Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Berufsperspektiven Vorstellungsgespräch per Video
Mehr Studium & Beruf Berufsperspektiven

Vorstellungsgespräch per Video

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Haltung zeigen: Wer sitzt, sollte sich auf den vorderen Teil des Stuhls setzen und die Füße auf den Boden stellen. Quelle: iStockphoto.com/FreshSplash
Anzeige

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance – das gilt auch für ein Bewerbungsgespräch. Aufgrund der Corona-Pandemie fällt aber oft das Treffen weg, stattdessen gibt es ein Videogespräch. Wie gelingt es, vor der Kamera ein gutes Bild zu machen?

1. Inhaltliche und  technische Vorbereitung
Ganz gleich, ob persönliches Treffen oder Videogespräch: Die inhaltliche Vorbereitung für das Bewerbungsgespräch bleibt identisch, sagt Karriere- und Business-Coach Bernd Slaghuis. Es ist wichtig, einen Überblick über das Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen sowie Standorte, Umsatz und Anzahl der Mitarbeiter zu haben. Der Vorteil beim Videogespräch: Spickzettel sind erlaubt. Solange man nicht alles mit gesenktem Kopf abliest, stört es die Personaler nicht, was auf dem Tisch liegt. Vorab sollte ein Technik-Check erfolgen.

Anzeige

2. Licht und Ton wie ein Profi
Der wohl größte Unterschied zum analogen Bewerbungsgespräch entsteht durch weniger Kommunikationskanäle, erklärt Nicole Krieger, Leiterin der Moderatorenschule Baden-Württemberg. Man sieht nur den Oberkörper und das ganze Bild ist zweidimensional. „Deswegen muss man noch überzeugender sein mit dem, was man sieht und hört.“ Dafür sind Licht und Ton entscheidend. Am besten sei natürliches Tageslicht von vorne, das Gesicht schaut also zum Fenster. Den Ton testet man bestenfalls im Vorfeld des Gesprächs. Klingt die Stimme blechern, empfiehlt Krieger, ein externes Mikrofon auszuprobieren.

3. Ein Gespräch auf Kamerahöhe
Blickkontakt per Video ist gar nicht so einfach: Denn schaut man sein Gegenüber auf dem Bildschirm an, geht der Blick nicht mehr in die Kamera und damit zum Gesprächspartner, erklärt Andrea Ballschuh. Gerade wenn man selbst spricht, sollte man sich daher zwingen, den Blick direkt in die Kamera zu richten. Damit man es nicht vergesse, könne man sich einen Aufkleber neben die Linse oder ein Foto dahinter kleben. Auch die eigene Position ist relevant: Das Videogespräch sollten Bewerber nicht mit Tablet oder Smartphone in der Hand oder auf dem Tisch führen. Stattdessen rät Ballschuh die Computerkamera auf Augenhöhe auszurichten oder das Smartphone in einem Stativ aufzustellen. Der Bildausschnitt sollte dabei wie bei Nachrichtensprechern von den Ellenbogen bis knapp über den Kopf reichen, sagt Nicole Krieger.

4. Haltung zeigen und  Fragen stellen
Eine aufrechte Haltung kommt gut an. Wer sitzt, sollte sich laut Krieger auf den vorderen Teil des Stuhls setzen, die Füße auf den Boden stellen und sich leicht zur Kamera beugen. Ballschuh dreht ihre Videos zu Hause am liebsten im Stehen und barfuß. Das gibt ihr einen festen Stand. Wichtiger als die Körperhaltung bewertet Bernd Slaghuis die innere Haltung. „Das Fachwissen wurde schon im Lebenslauf überprüft. Im Bewerbungsgespräch will man den Menschen als potenziellen Mitarbeiter und Kollegen kennenlernen.“ Dazu gehört auch, Klarheit zu schaffen: Wer nervös ist, weil es das erste Videobewerbungsgespräch ist, könne das ruhig zu Beginn ansprechen. 

dpa/tmn