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Leben in Hannover Karaoke in Hannover – Singen bis das Mikro glüht
Menschen Leben in Hannover Karaoke in Hannover – Singen bis das Mikro glüht
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12:27 02.12.2019
Der bisherige Chef und seine Nachfolger: Jackie Handojo (links) führt seit 2008 die Karaoke-Bar Downtown, zum 1. Dezember übernehmen Pascal Schuhmann (Mitte) und Patrick Stehr den Betrieb. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Die Schlager von Helene Fischer (35) funktionieren immer. Auch der Wolfgang-Petry-Hitmix. Oder natürlich die Klassiker von Frank Sinatra (1915–1998). Das weiß Jackie Handojo (67), der im Oktober 2008 das Downtown eröffnet hatte, die Karaoke-Bar an der Prinzenstraße 8. „Wenn die Lieder bekannt sind, können viele im Publikum mitsingen“, fügt Pascal Schuhmann (32) noch an, „das bringt Stimmung, und dann klappt es auch mit dem Auftritt.“

Der Gastronom hat zum 1. Dezember das Downtown von Jackie Handojo gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Patrick Stehr (44; bekannt unter anderem aus der „Minibar“) übernommen. Außerdem hat Henrik Warschau als stiller Teilhaber im Hintergrund investiert, der Barsinghäuser ist bekannt als Unternehmer (HC Parfümerie), Sänger (Winterdome) und Bodybuilder (unter anderem Weltmeister im Natural Bodybuilding 2018).

Schon immer Karaoke gesungen

Warum Handojo aufhört? Er lächelt sein feines Lächeln und sagt: „Ich höre aus Altersgründen auf. In dem Alter kann schnell was passieren, ich gebe das Downtown lieber vorher an die richtigen Nachfolger ab.“ Warum Schuhmann und Stehr die Richtigen seien? Handojo: „Sie werden meine Vision fortführen.“

Handojo stammt aus Indonesien. Vor 36 Jahren war er nach Deutschland gekommen, seither arbeitet er selbstständig, hat Restaurants in Isernhagen, Langenhagen und Adelheidsdorf betrieben. „Dass ich das Downtown gefunden habe, war Schicksal“, glaubt er. Denn in seinen früheren Restaurants habe er mit Freunden immer schon Karaoke gesungen. „Abends nach Geschäftsschluss“, erinnert er sich, „dann habe ich meine Anlage angeschlossen und wir haben bis in die Morgenstunden gesungen.“

STAMMGAST: Tina Kmietzak aus Soltau singt alle zwei Monate Karaoke im Downtown, am liebsten Rock-Musik. Quelle: Nancy Heusel

Den Trend kannte er aus seiner Heimat Asien. 1971 soll der Japaner Daisuke Inoue (79) die ersten Karaoke-Anlagen selbst gebaut und in Kobe vertrieben haben. Da er kein Patent darauf anmeldete, soll er kaum daran verdient haben, obgleich er einem weltweiten Trend den Weg gebahnt hatte. Der auch Jackie Handojo gefiel. Nur hatte er nie den passenden Raum dafür, bis er das Downtown übernahm.

Andere wollen Stars werden

„Anfangs hatten wir 50 Stammgäste“, berichtet er. „Über die Jahre sind es mehr geworden.“ Mittlerweile seien es etwa 200, manche kämen täglich. „Sie feilen an ihren Auftritten“, weiß Pascal Schuhmann. „Manche geben sich Tipps“, hat Patrick Stehr mitangehört. „Andere wollen Stars werden“, so Schuhmann.

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Einige hätten das geschafft: So soll Lena Meyer-Landrut (28) vor ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest in Oslo 2010 im Downtown gesungen haben. „Sie hat das gern gemacht“, erzählt Jackie Handojo. Auch André Katawazi (29) aus Leveste habe an der Prinzenstraße geübt, bevor er mit seinem Bruder Mitchy (24) zu „The Voice of Germany“ gegangen sei. Und auch Trong Hieu Nguyen (27) habe im Downtown auf der Bühne gestanden, bevor der Deutsch-Vietnamese im Sommerurlaub 2015 spontan am Casting von „Vietnam Idol“ (Vietnam sucht den Superstar) teilgenommen hat und die Show gewann.

Top 5 der Karaoke-Songs im Downtown

1) Frank Sinatra: New York, New York

2) Adele: Someone Like You

3) Fool’s Garden: Lemon Tree

4) Spice Girls: Wannabe

5) Helene Fischer: Atemlos

Quelle: Jackie Handojo

Stehr und Schuhmann wollen wenig ändern. „Wir möchten das Downtown nur ein wenig bekannter machen“, hofft er und begründet das mit seiner 17-jährigen Tochter. „Sie singt selbst sehr gerne, ihre Freunde auch, aber keiner von ihnen kennt die Bar.“ Außerdem wollen die neuen Chefs mehr für Jüngere anbieten: zum Beispiel Kindergeburtstage anbieten. Nicht zu den üblichen Öffnungszeiten, dienstags bis donnerstags von 20 bis 1 Uhr oder freitags und sonnabends von 20 bis 3 Uhr, sondern tagsüber als geschlossene Gesellschaft. „Dann könnten die Kinder vielleicht sogar eine Andenken-CD mit nach Hause nehmen“, überlegt Stehr. Und ist gespannt, welche Songs dafür funktionieren mögen.

Die Karaoke Bars

Winterzeit ist Karaokezeit. Darum lädt das Debakel an der Limmerstraße 92 in Linden bis April ein zum Karaokeabend. Den gibt’s jeden ersten Sonnabend im Monat. Das Debakel-Team empfiehlt, vorsichtshalber dafür zu reservieren. Weitere Infos unter 05 11/ 2 10 47 50.  

Das Dublin Inn Am Markte 13 in der Innenstadt ist nicht nur beliebt bei Fans der irischen Lebensart und des Ales, sondern auch bei Karaokefans. Montags und freitags greifen die Sänger von 21 Uhr an zum Mikrofon. Eintritt wie Auftritt sind frei, montags zahlen Studenten weniger für Getränke.

Auch in Hannovers vielleicht plüschigster Bar zeigen Sänger, was sie am Karaoke-Mikrofon können: In der Bar Romantis an der Lavesstraße 64 in der Innenstadt. Sonnabends von 20 Uhr an heißt es: „Be the Star“, dann kann sich jeder seine 15 Minuten Ruhm am Mikrofon sichern. Weitere Infos unter 05 11/ 54 57 52 39.

Für die Party daheim

Karaoke, das funktioniert auch zu Hause. Zum Beispiel über Plattformen wie Playstation (SingStar), Xbox (Just Sing) oder Wii (We Sing). Dabei können sich die Sänger sogar duellieren und den besten herausfinden.

Wer es größer mag und zum Beispiel eine Anlage für die Firmenfeier sucht, kann sich an Experten wie Uwe Zahlmann von Lunablu in Lauenau wenden. Er vermietet seine Karaoke-Anlage mit PC samt Mischpult, bis zu zwei Monitoren und mehr als 10.000 verschiedenen Songtiteln ab 500 Euro für solche Veranstaltungen. Auch beim Opernball sorgt Zahlmann für die Technik in der Karaokebar.

Das Rudel-Karaoke

Wer lieber nicht alleine singen möchte, sondern mit anderen gemeinsam, der kann das beim Massen-Karaoke. Verschiedene Gruppen kommen dazu nach Hannover und bieten solche Veranstaltungen an. Rudelsingen heißt es zum Beispiel am 26. November im Pavillon (Lister Meile 4, 19.30 Uhr), der Abend ist bereits ausverkauft.

Die nächsten Termine stehen allerdings längst fest: Die Musiker um Sänger David Rauterberg kehren am 21. Januar 2020 und auch am 4. März zurück ins Pavillon, der Eintritt kostet jeweils 13 Euro.  

Bereits am 27. November sind die Musiker von Singdelasing (Gunter Papperitz, Bela Brauckmann, Cem Arnold Süzer) in der Cumberland’schen Bühne an der Prinzenstraße 9. Start ist um 20 Uhr, die Eintrittskarten kosten 15 Euro und sind auch zu haben über den NP-Ticketshop. Das Trio hat schon mit den unterschiedlichsten Musikern gearbeitet, Peter Fox (48) zum Beispiel, Milky Chance, Adel Tawil (41) oder Michael Patrick Kelly (41). Beim Mitsingkonzert werden die Texte zu den Songs per Beamer an die Wand projiziert, damit dann auch wirklich jeder mitschmettern kann.

Von Verena Koll

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