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Leben in Hannover Darum geht „Quasselstrippe“ Mira Mühlenhof ins Schweigekloster
Menschen Leben in Hannover Darum geht „Quasselstrippe“ Mira Mühlenhof ins Schweigekloster
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16:41 07.12.2018
MAN MUSS AUCH SCHWEIGEN KÖNNEN: Mira Mühlenhof reist dafür regelmäßig nach Indien. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Sie ist Moderatorin, Medientrainerin, Persönlichkeitsentwicklerin, coacht Führungskräfte und ist Buchautorin. Gerade erst ist Mira Mühlenhofs (49) neuestes Sachbuch „Chefsache Intrinsische Motivation“ erschienen. Sie gibt Seminare, hält Vorträge, reist für Coachings quer durch Deutschland. Ein stressiges Leben – dabei weiß Mira Mühlenhof, wie es sich anfühlt, sich zu übernehmen. 2010 hatte sie Burnout. Heute weiß sie daher umso mehr, wie wichtig es ist, sich auch mal die Zeit zu nehmen, Kraft zu schöpfen und sich selbst zu sammeln – gerade wenn man auf einer Erfolgswelle schwimmt.

Mühlenhof ist „im Zicken-Übungscamp“

„Ich schlucke im Alltag nicht mehr alles hinunter“, sagt sie: „Ich schaue genau hin, was mich triggert und versuche dann, das abzuschaffen, beziehungsweise die entsprechende Person gezielt auf ihr Verhalten anzusprechen.“ Ihre Erkenntnis: „Wenn ich mir diese Zeit nicht nehme, dann fresse ich das in mich hinein und schade mir selbst.“ Auch das musste sie erst lernen: „Ich war ein liebes Kind, das gemocht werden wollte. Seit ein paar Jahren aber bin ich im Zicken-Übungs-Camp“, sagt sie und lacht.

Drei Wochen im Kloster – ohne ein Wort

Zur rechten Zeit reden, darauf achtet sie. Aber auch fürs Schweigen nimmt sie sich Zeit: Regelmäßig fährt sie zwei bis drei Wochen nach Indien in ein Kloster, das nächste Mal im Frühjahr. Das Besondere: In dem Kloster darf nicht gesprochen, gelesen oder geschrieben werden. Kein Wort.

ABGELEGEN: in diesem Kloster in Chennai sucht Mühlenhof die Stille. Quelle: privat

„In der Schweigephase bekommt man eine Idee, was passiert, wenn man nichts rauslassen kann. Da kann man das Gefühl haben, dass man platzt – gerade ich, die ja eher eine Quasselstrippe bin.“ Die erste Woche sei die härteste – man müsse runterkommen und lernen, sich auszuhalten. „Das Gedankenkarussell läuft ununterbrochen. Da von außen keine Einflüsse mehr kommen, sucht sich der Kopf zunächst anderes Futter“, erzählt sie.

Ihre Erkenntnis: Man kann nicht vor sich selber flüchten

Erst wenn das auch nicht mehr gehe, stelle sich mit der Leere der wirkliche Effekt ein: Man verliere das Gefühl für Zeit und Raum, der Verstand komme völlig zur Ruhe. Nichts lenke einen mehr ab. Diesen Zustand zu erreichen, sei nicht leicht: „Bei meinem ersten Aufenthalt wollte ich in der zweiten Woche die Koffer packen und fahren, weil ich das Schweigen nicht ertragen konnte. Aber dann ist mir klar geworden: Egal , wohin ich fahre, ich muss mich mitnehmen und lernen, mit mir zu leben.“

Das Schweigekloster ist ein Jungbrunnen

Dieses komplette Runterkommen von allem Stress und den Zwängen, in denen man lebe, wirke wie ein Jungbrunnen, sagt Mühlenhof. Sie ist sich sicher: „Wenn ich in Indien war, sieht man das mir nachher wirklich an.“ Dabei sei sie gar kein Gegner unserer Welt, im Gegenteil, sie profitiert ja auch selbst davon. „Es geht nicht darum, dieser Welt zu entsagen, sondern ich will die Welten vereinen und mich fokussieren.“

Von Maike Jacobs

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