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Leben in Hannover Dieses Hannover-Trio macht sich auf die Karriere-Socken
Menschen Leben in Hannover Dieses Hannover-Trio macht sich auf die Karriere-Socken
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00:18 19.06.2019
Auf leisen Sohlen: Danny Sellmann, Denise Beißner und Daniel Brditschke wollen mit "YoRocket" Socken designen und sammeln Startkapital. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Die Socke der Zukunft spart nicht mit Ironie. „I’ve carried a Watermelon“ steht auf dem Bund der rosa Socke, auf die rote Wassermelonen-Hälften gestickt sind. „Ich habe eine Wassermelone getragen“ ist der Kultsatz aus dem Film „Dirty Dancing“. Und auch Denise Beißner (27) wiegt wie einst Schauspielerin Jennifer Grey (59) als „Baby“ eine Wassermelone im Arm – mit dieser Video-Szene wirbt sie mit ihren Kompagnons Danny Sellmann (30) und Daniel Brditschke (44) auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Die Freunde nennen sich „YoRocket“.

8000 Euro wollen sie bis 30. Juni zusammenkriegen – „dann starten wir die Produktion“, erklärt das Trio beim Besuch in der NP-Redaktion. Das Langzeit-Ziel ist ambitioniert, sie haben den schwedischen Platzhirschen auf dem Markt der Kreativsocken im Visier: „Happy Socks war gestern“, verkünden sie in einer Pressemitteilung. „Nun ja, man braucht eben Ziele“, sagt Danny Sellmann trocken.

Erst Streifen, dann Punkte

Denise, Danny, Daniel – etwa zwei Jahre teilte sich die 3D-Truppe ein Büro in der Marketingabteilung eines großen Softwareentwicklers in Hannover, Beißner und Brditschke arbeiten immer noch dort. „Die Stimmung hat sofort gepasst, wir hatten dieselben Themen“, erinnert sich Brditschke, der mit seinen 44 Jahren deutlich älter als seine Mitstreiter ist und bereits Familie hat. „Ich bin der Zahlenmensch“, sagt er über seine Rolle bei „YoRocket“.

Beißner ist die Kreative, am Computer tüftelt sie an neuen Sockenmustern. „Anfangs waren es Streifen, dann kamen Punkte dazu“, erinnert sie sich und muss lachen. Zwölf Designs hat das Team bereits, vier Muster haben sie von einem schwedischen Anbieter schon mal weben lassen. Socken mit Augenzwinkern: Das Weltall-Muster mit bunten Punkten auf schwarzem Grund wird begleitet vom Spruch „To Infinity and beyond“ – Cineasten werden sich an den Spruch von Astronaut Buzz Lightyear aus „Toy Story“ erinnern. Er wollte „bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter“ reisen. Der Spruch „These ain’t three Stripes“ bei einem Muster mit drei Streifen nimmt einer möglichen Klage von Adidas schon mal den Wind aus den Segeln. „Wer unsere Socken trägt, hat ein Schmunzeln im Gesicht“, hofft Beißner, die vor der Ausbildung zur Groß- und Außenhandelkauffrau als Friseurin gearbeitet hat.

YoRocket setzt auf Qualität

Das (bärtige) Gesicht der Kickstarter-Kampagne ist Danny Sellmann. „Sie rutschen verdammt gut“, schwärmt er im Video. Und streichelt schon mal mit der Camouflage-Socke namens „Captain Dizzle“ über seine Wange. In Sachen Socken ist er inzwischen ein Fachmann: „Unsere Muster sind gestrickt“, betont er, stülpt ein Exemplar um und zeigt die Vielzahl an vernähten Fäden. Bei vielen Konkurrenten seien die Designs einfach auf eine weiße Standardsocke gedruckt. Ziehe man den Stoff auseinander, erkenne man das sofort an der bröckelnden Farbe, die in der Waschmaschine nach einigen Durchläufen ausbleiche. „YoRocket“ setzt auf Qualität. „Wir haben aber auch Lehrgeld gezahlt“, so Sellmann. Sei das Muster zu wild, werde die Socke nämlich zu dick.

Bis 30. Juni läuft der Countdown für das Crowd-funding (wer zwölf Euro investiert, bekommt ein Paar, später liegt der Preis bei 14 Euro), die drei erfahrenen Marketing-Fachleute rühren per Social Media heftig die Werbetrommel und liebäugeln mit einer weiteren Kampagne auf der Plattform Indiegogo. Sie glauben an ihren Erfolg – nicht zuletzt, weil Politiker wie Kanadas Premier Justin Trudeau (47) die expressive Motto-Socke populär gemacht hat. „Heute guckt man auf die Socken“, glaubt Beißner. „Sie sind doch ein Statement.“

Der Name der Firma „YoRocket“ leitet sich von einer weiteren gemeinsamen Leidenschaft der drei Gründer ab: Sie lieben „Marvel“-Comics und -Filme, sind große Fans von „Guardians of the Galaxy“. Eine der Hauptrollen spielt Waschbär Rocket, ein stilisierter Waschbärenkopf mit Augenbinde ist auch das Firmenlogo. „In jedem Design achte ich darauf, es gut zu platzieren“, sagt Beißner. Den Namen haben sie bewusst gewählt. „Er klingt international, lässt Spielraum offen.“ Denn nach den Socken hätte die 3D-Truppe noch viele Ideen. Beißner gerät schon mal ins Schwärmen: „Unterwäsche, Sonnenbrillen ...“ www.yorocket.io

Von Andrea Tratner

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