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Leben in Hannover Alec Völkel hat Bock auf die neuen Songs
Menschen Leben in Hannover Alec Völkel hat Bock auf die neuen Songs
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13:50 17.03.2019
Alec Völkel von The BossHoss.
Hannover

Mit der NP sprach er über Auszeiten, Arbeit bei Nacht und das neue Album.

Herr Völkel, bald starten BossHoss die „Black is beautiful“-Tour – die bislang größte Arena-Tournee. Was für ein Abenteuer erwartet die Fans?

Wir sind richtig heiß und hungrig darauf, wieder live zu spielen. 2016 hatten wir uns ja ein bisschen zurückgezogen – das erste Mal in unserer gut zehnjährigen Band-Historie. Es wird richtig geil mit neuer Show und neuem Bühnenbild mit Livebild-Übertragung und Feuergedöns.

Warum eigentlich die Pause?

Sie hat uns einfach gut getan – und unseren Fans vielleicht auch. Wir waren wirklich viel unterwegs und wollten auf gar keinen Fall, dass so ein Helene-Fischer-Effekt einsetzt, wollten nicht omnipräsent sein. Wir haben neue Energie geschöpft und unser Album ganz in Ruhe und nicht zwischen Tür und Angel fertiggestellt. Ich bin jedenfalls mega happy und habe richtig Bock, mit den Songs rauszukommen.

„Black is Beautiful“ ist das achte Album. Wie abenteuerlich waren die 20 Monate Arbeit daran?

Es ist immer ein Abenteuer, immer aufs Neue spannend (lacht). Ein Jahr vorher fängt man an, was ins Handy zu singen und Ideen zu sammeln. Wenn es dann richtig losgeht, ist es richtig cool, wenn sich das weiße Blatt Papier so langsam füllt. Diese Songs gab es vor zwei Jahren quasi schon, jetzt sind sie da. Es ist wie Kinder kriegen: Du kennst es nicht, dann ist es da und Du hast es im Arm. Was bei dem Album anders ist: Man fragt sich, finden es die Leute cool oder nicht?

Haben Sie den roten Faden der Boss-Hoss-Musik beibehalten?

Es hat die Soundfarbe von BossHoss, die Wiedererkennbarkeit ist ganz klar gegeben.

Wenn man das erste und aktuelle Album gegeneinander stellt, ist es aber schon krass anders. Trotzdem klingt es weiter nach Boss Hoss. (Es klingelt an der Tür, ein Nachbar will von Völkel wissen, ob er was aus dem Supermarkt mitbringen soll. Der verneint dankend. Und lachend.)

Wo waren wir?

Beim typischen Boss-Hoss-Sound …

Richtig! Wir sind eine organische Band, basierend auf Country, Blues, Rock‘n‘Roll, und das über Jahre hinweg. Aber glücklicherweise haben wir auch eine musikalische Weiterentwicklung hinter uns. Schließlich wollen wir uns nicht wiederholen, das wäre öde.

Stimmt das, dass der Großteil der Songs nachts entstanden ist?

Viele, ja. Deswegen auch der Titel, ne (lacht). „Black is Beautiful“ ist ein bisschen metaphorisch gemeint, aber nicht nur auf die Nacht bezogen. Schwarz ist die dominierende Farbe des Rock‘n‘Roll. Die Nacht ist beim Rockmusiker aber durchaus die kreativste Zeit: Wenn wir auf die Bühne gehen, ist es meist schon dunkel. Es ist ein bisschen so wie bei einem Vampir, der kommt auch raus, wenn die Sonne geht. Nachts hast du Ruhe, kannst gut arbeiten.

Weil keiner stört?

Der Rest der Welt schläft, man befindet sich in einem geschützten Raum. Wie unter so einer Nachtglocke. Keine Einflüsse von außen, keine Mails, kein Whatsapp, kein gar nichts.

Irgendwann wird es aber wieder hell, so wie im Song „Ayo“, da heißt es: „Together we turn darkness into light“.

Gut aufgepasst (lacht). Licht und Schatten. Die Musik und Familie. Das brauche ich als Ausgleich. Die Familie ist mein Hafen, meine Basis, da kann ich runterfahren. Das gibt mir die Balance. Nur das wilde Rock‘n‘Roll-Leben, das wäre nichts.

Einige Songs auf der Platte sollen anregen, dass Leute mehr nachdenken und mehr handeln. Was hat Sie zu der Erkenntnis gebracht?

Dazu ist nicht spontan gekommen, das war schon immer unser Anliegen. Es ist ja immer irgendwas, das nicht so hinhaut, da gibt es genug zu tun. Ich denke aber, dass sich die Welt politisch seit zwei, drei Jahren in einem ungeheuerlichen Umbruch befindet. Vieles, wofür wir gekämpft haben – etwa Demokratie und tolerantes Gemeinwesen – wird infrage gestellt. Wir müssen uns Gedanken machen, wenn Populisten Situationen schamlos ausnutzen. Es ist eigentlich nicht die Art von BossHoss, den Finger zu erheben. Aber Themen wie Trump, der Brexit und die politische Situation in einigen Ländern Europas lässt uns nun mal nicht kalt, sondern nachdenklich werden.

Zurück zum Album: Sie sind ja nicht nur Sänger der siebenköpfigen Band, bei den Alben kümmern Sie sich auch ums Grafikdesign. War das hier auch so?

Jepp (lacht). Das ist meine zweite große Leidenschaft. Für mich gehört beides einfach zusammen: So wie wir klingen, so wollen wir auch optisch rüberkommen. Das Visuelle gehört dazu, macht mir Spaß. Und es würde mir in der Seele wehtun, es ganz wegzugeben.

Sie waren bei der ersten „The Voice Senior“-Show Coach, „The Voice“ haben Sie mehrere Jahre begleitet. Nun sind Sie bei den „Kids“ gelandet. Wo ist es denn spannender – bei den Jungen oder Alten?

Es ist beides geil! Beides ist spannender und facettenreicher als „The Voice“. Die Teilnehmer der Kinder- und Senioren-Ausgabe sind locker, nicht so verkrampft. Die Senioren haben ein ganz anderes Feuer, wollen es nochmal wissen. Und die Kids wollen einfach nur singen, kommen nicht in die Show, weil sie Popstar werden wollen. Es ist schön, zu erleben, wie es um Spaß und Leidenschaft geht.

 

The BossHoss spielen am 22. März in der Tui-Arena. Tickets kosten zwischen 48,04 und 65,29 Euro.

Von Mirjana Cvjetkovic

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