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Gesundheit Wie Sie bei Bluthochdruck frühzeitig gegensteuern
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18:30 13.09.2019
Bei der Blutdruckmessung sollte die Blutdruckmanschette am Oberarm auf Herzhöhe liegen. Vorher keinen Kaffee oder Schwarztee trinken.
Frankfurt am Main

Heribert Schunkert ist Teil des Vorstandes der Deutschen Herzstiftung und Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums in München und erklärt, warum Bluthochdruck so gefährlich ist. „Man sieht ihn nicht und spürt ihn nicht. Dies ist das Tückische am hohen Blutdruck. Deswegen wird der Bluthochdruck auch ‚stiller Killer‘ genannt“, betont Schunkert. „So ist es besonders wichtig, die eigenen Blutdruckwerte zu kennen, denn nur so lässt sich ein bis dahin unerkannter Bluthochdruck aufdecken“, ergänzt der Kardiologe. Der Blutdruck sollte frühzeitig und regelmäßig gemessen werden – ab Schuleintritt beim Kinderarzt und später im Rahmen der Routineuntersuchung beim Hausarzt. „Die Werte sollten in einem Blutdruckpass protokolliert werden, damit der Verlauf dokumentiert ist und beim nächsten Arztbesuch besprochen werden kann“, rät Schunkert.

Wichtig bei der Messung: Blutdruck im Sitzen kontrollieren

Um festzustellen, ob ein erhöhter Blutdruck vorliegt, ist eine sorgfältige Messung erforderlich. Folgende Punkte sind zu beachten:

  • Die Messung frühestens nach fünf Minuten im entspannten Sitzen ohne körperliche und seelische Belastungen vornehmen, dabei den Unterarm auf einer Unterlage lagern, sodass die Blutdruckmanschette am Oberarm auf Herzhöhe liegt. Vorher keinen Kaffee oder Schwarztee trinken.
  • Bei der ersten Messung an beiden Armen messen – maßgeblich für die Diagnose ist der Arm mit den höheren Messwerten. Im Folgenden sollte immer an diesem Arm gemessen werden.
  • Der Blutdruck sollte zwei- oder dreimal hintereinander, jeweils mit einer halben Minute Pause, gemessen werden. Erfahrungsgemäß kommt es mit der Zeit zu einem gewissen Blutdruckabfall. Maßgeblich für die Diagnose ist der Durchschnittswert der letzten beiden Messungen.

Auch lesen: Übergewicht führt schon bei Kindern zu Bluthochdruck

Blutdruck messen: Auch am Handgelenk möglich

Bei erhöhten Blutdruckwerten ist es ratsam, den Blutdruck mehrmals am Tag und an mehreren Tagen in der Woche zu messen und die Werte zu protokollieren. Dieses Blutdruckprotokoll sollte mit zum Arzt genommen werden, um die Problematik zu besprechen. Auch wenn nur der obere oder der untere Wert – systolisch oder diastolisch – erhöht ist, spricht man von Bluthochdruck.

Grundsätzlich kann der Blutdruck auch am Handgelenk gemessen werden. Hierzu sollten Geräte verwendet werden, deren Messgenauigkeit geprüft und durch ein Siegel zum Beispiel der Hochdruckliga dokumentiert ist.

Konsequente Therapie nach Diagnose Bluthochdruck erforderlich

Wenn die Blutdruckwerte zu hoch sind, müssen sie konsequent behandelt werden. Die Therapie richtet sich nach der Gesamtsituation des Patienten, die sich aus Blutdruck, Risikofaktoren und den bereits vorhandenen Organschäden ergibt. Die Therapie beruht auf einer Doppelstrategie bestehend aus Lebensstiländerungen wie gesunder Ernährung, Gewichtsabnahme, regelmäßiger Bewegung, wenig Salz und Alkohol und einer medikamentösen Behandlung mit Blutdrucksenkern.

Haben Angstzustände Einfluss auf die Messung der Blutdruckwerte?

Auch psychische Faktoren können die Blutdruckwerte beeinflussen – beispielsweise bei der Messung in der Arztpraxis, wenn medizinisches Fachpersonal im weißen Kittel den Blutdruck misst, kann es bereits zu erhöhten Blutdruckwerten und verfälschten Ergebnissen kommen. Mediziner sprechen in solchen Fällen vom Weißkittelhochdruck.

Dann ist eine 24-Stunden-Blutdruckmessung hilfreich, bei welcher durch ein tragbares Gerät der Blutdruck alle 15 bis 30 Minuten gemessen wird. Auch weitere psychische Faktoren wie Angststörungen können für erhöhte Werte verantwortlich sein. In diesen Fällen sollten Experten, etwa aus der Psychokardiologie oder klinisch therapeutische Psychologen, bei der Behandlung hinzugezogen werden, wie aus einer Sprechstunden-Anfrage in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „HERZ heute“ hervorgeht.

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Von Heidi Becker/RND

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