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Leben in Hannover „House of Camey“ zeigt Mode aus Hannover
Menschen Leben in Hannover „House of Camey“ zeigt Mode aus Hannover
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10:22 11.07.2019
Freuen sich auf die Eröffnung: Ercan Carikci und Vanessa Meyer (vorne) und Mara Hoffmann, Lorena Winkler, Kim Hülscher, Baryalai Khamosh. Quelle: Franson
Hannover

Wenn er über die hannoversche Fashion-Szene spricht, ist Ercan Carikci (35) kaum zu bremsen: „Es gibt hier so viele tolle, kreative Designer in der Stadt“, sagt er enthusiastisch und schließt an: „Und wir wollen sie bei uns präsentieren!“ Denn gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Vanessa Meyer (31) eröffnet Carikci am 13. Juli die Boutique „House of Camey“ in der Egestorffstraße (Linden-Mitte), dort wo bis vor kurzem noch das Modegeschäft Wiso Sowi war. Und hier sollen lokale Newcomer ihre Mode ausstellen – und verkaufen dürfen.

Dabei geht es Carikci und Meyer besonders um Vielfalt. Das wird auch deutlich, als sich einige der Designer vorstellen: Kim Hülscher (26) etwa hat im Februar ihren Bachelor an der Hochschule Hannover in Modedesign absolviert. Ihre Abschlusskollektion ist nun auch im Laden vertreten, unter dem Label „The Mystery of Darkness“. Wie der englische Name schon andeutet: Bei ihr dreht es sich vor allem um Gothic und Fetisch. Die Stücke kann man aber auch gut mit Klassikern tragen, wie zum Beispiel den schwarzer Seidenbolero: „Ich tendiere zum Düsteren, kombiniere das aber auch mit Eleganz, wie Spitzenstickereien“, erklärt Hülscher.

Düster und elegant: Model Pia Nehrhoff (links) präsentiert die Mode von Designerin Kim Hülscher. Quelle: Franson

Frische Modeideen aus Hannover

Schon etwas länger selbstständig ist Lorena Winkler (29). Sie hat mit ihrem Label „Wayóm“ bereits ein Ladengeschäft am Engelbosteler Damm eröffnet und sich auf stark limitierte Linien spezialisiert. Ein besonderer Clou ist ihr mit bunten Tüchern gelungen, die man auf verschiedenste Art tragen kann: als Stirnband mit Knoten, Turban oder Schleppe. Auch ihre Mode kann man ab kommendem Wochenende im „House of Camey“ kaufen.

Afghanischer Designer kreuzt westliche und orientalische Stile

Nicht nur Designerinnen, sondern auch Designer hat die Stadt zu bieten: Baryalai Khamosh (32) ist 2016 aus Afghanistan nach Deutschland gekommen: „Um meiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen.“ In der alten Heimat hatte er bereits Erfahrung im Bereich Mode gesammelt, in Hannover hat er dann einfach den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Im „House of Camey“ präsentiert Khamosh seinen Mix aus asiatischen Mustern mit europäischen Schnitten.

Stil-Mix: Model Vanessa Wolters zeigt ein Kleid von Baryalai Khamosh. Quelle: Franson

Günstige Preise wie bei den großen Modeketten sollte man allerdings nicht erwarten – schließlich wird hier in der Regel individuell und von Handarbeit gefertigt. Ein Baumwollhemd von „Wayóm“ kostet zum Beispiel 95 Euro, einer der beliebten Turbane zwischen 34 und 42 Euro. „Dafür machen wir alles selber, produzieren in Hannover und nehmen qualitativ hochwertige Materialien“, erklärt Lorena Winkler.

Vormieterin unterrichtet jetzt halbtags an der Schule

Die Vormieterinnen des Ladens, die „Wiso Sowi“-Designerinnen, haben sich derweil nur verlagert: Floriana Sommerauer (70) und Luise Wickert (62) verkaufen ihre Kollektionen jetzt ausschließlich über ihr Atelier direkt gegenüber. „Das Ladengeschäft war für uns ja sowieso Luxus. Wir hatten nur samstags vier Stunden auf. Jetzt melden sich die Kunden einfach telefonisch an und kommen direkt in unser Atelier“, sagt Wickert.

Der Grund: Luise Wickert hat als Quereinsteigerin im Schuldienst auf einer Teilzeitstelle zu arbeiten begonnen. „Das Nähen allein war mir auf Dauer doch etwas zu einsam", sagt sie, „ich musste wieder unter Leute". Jetzt unterrichtet die ehemalige Schauspielerin das Fach „Darstellendes Spiel“ an der IGS Roderbruch: „Es macht wirklich viel Spaß mit den Schülern zu arbeiten. Und nähen kann ich ja trotzdem weiter.“

Von Janik Marx

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