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Restauranttests "Heimspiel": So schmeckt es im Vereinsheim der SV Ahlem
Mehr Essen & Trinken Restauranttests "Heimspiel": So schmeckt es im Vereinsheim der SV Ahlem
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00:23 29.06.2019
SIE HAT HIER IMMER HEIMSPIEL: Kornelia Petri ist seit 2013 die Chefin in der Clubgaststätte des SV Ahlem. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Ambiente: Ein Pluspunkt der Clubgaststätte der SV Ahlem ist die großzügige Terrasse, die das Lokal an zwei Seiten umklammert. Von unserem Platz haben wir freien Blick auf sattes Grün und die Tribüne, gekickt wird an diesem lauen Juni-Abend nicht. Wir sitzen an einem grob gezimmerten Holztisch, kleine Kräuter- und Erdbeertöpfchen verströmen Sommerduft. Etwas bunt zusammengewürfelt wirkt das Ensemble aus Holz- und Metalltischen, großen Holzfässern und mindestens drei verschiedenen Stuhlarten allerdings schon. Drinnen ist der Stil etwas linearer: An Regalen entlang einer rohen Backsteinmauer stehen Weinflaschen, die Lust auf die große Weinauswahl machen. In Vasen stehen frische Lilien auf den Tischen.

Frische Töpfe mit Blumen und Kräutern sorgen für einen Sommerduft. Quelle: Heusel

Man kennt sich in Ahlem

Service: Man kennt sich in Ahlem. An diesem Abend stürmen zwar keine hungrigen Sportler das Lokal, größere Gruppen kommen aber vermutlich aus der Nachbarschaft – und arrangieren sich ihre Tische auf der Terrasse im Alleingang. Die Kellnerin, die gelassen, fast stoisch, ihrer Arbeit nachgeht, kennt die meisten Gäste.

Kornelia Petri, die das Lokal seit 2013 leitet, bringt Teller persönlich an den Tisch. Das „Heimspiel“ bietet eine gute Auswahl an Weinen aus Deutschland, Europa und Argentinien. Die Kellnerin, die leider keine Empfehlung geben kann, bringt auf Nachfrage die Weinkarte, verliert uns dann aber aus dem Fokus. So müssen wir recht lange warten, bis wir unsere Bestellung endlich aufgeben können.

Küche nach saisonalen Schwerpunkten

Essen & Trinken: Petri kocht mit saisonalen Schwerpunkten (aktuell sind das Pfifferlinge und Matjes). Das merken wir an der umfangreichen Spargelkarte, die wir schweren Herzens zur Seite legen – der Test erscheint erst nach dem Johanni-Tag am 24. Juni, der die Saison beendet. Wir starten mit Bruschetta (4,90 Euro). Ein stattlicher Berg an Tomatenstückchen und scharfen roten Zwiebeln stapelt sich auf einer halben Scheibe geröstetem Weißbrot, das harmoniert prima mit dem grob gehobelten Parmesan. Frisch und lecker, zurückhaltend gewürzt.

Quelle: Heusel

Ein klares Aroma haben die vegetarischen Knoblauchnudeln (8,90 Euro). Die Knoblauchnote der bissfest gegarten Bandnudeln ist aber nicht penetrant. Mit Tomatenwürfeln, Lauchzwiebeln und Möhrenstückchen ist das eine prima Mischung, die man mit Hähnchenstreifen (12,90 Euro) oder Garnelen (14,90 Euro) upgraden kann. Überzeugend ist auch das Wiener Schnitzel vom Kalb (16,90) mit krossen Pommes und Salatbeilage. Pfanne statt Fritteuse – die knusprige Panade zeigt zwar einige Lücken, aber das Fleisch ist zart und gut gewürzt. Kleines Schmankerl: Auf der Zitronenscheibe ringelt sich die Sardelle, die zu k.u.k-Zeiten auf dem Schnitzel obligatorisch war.

Als Begleiter wählen wir einen „Entre deux Mers“ (fünf Euro) aus dem Bordeaux, dessen satter Gelbton zum vollmundigen Aroma passt. Der deutsche Chardonnay (5,60 Euro) schmeckt kühl und glatt.

Die Flaschen im Gastraum signalisieren, dass im „Heimspiel“ die Getränkeauswahl groß ist. Quelle: Heusel

Hoher Anspruch bei der Küche

Fazit: Im „Heimspiel“ gibt es Currywurst-Pommes für 6,90 Euro, das Lokal ist aber keine klassische Vereinsgaststätte. Küche, Weinauswahl und Preisgestaltung (Hauptgerichte kosten bis 22 Euro) signalisieren hohen Anspruch, dem der Service bei unserem Besuch allerdings nicht gerecht wird.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Veganes Gericht
  • Kein Raucherzimmer
  • Nur eingeschränkt barrierefrei
  • Barzahlung, EC, Master/Visa

HeimpspielPetit-Couronne-Str. 2330354 Hannover0511/403349

Das Restaurant im Internet

Öffnungszeiten: Di.-Fr. ab 16.30 Uhr, Sa. 12-22 Uhr, So. 12-20 Uhr

Von Andrea Tratner