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10:27 24.11.2010
Job als Weihnachtsmann
Im Winter können Studenten sich als Weihnachtsmann- oder Engel-Darsteller ein paar Hundert Euro dazuverdienen. Quelle: dpa/tmn
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Eine Gage von 30 bis 50 Euro pro Auftritt und strahlende Kinderaugen – für diesen Lohn nehmen es manche Studenten gerne in Kauf, an Heiligabend zu arbeiten. Sie jobben als Weihnachtsmann-Darsteller und lassen sich von Familien engagieren, um deren Nachwuchs die Geschenke zu überreichen. Dafür müssen sie eine vertrauenswürdige Ausstrahlung haben und gut mit Kindern umgehen können. Und sie dürfen die Arbeit nicht unterschätzen: Denn häufig kommen sie ganz schön ins Schwitzen.

„Viele Arbeitsagenturen bieten zur Weihnachtszeit eine Weihnachtsmannvermittlung an“, erklärt Anja Huth von der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Die Vermittlung beginne im November. „Manche Familien fragen aber auch noch an Heiligabend an.“

In einigen Uni-Städten ist auch das Studentenwerk eine Anlaufstelle für Weihnachtsmann-Darsteller, ergänzt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk (DSW). In Berlin zum Beispiel vermittelt die studentische Arbeitsvermittlung „Heinzelmännchen“ jedes Jahr rund 300 bis 400 Weihnachtsmänner und Engel. Sie bescheren an Heiligabend etwa 3000 bis 5000 Familien. Dafür schaltet das Studentenwerk ab November eine Hotline, bei der Familien einen Termin buchen können. Ab Oktober ist ein Büro auf dem Campus geöffnet.

Der Vermittler der Arbeitsagentur nimmt laut Anja Huth die Anfragen von Familien, Firmen oder Krankenhäusern entgegen. Außerdem betreut er Bewerber, die den Job machen möchten. „Der Bewerberpool ist sehr durchmischt“, erzählt Huth. Neben Rentnern seien viele Studenten darin vertreten.

Beim Berliner Studentenwerk sei die Nachfrage größer als die Zahl der Jobs, erzählt Stephan Antczack von den „Heinzelmännchen“, der selbst als Weihnachtsmann auftritt. „Uns fehlt männliches Personal.“ Zwar wollten mittlerweile auch viele Studentinnen den Job machen. Gebucht würden jedoch vor allem männliche Darsteller.

Bewerber brauchen einen guten Draht zu Kindern, wie Anja Huth erläutert. Außerdem müssten sie vertrauenswürdig sein. „Dann werden sie mit Bart, Mantel und Mütze ausgestattet. Da haben wir mittlerweile einen kleinen Theaterfundus.“ Darsteller sollten außerdem einige Weihnachtslieder singen können, ergänzt Stephan Antczack. Und sie müssten sich gut in die Situation in den jeweiligen Familien einfühlen können. Damit das gelingt, machen die „Heinzelmännchen“ ein Casting und schulen Darsteller.

Aus den finanziellen Dingen hält sich die Arbeitsagentur heraus. „Was zwischen Auftraggeber und Bewerber vereinbart wird, ist deren Sache“, erläutert Huth. Die Höhe der Gage oder wie der Auftritt bei der Bescherung im Detail ablaufen soll, wird individuell geregelt.

Der Verdienst liegt laut Huth zwischen 30 bis 50 Euro pro Auftritt. Beim Berliner Studentenwerk verdienen Weihnachtsmänner für einen Auftrag nach Abzug der Vermittlungsgebühr rund 26 Euro. Wird der Zeitaufwand für Vorgespräche mit den Familien eingerechnet, kämen Studenten auf einen Stundenlohn von etwa 18 Euro, sagt Antczack. 300 bis 400 Euro könne man Heiligabend durchaus nach Hause bringen. „Das ist für Studenten doch ein ordentlicher Verdienst.“

Er selbst habe Ende der neunziger Jahre als studentischer Weihnachtsmann sehr gut verdient, erzählt DSW-Sprecher Stefan Grob. Bis zu 600 Mark am Tag seien für ihn drin gewesen. „So viel Geld verdient man in keinem anderen Job.“ Es sei aber auch harte Arbeit, vor den Kindern aufzutreten. „Ich war noch nie in meinem Leben so platt wie nach dem einen Tag als Weihnachtsmann“, erzählt Grob. Bis zu 20 Familien habe er an Heiligabend besucht.dpa/tmn

Die Arbeitsagentur in Hannover bringt auch in diesem Jahr Weihnachtsmann-Darsteller und Familien zusammen. Interessierte können sich bei der „himmlischen Hotline“ unter der Telefonnummer (05 11) 9 19-15 07 melden. Das Honorar für den Auftritt ist Verhandlungssache, liegt laut Arbeitsagentur aber in der Regel bei mindestens 35 Euro.

Im Winter können Studenten sich als Weihnachtsmann- oder Engel-Darsteller ein paar Hundert Euro dazuverdienen.

Wolf/dpa/tmn