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2019: Alle Artikel Das Leben mit den Wölfen
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14:01 26.03.2019
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Neustadt. Wieder gibt es gerissene Tiere im Nordkreis von Neustadt, in der Nähe von Laderholz zu beklagen. Das Umweltbundesministerium teilt mit, dass elf Schafe aus einer Wanderherde getötet und eine unbekannte Anzahl Tiere verletzt wurden. Erste Anzeichen, dass Wölfe in unserer Nähe leben, sind oftmals tote Schafe. Die geradlinige Fährte, die nahezu geruchlose Losung, die oft Fellreste enthält, sind weitere Hinweise darauf, dass Wölfe in der Nähe sein könnten. Wölfe fressen gern die Tiere, die leicht erlegt werden können, z. B. ungeschützte Tiere wie Kälber oder Schafe. Das machen sie nicht, weil sie uns ärgern wollen, sondern weil sie Hunger haben und wir sie ihnen als Futter angeboten haben. Es ist verständlich, dass die intelligenten Tiere schnell lernen, wie sie leicht zu ihrer Beute gelangen können. Halter von Nutztieren müssen aus der Sicht der Wölfe schauen, wie sie ihre Tiere schützen können. Derzeit wird die Kombination von einem wolfssicheren Elektrozaun und Herdenschutzhunden empfohlen. Die Hunde verteidigen die Rinder und Schafe wie ihr eigenes Rudel. Esel und Lamas können auch als Herdenschutztiere eingesetzt werden. Dieser Schutz ist recht teuer, aber die Bundesländer stellen Förderungen dafür bereit. Ein Nutztierhalter wird für den Verlust eines Tieres durch den Wolf auch entschädigt, wenn er nachweisen kann, dass er die nötigen Schutzmaßnahmen für seine Tiere ergriffen hat.  Normalerweise fressen Wölfe ein getötetes Tier soweit wie möglich auf. Im Fall von mehreren Tötungen gelingt dieses dem Wolf aber nicht, da die übrigen herumlaufenden Herdentiere im Gehege oder auf der Weide ihn vom Fressen abhalten und seinen Jagdreflex immer wieder neu auslösen. Die getöteten Tiere bleiben dann liegen. Bei Wildtieren finden Mehrfachtötungen sehr selten statt. Im Bundesland Sachsen machen wildlebende Huftiere wie Reh-, Rot- und Schwarzwild 94,9 Prozent der Nahrung der Wölfe aus. Wenn die Wölfe noch nie gute Erfahrung mit Schafs- oder Kalbsfleisch gemacht haben, haben sie auch kein Interesse an dieser Beute. Ein Schäfer aus Sachsen erzählt sogar, dass er „sein“ Wolfsrudel zum Schutz seiner Herde nutzt. Einer der Wölfe hatte einmal den Elektrozaun zu spüren bekommen und so erfahren, dass die Schafe „beißen“. Dieses hat er seiner Wolfsfamilie wohl klar gemacht, denn er verlor kein einziges Schaf. Da die Wölfe ihr Revier markieren, ist es für andere Rudel tabu, dort einzudringen, es sei denn, sie sind auf Partnersuche. Aber dabei müssen sie ganz geschickt vorgehen, sonst kommt es zu Revierkämpfen.  Sollte man bei einem Spaziergang oder beim Joggen mal einem Wolf begegnen, sollte man keine Angst zeigen, sondern selbstbewusst auftreten, sich „groß“ machen und breitbeinig hinstellen. Es hilft ebenfalls lautes Klatschen und man sollte z. B. „Hau ab“ rufen. Wölfe reagieren sensibel auf Geräusche. Wenn man einen Regenschirm dabeihat, kann man diesen aufspannen. Das ist dann ein echter Schock für den Wolf. Weglaufen ist bei Tieren mit Jagdinstinkt keine gute Idee. Hat man einen Hund dabei, nimmt man diesen am besten hinter sich.

 

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