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Leben in Hannover So holt Bruckhoff Sonne und Regen ins Smartphone
Menschen Leben in Hannover So holt Bruckhoff Sonne und Regen ins Smartphone
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09:31 12.09.2019
Kreativer Kopf: Franz Bruckhoff hat Apps entwickelt. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Das allererste iPhone war kaum auf dem Markt, da packte Franz Bruckhoff (36) das Verlangen, spannende Apps für das Smartphone zu programmieren. Er kündigte 2008 seinen Job als Software-Entwickler, um sich in diesem Bereich selbstständig zu machen. „Ich hatte keine echte Ahnung davon“, gesteht er heute, „aber ich hatte schnell begriffen, dass es wichtig ist.“

Der Mann, der aufgrund der Tatsache, dass sein Vater Programmierer war, mit Computern aufgewachsen ist, hatte offenbar das richtige Näschen – seine Apps haben bis heute um die fünf Millionen Menschen weltweit erreicht! „Die ersten Apps waren nicht wirklich nützlich“, erzählt Bruckhoff im Café des Hafven in der Nordstadt.

Bruckhoff will seiner Zeit voraus sein

Der 36-Jährige meint etwa „Temporalium“, einen Zeit-Taschenrechner für Spaßzwecke. Zwei Jahre hat Bruckhoff in die Entwicklung gesteckt, „etwa 200 Euro hat die App mir gebracht“, resümiert er den mäßigen Erfolg und zuckt lächelnd mit den Schultern. Und auch wenn die App vielleicht nicht super nützlich gewesen ist, so war der Tüftler immer darauf bedacht, „meiner Zeit voraus zu sein. Ich wollte immer innovativ sein.“

Eine Frage, die ihn dabei stets umtrieben hat, war: „Wir würde die Benutzerfläche des iPhones wohl in zwei Jahren aussehen?“ Es waren, wie er sagt, „die Kleinigkeiten“, die ihn bewegt haben. Was insbesondere das Design betrifft. „Ich wollte keine App, die schlecht aussieht“, war immer Bruckhoffs Credo. Also fuchste er sich in intensiv in die Thematik hinein, arbeitete außerdem immer ganz tief unter der Oberfläche, „bis auf die Prozessorebene“. Was auch damit zusammenhing, dass er für Schulungen engagiert wurde „und die Teilnehmer immer krasse Spezialfragen hatten“.

Mit der Wetter-App „Haze“ gelingt der Durchbruch

Irgendwann hatte Bruckhoff keine Lust mehr, Apps zu entwickeln, die die Masse nicht braucht. Acht Monate tüftelte er an „Haze“, einer Wetter-App, die über ein sogenanntes Flat-Design verfügte – heute quasi selbstverständlich, vor wenigen Jahren noch absolutes Neuland. Außerdem setzte er auf schönes Sound- und Interaktionsdesign und versetzte die Branche mit dieser Kombination in Verzückung.

Zur Entspannung: Bei den Apps passen Bilder und Töne zusammen. Quelle: privat

Eines der weltweit führenden Nachrichtenportale des Silicon Valleys, „TechCrunch“, berichtete über seine Entwicklung, das Technologieunternehmen Apple wurde auf den jungen Mann aufmerksam, der sagt, er habe einige Jobangebote des Konzerns ausgeschlagen. „Haze“ landete zwischenzeitlich – auch dank marketingtechnischer Unterstützung vom Apple – in den Top-Charts des Apps-Stores. „Die App war einige Zeit sogar vor ,Angry Birds’“, erzählt der 36-Jährige.

Mit „Thunderspace“ setzte er mit einer Entspannungs-App mit Gewitterklängen einen weiteren Meilenstein: Dafür hat er echte Gewitter aufgenommen, das Blitzlicht am iPhone simuliert die Blitze. Mittlerweile setzt Bruckhoff nur noch auf Wellness-Apps mit Naturtonaufnahmen, so sind etwa „Windy“ (von Apple als „Best of 2014“ ausgezeichnet, 1,2 Millionen Downloads an nur einem Tag!), „Rainy“ und „Sunny“ entstanden, alles Apps mit Klängen aus der Natur, die entspannen. Kostenpunkt: zwischen drei und zehn Euro (auf seiner Firmen-Homepage gibt es einen Überblick).

Die Töne nimmt Bruckhoff mit 3D-Mikros auf

Die Töne hat Bruckhoff übrigens mithilfe eines sogenannten Kunstkopfs aufgezeichnet. Dabei handelt es sich um ein Mikrofon, das aussieht wie ein Kopf „und der fängt dann den Sound genau so ein, wie ein Mensch ihn hört“, erläutert der Profi. Dieser 3D-Sound war damals genau die Innovation, nach der er gesucht hatte, „alles andere im App-Store war stereo“. Während Bruckhoff Töne unter anderem bei seiner Oma in Nienhagen im Garten aufgenommen hat, lieferte ihm der amerikanische Naturtonmeister und Emmy-Preisträger Gordon Hempton Klänge aus den USA.

Malerisch: Marie Beschorner entwirft die Bilder zu den Apps. Quelle: Bruckhoff

Es ist aber nicht nur Genuss für die Ohren (und die Seele), den Bruckhoff produziert: Seine Apps sind interaktiv und entführen den Nutzer in eine Art Fabelwelt, durch die sie sich bewegen können. Als Illustratorin konnte er die Künstlerin Marie Beschorner gewinnen, die die Welten und Wesen für die Apps erschaffen hat.

Von Apps hat Bruckhoff nun aber erst einmal die Nase voll: „Alleine vorm Rechner zu sitzen und zu programmieren, macht einsam. Außerdem sind Apps für Einzelkämpfer wie mich nicht mehr lohnend – ich komme gegen Start-ups mit Kapital nicht mehr an.“

Das neue Projekt: Sounddesign für Gebäude

Fortan will er sich auf Sounddesign für Gebäude fokussieren. Da werden Wetter und Tageszeit, die draußen herrschen, über Klänge im Inneren adaptiert. Ausprobiert hat er das schon in einem Bürokomplex der Luxusklasse in Prag – „und die haben einen Preis dafür gewonnen“. Klingt vielversprechend! Vor allem, weil Bruckhoff gerade nach Hawaii geflogen ist, um neue Klänge mitzubringen.

Von Mirjana Cvjetkovic

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