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Restauranttests Black Pearl
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08:00 07.10.2009
Von Claudia Kersting-Kensy
Toll für Kinder: Die Piraten Laura und Adam finden die „Black Pearl“ super.
Toll für Kinder: Die Piraten Laura und Adam finden die „Black Pearl“ super.
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Ambiente
Kerzenschein und große Fässer, Sackleinen über den Stühlen und schwere Holztische. Die „Black Pearl“ in Kirchrode bietet alles, was man sich von einem Piratenschiff verspricht. Auch die Servicekräfte haben sich entsprechend kostümiert und sorgen mit derbem Witz für Heiterkeit.

Publikum
An diesem Freitagabend findet ein Gelage am langen Holztisch statt. Andere einzelne Gäste der benachbarten Blindenschule haben sich um die Theke versammelt. Denn das Erlebnis-Restaurant wurde speziell für gehandicapte Gäste konzipiert, das Personal entsprechend geschult. Wir nehmen an einem langen Holztisch Platz. Vor lauter Staunen überlassen uns die Kinder die Speisenauswahl. Das ist neu.

Essen&Trinken
Die Speisekarte ist schnell gelesen. Neben diversen Gruppenangeboten („Gelage“) gibt es für einzelne Piraten den Bootsmann-Teller (zehn Euro für den kleinen Hunger) mit herzhaft Deftigem vom Schiffsschwein, leckeren Teilchen vom Federvieh, würzigem Kraut aus dem Holzfass, gekochten und gerollten Bodenknöllchen, Seemannsteigstrippen und Tunke. Beim Steuermann-Teller (15 Euro für den großen Hunger) kommen noch Piratinos dazu – was immer das ist. Wir nehmen dreimal Bootsmann und zweimal Steuermann. Dann stellen uns die Getränke vor ein großes Problem. Ein echter Fluch der Karibik: Nehmen wir Brackwasser (Bier), Meeressprudel (Wasser), Südseegesöff (Brause) oder Sirenen-Pi (Apfelschorle)? Alle Getränke (halber Liter drei Euro) werden in Steinkrügen serviert. Wir nehmen von jedem etwas und warten ab, was da wohl kommt. Erst einmal werden Holzbretter, Messer und Löffel serviert. In einer Muschel ist Schinkenwurst, dazu gibts frisches Brot.

Service aus Kindersicht
Die Kinder haben sich inzwischen an die bizarre Piratenumgebung gewöhnt und ihre Sprache wiedergefunden. Den Trinkspruch vom Gelage nebenan („Nehmt, was ihr kriegt, und gebt nichts zurück“) können sie auch schon ganz gut intonieren. Außerdem freut sich der Große, dass Piraten wohl kaum Wert auf Tischmanieren gelegt haben. Die Bedienung setzt ihm einen Dreispitz mit Totenkopf auf, die anderen bekommen Baseballcaps mit Totenköpfen. Für jeden gibt es eine altertümliche Pistole („Hier werden keine Kinder erschossen!“). Schnell haben sie herausgefunden, dass die Pistolen auch knallen können. Dann kommt ein großer Teller mit Bratkartoffeln auf den Tisch. Spiegeleier und Sauerkraut folgen. Für die große Molle mit Fleisch, Kartoffeln, Hühnerbeinen, Spaghetti und Spätzle müssen wir Platz schaffen. In einer Muschel ist scharfe Soße. Wir langen alle ordentlich zu. Leider sind Spiegeleier und das Fleisch recht scharf gewürzt und nicht kindertauglich. Aber wenn man dafür Spaghetti mit den Händen essen darf, ist jeder Rachenbrand schnell vergessen. Und zum Händewaschen haben wir einen Wassereimer und ein Handtuch bekommen. Ahoi!

Kinderfazit
„Das war ein Erlebnis“, darin sind sich alle drei Kinder einig. Von der Bedienung, die ihnen sogar eine Armbrust vorgeführt hat, sind alle begeistert. „Das Essen haben wir gar nicht geschafft“, wundert sich der Große. Eine neue Erfahrung für ihn. Gewundert hat sich auch sein jüngerer Bruder: „Wenn man auf die Toilette geht, kommt man vom Piratenschiff direkt ins Krankenhaus“, beschreibt er den Stilbruch. Die Jüngste hätte gern die Pistole mit nach Hause genommen – aber sonst ist sie auch begeistert.

Elternfazit
Die „Black Pearl“ zu entern, ist ein tolles Erlebnis für die ganze Familie. Mit 81 Euro für fünf Personen kein günstiges Manöver. Allerdings können sich zwei Kinder auch gut einen Steuermann-Teller teilen. Jeden Donnerstag ist Familientag mit Animation und weniger scharfen Speisen, aber auch an den anderen Tagen macht das Piratenleben richtig viel Spaß.

Besonderheiten

  • Spielangebote
  • Spielplatz
  • Behinderten- und kinderwagengerecht
  • Wickelmöglichkeit
  • Zahlung in bar, per EC und mit Mastercard möglich

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