld um tierischen Rat gebeten? Werden sie: „Geht es um Husten, Schnupfen, Impfungen und Wurmkuren, bin ich gefragt“, so Aylin Koelzer, die in ihrer beruflichen Laufbahn über jahrelange Erfahrungen in Kleintierpraxen verfügt. Geht es um Röntgenaufnahmen, Operationen und Computertomographie, wenden sich Freunde und Bekannte eher an Schwester Susann.

Tiere hatten die Geschwister – zur Familie gehören noch zwei Brüder – eigentlich schon immer. „Wir hatten Kaninchen, Meerschweinchen, einen Hund, Vögel, Fische“, zählt die heute in Hemmingen lebende Koelzer ihre heimischen Begleiter aus Kinder- und Jugendjahren auf. Ihre Mutter war immer sehr tierlieb, „das hat scheinbar abgefärbt.“ Und während andere in ihrem Alter noch keinen blassen Schimmer in Sachen Berufswunsch hatten, „wussten wir schon seit der Grundschule, dass wir mit Tieren arbeiten wollen.“

Es ist so gekommen, interessant ist es an beiden Arbeitsplätzen, „die Arbeit von Aylin ist aber schon ein bisschen spannender“, gesteht Susann Tergek, die mit ihrem Verlobten in Linden-Nord wohnt. Denn während sie „nur“ mit Hunden und Katzen zu tun hat, die Tiere vor Eingriffen etwa in Narkose legt (bis zu 15-mal am Tag), kommt es bei ihrer Schwester vor, dass sie – wie kürzlich erst geschehen – die im April geborenen Tigerbabys impft, Flamingos, Affen und Bisons Blut abnimmt.

Zum Abschluss verraten sie übrigens noch eine Tatsache, bei der sie es gleichtun: Haustiere haben sie keine, der Grund ist der gleiche: „Dafür fehlt uns die Zeit.“

Von Mirjana Cvjetkovic

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