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Leben in Hannover Läuft rund: Plochg feiert 60. Geburtstag und 30 Jahre als Pfarrer
Menschen Leben in Hannover Läuft rund: Plochg feiert 60. Geburtstag und 30 Jahre als Pfarrer
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19:13 15.05.2019
PFARRER MIT BIKE: Heinrich Plochg von der katholischen St.-Josephs-Gemeinde fährt gerne über Land. Quelle: www.fotowilde.de
Hannover

Wenn er durch seinen Stadtteil läuft, und das tut Heinrich Plochg (60) oft, erkennen ihn die Leute, wissen, das er der Pfarrer der katholischen St. Josef-Gemeinde List/Vahrenwald ist. Der Mann, der in dieser Woche nicht nur 60 wird, sondern auch 30-jähriges Berufsjubiläum (15 davon bei uns in der Stadt) feiert, kennt auch viele Menschen. Kein Wunder: gut 9000 gehören zu seiner Gemeinde. Sie alle persönlich zu kennen, ist schwer – daher hat sich der Geistliche einen guten Trick überlegt: „Wenn mich jemand länger als drei, vier Sekunden anschaut, dann sage ich besser schnell ,Guten Tag’.“

Er lacht. Das soll während des Gesprächs mit der NP in seinem Büro an der Isernhagener Straße noch öfter passieren. Hier arbeitet der Priester nicht nur, hier wohnt er auch. Ist das nicht manchmal anstrengend? Er schmunzelt: „Die Klingel lässt sich auch mal abstellen.“

Theologie war „der dritte Bildungsweg“

Ob er das wirklich tut, darf man bezweifeln, schließlich nennt er das, was er tut, seine Berufung. „Ich schaue, wo kann ich helfen.“ Diese Erkenntnis für den Beruf kam Plochg aber verhältnismäßig spät, erst mit 30 Jahren hatte er sein Theologiestudium abgeschlossen, „es war quasi der dritte Bildungsweg“. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Einzelhandelkaufmann, arbeitete im Bekleidungsgeschäft „Ohlau und Hemme“ in Neustadt am Rübenberge. „Das war schön und kommt mir heute noch zugute“, erklärt Plochg und grinst. „Ich weiß, was eine A-Linie ist, könnte Brautpaare also auch in dieser Hinsicht beraten.“ Um die 40 kirchliche Trauungen hat er im Jahr, jede ist besonders.

Bei Hilfsaktionen geht es dem Pfarrer um Gerechtigkeit

ER MAG MENSCHEN: Heinrich Plochg ist seit 15 Jahren Pfarrer in der Gemeinde Vahrenwald-List. Quelle: Frank Wilde

Plochgs Wort hat Gewicht, wenn er mit den Menschen in den Dialog kommt, hören sie zu. Demnächst auch wieder bei der „Demonstration für mehr Partnerschaft im Verkehr“, wie der Motorrad-Gottesdienst für verstorbene Biker offiziell heißt. Am 26. Mai kommen Motorradfahrer ab 11.30 Uhr am Georgsplatz zusammen, im Anschluss folgt ein Gospelgottesdienst. „Das ist immer eine sehr bewegende Sache“, weiß der Geistliche. Denn es werden nicht nur Namen und Alter der Verunglückten verlesen, sondern auch der Unglücksort vorgetragen. Bis zu 600 Motorradfahrer kommen bei dem alljährlichen Event zusammen.

Katholischer Pfarrer, 96-Fan und leidenschaftlicher Biker

Und auch Plochg ist passionierter Biker, ist ganz stolz auf seine Maschine, die er seit 20 Jahren besitzt. Trude, eine 1500er. Viel Zeit auf ihr umherzufahren hat er nicht, „aber wenn, dann liebe ich es, über Land rumzugurken“. Diese Stunden, in denen er nicht gerade Menschen tauft, traut oder beisetzt, verbringt er gerne Draußen. Auf der Lister Meile, da trinkt er auch mal ein Bierchen. Und im 96-Stadion, er ist glühender Fan der Roten. „In der vergangenen Saison ist vieles unglücklich gelaufen“, fasst der Fan die Leistung der Mannschaft zusammen. „Ich hoffe auf einen Neuanfang – und zwar von oben bis unten.“

Plochg hält 2009 Gedenkgottesdienst für Robert Enke

SCHWERE STUNDE: Zusammen mit der damaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, hält Heinrich Plochg 2009 den Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Nationaltorwart Robert Enke in der Marktkirche in Hannover. Quelle: epd pool

Plochg ist ein Mann des Miteinanders, ob privat oder beruflich. Und deshalb möchte er seinen runden Geburtstag und das runde Jubiläum mit der Gemeinde und in seiner Kirche feiern – am Sonntag, 19. Mai. Um 10.30 Uhr beginnt ein Dankgottesdienst, anschließend lädt er zu Getränken und Bratwürstchen ein. Der Wettergott ist auf seiner Seite, es soll ja schön werden.

Plochg ist Fan von „Game of Thrones

Viel zu schön, um Zeit vor dem Fernseher zu verbringen – Heinrich Plochg hat sich kürzlich mit dem „Games of Thrones“-Virus infiziert. „Ich habe erst mit der ersten Staffel angefangen, habe also noch einiges vor mir.“ Das – und hoffentlich noch viel mehr. Alles Gute!

Von Mirjana Cvjektovic

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