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Berufsperspektiven Das dritte Geschlecht erobert die Stellenanzeigen
Mehr Studium & Beruf Berufsperspektiven Das dritte Geschlecht erobert die Stellenanzeigen
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23:30 03.09.2019
Berücksichtigung „Diverser”: So sind Unternehmen rechtlich auf der sicheren Seite. Quelle: iStockphoto.com/gopixa

Bisher hängten die Personalabteilungen den Jobbezeichnungen das Kürzel „m/w“ für „männlich/weiblich“ an. So sollte der Vorwurf der Geschlechterdiskriminierung umgangen werden. Das „d“ für „divers“ geht nun einen Schritt weiter: Es ist an all jene Personen adressiert, die sich in keinem der Geschlechter wiederfinden.
Auslöser für die neuen Formulierungen war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2017. Demnach musste es im Geburtenregister neben den bekannten „männlich“ und „weiblich“ auch möglich sein, ein drittes Geschlecht eintragen zu lassen. Das sei nötig, um die geschlechtliche Identität derer zu schützen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen.
Neben dem neuen „d“ taucht auch immer häufiger ein „I“ für „intersexuell“ und ein „X“ auf, das alle weiteren geschlechtlichen Formen jenseits von weiblich und männlich umfasst. Denn der Europäische Gerichtshof hatte schon vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass auch Trans- und Intersexualität unter den Begriff der Geschlechtsidentität fallen und diese Personen nicht diskriminiert werden dürfen.
Um Klagen vorzubeugen, reagieren die Firmen mit dem oder den zusätzlichen Buchstaben in der Stellenanzeige. Denn wenn jemand nachweist, aufgrund des Geschlechts nicht eingestellt worden zu sein, kann er Schadensersatz einklagen.
Es gibt allerdings auch Ausnahmen: So dürfen Unterschiede aufgrund von besonderen beruflichen Anforderungen gemacht werden. Beispiel: eine Stellenausschreibung für Models. Sucht das Unternehmen explizit männliche Models für eine bestimmte Kampagne, können weibliche Bewerber keine Klage wegen Benachteiligung einreichen.
Übrigens: Das generische Maskulinum gilt nicht als diskriminierend – die Form „Mitarbeiter (m/w/d)“ ist also korrekt. Dagegen umfasst das Binnen-I, also MitarbeiterInnen, nur Männer und Frauen. Intergeschlechtliche Menschen bleiben hierbei außen vor. 

KAS

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