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Restauranttests Belle Kokoye: Ein Farbtupfer in der Königstraße
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Belle Kokoye: Ein Farbtupfer in der Königstraße
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12:51 05.08.2019
FARBENVIELFALT: Lorenzo Smith serviert im „Belle Kokoye“ karibische Gerichte. Das Ambiente spiegelt die Lebensfreude seiner Heimat wieder. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Muss man mögen, werden die einen sagen. Wir sind Karibik-Fans und begeistert von der karibischen Farbenvielfalt vor unseren Augen: knallgelbe, grüne und rote Plastikstühle mit Holzgestellen, Bambustapete, bunte Sonnensegel unter der Decke. Auf den Zweiertischen mit bunten Bonbons gefüllte Teelichthalter mit grüner Filzhülle. Aus den Boxen ertönt Reggae-Musik, die einen mit den Fingern mittrommeln lässt. Bedrückend nur der Blick auf die andere Straßenseite, wo mit der „Osteria Violino“ schon der zweite Italiener hintereinander dicht gemacht hat. Auch die Nummer 25 hatten wir als „Trattoria Paganini“ erst 2016 getestet (und für gut befunden). Nebenan in Nummer 24 folgte dem „Diva“ der „Kleine König“, nach dem „Wok & Roll“ buhlt nun das „Wok’n’Joy“ um Kunden. In keiner anderen Straße der Stadt haben wir häufiger gegessen und getestet. Es scheint alles andere als einfach, in der Königsstraße Erfolg zu haben – zumal die große Brückenbaustelle am Hauptbahnhof noch auf lange Zeit eine Barriere bilden wird.

Quelle: Frank Wilde

Service

Der junge Inder, der für den karibischen Chef und Koch Lorenzo Smith den Service an diesem Sonnabend übernimmt, ist weder vom Fach noch kann er gut deutsch. Aber er ist bemüht, freundlich und aufmerksam – auch wenn er das Besteck nach den Vorspeisen nicht austauscht. Die Servicezeiten sind mit fünf Minuten (Getränke), zehn (Vorspeisen) und 25 (Hauptgerichte) sehr zügig – allerdings ist auch nur ein weiterer Tisch besetzt. Als „Kokoye“ gab es das Lokal lange in Mittelfeld, nun ist es als „Belle Kokoye“ zentraler zu finden.

Essen und Trinken

Die schwarze Karte mit dem auffälligen blauen Logo des „Belle Kokoye“, das auf Haiti-Kreolisch „Hübsche Kokosnuss“ heißt, ist erfreulich übersichtlich: Vier Suppen, vier Salate, neunmal Hühnchen von Curryhuhn bis Chicken Wings, elfmal Fisch und Meeresfrüchte, zweimal Lamm, dreimal Schwein und vier vegetarische Gerichte. Spaghetti Bolognese und Tagliatelle Carbonara haben sich irgendwie auf diese Karte verirrt.

Quelle: Frank Wilde

In Sachen Preisgestaltung liebt der Chef offenbar krumme Zahlen – oder kalkuliert genau auf 25 Cent. Das Hauptgericht Chili con Carne kostet mit 7,75 Euro nur einen Euro mehr als die „Trinidad Calaloosuppe“, mit der ich beginne. Die Vorspeise aus Okraschoten, Spinat und Kokosmilch ist mir allerdings zu breiig, komplett ungewürzt und die 6,75 Euro keinesfalls wert. Der „Asian Spicy Salat“ für 5,90 Euro hingegen treibt mir selbst in der milden Variante Tränen in die Augen, meine Frau mag es scharf gewürzt und findet den Mix aus Tomaten, Spitzkohl, Lollo Rosso, Friseesalat und zweierlei Paprika solide bis lecker. Das Hähnchencurry (12,50 Euro) in selbstgemachter Sauce mit Reis ist stimmig und lässt vom nächsten Urlaub auf Tobago oder Barbados träumen. Ich habe mich für „BBQ Pork Ribs“ (12,90) entschieden und werde ebenfalls nicht enttäuscht. Das hochwertige Fleisch ist rauchig mariniert und löst sich locker von den Knochen, doch leider wirken die frittierten Kartoffelecken und das Ketchup wie Fertiggerichte.

Fazit

Das „Belle Kokoye“ setzt einen exotischen Farbtupfer in die Oststadt. Erwartet hätten wir das karibische Lokal eher in Linden. Essen und Service sind solide, das Ambiente finden wir gelungen. Aber es wird auch für dieses Restaurant schwer, im gastronomischen Bermuda-Dreieck Königstraße nicht schnell wieder zu verschwinden.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Veganes Gericht
  • Kein Raucherzimmer
  • Nicht barrierefrei
  • Derzeit nur Barzahlung möglich

Belle Kokoye
Königsstraße 25
30175 Hannover

0511/79 09 68 11

www.bellekokoye.eatbu.com

Öffnungzeiten: Montag bis Freitag 11.30 bis 15 und 17 bis 22, Sonnabend 16 bis 22 Uhr.

Von Christoph Dannowski