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Restauranttests Indisches Feuer bei Mangal’s Kitchen 2
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Indisches Feuer bei Mangal’s Kitchen 2
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13:10 05.08.2019
Würze für Linden: Fong-Hing Kamberi serviert ausgezeichnete indische Gericht. Quelle: Frank Wilde

 

Ambiente
 Die „2“ trug auch das Vorgänger-Lokal an der Lindener Falkenstraße im Namen – sie brachte kein Glück. Carlo Dana Ly schloss seinen „Kilimanjaro“-Ableger nach nur einem Jahr wieder. Die Familie von Prakash Singh versucht es nun mit dem bewährten Rezept aus dem Lister „Mangal’s Kitchen“ und hat sich vor der Eröffnung viel Zeit genommen für die Renovierung. Weiß gestrichenen Wände, Farbakzente in Rot und Pink, goldene Backstein-Elemente, unter der Decke hängen lange, grobe Holzbretter, von denen filigrane Lampen baumeln. Das Design ist dezent, fast nordisch kühl, hier wird auf folkloristischen Schnickschnack verzichtet – umso besser wirken zwei massive Statuen von indischen Gottheiten oder das schnörkelige Goldmuster an der Rückwand des Restaurants.

Service
Eine Speisekarte für zwei Restaurants – das erleichtert den Start für ein eingespieltes Küchenteam. Am Service hakt es in der Lindener Filiale an diesem Abend allerdings etwas. Sind die Prozesse nach vier Wochen noch nicht richtig eingespielt? Wir warten nach dem Studium der Karte wirklich lange auf einen Kellner. Dann geht es ratzfatz: Die Bestellung geht per iPad raus, noch während wir mit dem jungen Inder plaudern, werden die Getränke gebracht. Segen der Technik! Am Ende des Abends hingegen wäre Kopfrechnen gefragt – beim Wechselgeld müssen wir einen Zehn-Euro-Schein nachfordern. Trotzdem: Das Lokal kommt bei Lindenern an, ist aber auch für neue Zielgruppen reizvoll. Am Nebentisch sitzen Ge­schäftsleute und dabattieren auf Englisch über ein Projekt.

Essen und Trinken: Prakash Sing wuchs in Delhi auf, lernte Hotelmanagement und arbeitete in Fünf-Sterne-Restaurants. „Mangal’s Kitchen“ trägt den Tiger im Logo (steht für Mut und Stärke) und den Vornamen seines Vaters im Titel („Mangal“ heißt übersetzt Dienstag). Die Kreationen auf der Speisekarte sind raffiniert. Uns reizt der „Street-Style-Snack“ na­mens „Pani Puri“ (6,50 Euro) – die vier hohlen Teigbällchen, in denen sich eine würzige Mischung aus Ge­müseschnitzen verbirgt, werden mit einer sämigen Sauce serviert, die man in die Kugel löffelt (und möglichst schnell essen sollte, damit das kleine Kunstwerk nicht durchweicht). Ein klasse Auftakt, über den wir gern mehr erfahren hätten – aber an Verständigungsproblemen mit unserem indischen Kellner scheitern. Sein Ak­zent ist wirklich herzerfrischend, Infos über unsere Gerichte hätten uns aber auch gefreut.

Ohne Frage lecker ist die üppige Portion „Jaipuri Bhindi“ (6,50 Euro), die Okraschoten sind in Kichererbsenmehl gebacken und wie auf der Symbolskala versprochen „medium scharf“. Knuspriges Papadam- (ein Euro) und fluffiges Naan-Brot (2,50 Euro) sind gute Begleiter für die drei Dips (Minze-Joghurt, Chili, süßliche Tamarinde), die als Gruß aus der Küche auf den Tisch kommen. Bei den Hauptgerichten können sich Vegetarier freuen: „Mangal’s Kitchen“ versteht sich auf die Zubereitung des indischen Paneer-Käses. In „Paneer Khurchan“ (12,50 Euro) kommt der bissfeste Käse in einem Curry aus Tomatenstückchen und Zwiebeln auf den Tisch. Kreuzkümmelsamen und frischer Koriander machen das Ge­richt delikat, auch eine Chilinote machen wir aus. Das „Chicken Kerala“ (14 Euro) mit gerösteten Kokosnuss-Flocken, Koriander, Curry-Blättern und einem Feuerwerk an Gewürzen ist ein Traum, im Curry schwimmen zart gegarte Hühnchenstücke und Ingwerschnitze, die den Gaumen kitzeln.

Fazit
Tolle indische Küche, die im Stadtteil eine Nische ausgezeichnet füllt. Der Service ist aber noch ausbaufähig.

Mangal’s Kitchen 2

Falkenstraße 24

30449 Hannover

Telefon: 0511/53 07 19 68

Öffnungszeiten: Täglich von 12 bis 15 Uhr und 17.30 bis 22.30 Uhr.

www.restaurant-mangals-kitchen.de

Von Andrea Tratner