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Gesundheit Bleichmittel: Behörden warnen vor gefährlicher “Wundermedizin”
Mehr Gesundheit Bleichmittel: Behörden warnen vor gefährlicher “Wundermedizin”
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17:06 02.09.2019
Chlorodioxid wird auch als Bleichmittel für Textilien eingesetzt.

Schon 2010 wurde international vor dem so genannten "Wundermittel" abgeraten, jetzt warnt die US-amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde FDA Verbraucher erneut vor den schwerwiegenden Folgen der "Miracle Mineral Solutions" (MMS). Das Pseudo-Medikament könne Konsumenten schwerwiegende Schäden zufügen, bisher sei ein Todesfall bekannt.

Ein "Wundermittel" unter anderem gegen Aids, Hepatitis und viele weitere ernste Erkrankungen verspricht der "Erfinder" Jim Humble auf seiner Homepage. Demnach wird das chlordioxid-haltige Mittel durch das Mischen von Natriumchlorid (NAClO₂) und einer Säure hergestellt. Dabei entsteht Chlorodioxid. Das ist ein Mittel, das eigentlich zur Desinfektion oder als Textilbleichmittel verwendet wird. Auch in Deutschland werden inzwischen Krankheitsfälle gemeldet, die auf das Mittel zurückzuführen sind.

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Anwendung für Tiere und Menschen schädlich

Nicht nur Menschen wendeten das Mittel als vermeintliches Medikament an. Die Bundesagentur für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) berichtet von Fällen, in denen MMS auch Tieren verabreicht worden sei. Eine Wirkung konnte weder bei der Anwendung an Menschen, noch an Tieren nachgewiesen werden, teilt die BVL mit.

Miracle Mineral Supplements können die Gesundheit schwer beeinträchtigen, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungname schreibt. Es wirke auf die Haut und die Schleimhäute reizend oder sogar ätzend. Somit führe es Störungen wie Übelkeit und Erbrechen hervor, kann aber auch zu Blutdruckstörungen führen. Die Verbraucherzentrale berichtet zudem von Betroffenen, die nach der Anwendung unter schweren Darmschädigungen und Nierenversagen litten.

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Vorsicht vor unseriöser Arznei-Werbung

MMS werden seit längerer Zeit in fragwürdigen Ratgebern sowie in den sozialen Medien als Mittel gegen viele Krankheiten beworben. 2014 riet die BVL Verbraucher zur Vorsicht, da das Mittel über Spam-Emails und unsichere Internet-Quellen als Hilfe gegen jede Art von Krebs und Malaria angepriesen wurde.

Im Februar 2015 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zwei MMS-Produkte als zulassungspflichtig und bedenklich eingestuft. Es handelt sich hierbei um "Präsentationsarzneimittel", da der Hersteller explizite Versprechen zur Heilung mache und arzneiliche Zweckbestimmungen angebe. Zudem wird auf ein Buch hingewiesen, in dem die Anwendung von MMS und deren Wirksamkeit bei Krebs und Malaria beschrieben werden.

Gesundheitsbehörden empfehlen Konsumenten, die "Behandlung" mit den Miracle Mineral Summplements sofort abzubrechen und diese im Sondermüll zu entsorgen. Zudem sollte ein Arzt mögliche Gesundheitsstörungen durch eingenommene MMS ausschließen.

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RND/tmo

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