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Leben in Hannover Hier spricht der neue, alte Godoj
Menschen Leben in Hannover Hier spricht der neue, alte Godoj
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22:27 03.10.2018
Thomas Godoj (vorne) mit Band: Auf dem siebten Studioalbum „13 Pfeile“ gibt es deutschen Gitarrenrock satt, politische und persönliche Texte – und die eine oder andere Ballade. Quelle: r
Hannover

Seinen Sieg bei „DSDS“ im Jahr 2008 hat Thomas Godoj (40) als lehrreiche Erfahrung verbucht, Sonnabend spielt er puren Gitarrenrock im Lux. Mit der NP sprach er über Kinder, Küblböck und Casting-Shows.

Herr Godoj, wo erwische ich Sie gerade? Es rumpelt gewaltig im Hintergrund ...

Ich stehe vor der Schule meiner Kinder, um sie später abzuholen. Hier kommt gerade der Himmel runter, ein irrer Regen (lacht).

Hoffen wir auf besseres Wetter, wenn Sie am Sonnabend ihr aktuelles Album „13 Pfeile“ im Lux vorstellen. Mehr als 200 000 Euro kamen dafür per Crowdfunding zusammen – Europarekord.

Ich bin total begeistert, wie das geklappt hat! Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Finanzierungsprogramm so funktioniert. Man muss die Fans ja erst mal informieren, es braucht viel Werbung und Appelle. Wir haben alles auf eine Karte gesetzt – und waren erfolgreich.

Liegt das auch an Ihrem Image? Ihre Fans lieben Sie als Musiker von der Straße, als authentischen Typen. Oder wie Dieter Bohlen es einmal sagte: „Du siehst aus wie einer, dem der Sargdeckel schon dreimal auf den Kopf gefallen ist.“

(lacht) Ja, so ist der Dieter. Ich glaube, die Fans merken vor allem, dass ich versuche, meiner Linie treu zu bleiben, musikalisch und live zu überzeugen. Nach den Konzerten laufe ich auch gern durch die Halle, rede mit den Menschen, sage mal Hallo, stehe am Merchandising-Stand.

Das ist eher ungewöhnlich.

Ich kenne viele Kollegen, die nach dem Auftritt nicht gleich in eine Limousine hüpfen. Die Leute wollen diesen Kontakt, wollen wissen, welche Pläne die Band hat und wie es weitergeht.

Ihr aktuelles Album ist extrem rockig und beinhaltet auch politische Songs über den Rechtsruck in Deutschland.

Für mich zeigt es den neuen, alten Godoj. Ich gehe immer weiter zurück zu meinen Wurzeln.

Der neue alte Godoj ist also anders, als die Menschen Sie von „Deutschland sucht den Superstar“ kennen.

Durch Casting-Shows wird ein Bild schnell verzerrt, musikalisch war vieles ein Kompromiss. Ich habe versucht, das professionell durchzuziehen. Und ich konnte vor einem riesigen Publikum meine Stimme präsentieren. Das war ein Sprungbrett.

Trotzdem haben Sie sich als Sieger der Show schnell wieder aus dem professionellen Umfeld verabschiedet.

Es war eine irre Erfahrung, diese Einblicke in Management und Plattenfirmen hatte ich vorher noch nicht. Aber mir war das zu fremdbestimmt, das Korsett war zu eng. Ich wollte mich nicht mehr verstellen. Dann lieber mit mehr finanziellem Risiko leben.

Wie haben sie die Tragödie um den tödlich verunglückten Daniel Küblböck, Teilnehmer der ersten DSDS-Staffel, verfolgt?

Ich kannte ihn nicht persönlich, das ist ein tragisches Schicksal. Traurig, dass er seinen Freundeskreis und seine Familie so hinterlässt.

War er möglicherweise zu sensibel für die Maschinerien der Casting-Branche?

Das kann ich nicht beurteilen, das muss man individuell sehen. Aber eins ist klar: Man darf in diese Shows nicht mit großen Erwartungen gehen. Das ist wie in einer Lotterie.

Sie haben zwei Kinder im Alter von acht und neun Jahren. Wie verträgt sich das mit dem Leben eines Rock-’n’-Rollers?

Ist das Rock ’n’ Roll, wenn man täglich um 5.30 Uhr aufsteht (lacht)? Bei mir ist alles normal, sogar voll normal. Ich bin Familienpapa, muss mich um die Hausaufgaben kümmern und am Start sein, wenn was ist. Und mein be­rufliches Leben besteht zu 60 Prozent aus Büroarbeit.

Mögen Ihre Kinder Ihre Musik?

Ja, das tun sie wirklich! Sie sind mei­ne ersten Hörer und härtesten Kritiker – meist im Au­to auf dem Weg zur Schule. Über einen Kommentar wie „Papa, das ist cool!“ freue ich mich natürlich. Aber ich muss auch damit leben, wenn sie sagen „Das geht jetzt aber echt gar nicht“.

Und wenn die beiden eines Tages auch zu „Deutschland sucht den Superstar“ wollen?

Dann würde ich sie in jeder Hinsicht fördern. Aber auch über Risiken und Nebenwirkungen informieren (lacht). Sie müssen auf ihr Bauchgefühl hören dürfen. Das habe ich ja schließ­lich auch gemacht.

Wann waren Sie das letzte Mal in Hannover?

Erst vergangenen November. Ich habe mit dem Polizeiorchester im Theater am Aegi gespielt. Es war grandios! Ich freue mich also auf die Stadt.

Thomas Godoj und Band spielen am Sonnabend, 6. Oktober, ab 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) im Lux am Schwarzen Bären. Karten kosten im Vorverkauf 28,80 Euro, an der Abendkasse 29 Euro.

Von Julia Braun

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