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Küchen-Allerlei Das perfekte Rührei muss saftig sein
Mehr Essen & Trinken Küchen-Allerlei Das perfekte Rührei muss saftig sein
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15:28 06.07.2018
Klassiker: Rührei mit Tomaten und Petersilie auf Brot. Quelle: ddp
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Rührei schmeckt auch als schnelles Mittagessen oder unter der Woche zum Abendbrot - ich bin ein absoluter Fan“, bekennt der Kochbuchautor Sebastian Dickhaut (z.B. „Ich koche“, GU). Er mag sein Rührei am allerliebsten ganz pur. Man kann es natürlich auch kombinieren, zum Beispiel mit Käse, Speck, Gemüse oder Kräutern.

„Das perfekte Rührei muss locker sein, aus einer Masse bestehen und schön saftig sein“, sagt Dickhaut, der seinen eigenen Food-Blog (rettet-das-mittagessen.de) betreibt. Das Geheimnis liege auch in der richtigen Konsistenz: „Es darf nicht zu kompakt sein, am besten ist es, wenn die Masse in unterschiedlichen ’Schollen’ übereinandergeschoben wird“, erklärt der Experte. Außerdem sollte das Rührei nicht zu flach sein, sondern schön dick. „Und es muss heiß auf dem Tisch kommen“, betont Dickhaut.

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Bei den Eiern greife man am besten zu frischer Ware: „Zu frisch dürfen sie aber auch nicht sein, der beste Zeitraum sei etwa ein bis zwei Wochen nach dem Legen“, weiß Dickhaut. Dann seien die Eier schön durchgereift und aromatisch. Das Legedatum könne man sich leicht selbst ausrechnen, falls es nicht ohnehin auf der Packung stehe:
„Rechnen Sie vom Haltbarkeitsdatum vier Wochen zurück, dann sind Sie beim Legedatum“, erklärt Dickhaut. Ältere Eier solle man lieber kochen oder zum Kuchenbacken verwenden.

Für die Zubereitung werden pro Person zwei Eier aufgeschlagen und in einer Tasse nur leicht verrührt. „Schlagen Sie die Eier nicht zu fest und keinesfalls schaumig, sonst wird das Rührei am Ende trocken“, rät der Experte. Nun werde in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze ein Stückchen Butter erhitzt. „Wenn die Butter schön zerflossen ist und leichte Bläschen wirft, kommen die Eier dazu“, sagt der Autor.

Das Ganze solle nun etwa eine halbe Minute stocken. „Rühren Sie danach mit einem Holzspatel gemächlich um, wenn sich einzelne Stücke bilden, schieben Sie sie behutsam zu den bereits erwähnten ’Schollen’ zusammen“, erklärt Dickhaut. An dem Punkt, wo sich die Masse zum appetitlichen Rührei verbinde, sei der richtige Moment für eine Prise Salz. „Machen Sie dann den Herd aus und lassen Sie das Rührei noch etwa eine Minute in der Pfanne nachziehen - das Ergebnis wird sich sehen lassen können“, betont der Autor.

Kombinieren könne man das Rührei zum Beispiel mit frischen Kräutern wie Schnittlauch, Petersilie oder Basilikum. „Wenn man zusätzlich zum Rührei Lachs oder Räucherfisch serviert, schmeckt auch Dill fabelhaft“, schwärmt der Kochbuchautor. Wichtig sei, dass es sich um weiche blättrige Kräuter handle. „Harte Kräuter wie zum Beispiel Thymian würden beim Essen im Mund stören“, erklärt Dickhaut.

Auch eine Rührei-Mischung mit Käse sei sehr lecker: „Es eignen sich zum Beispiel Emmentaler oder Bergkäse, edel ist die Variante mit Blauschimmelkäse“, erläutert Dickhaut. Der Käse komme gegen Ende des Garvorgangs kurz vor dem Nachziehen dazu, so kann er schön schmelzen.

Bis auf die Käse-Kombi hält Dickhaut nicht viel von einer „Rührei-Mischkultur“: „Ich esse zwar sehr gerne andere Zutaten zum Rührei, aber ich brate sie nicht zusammen in der Pfanne“, betont der Experte. Man koche schließlich auch nicht die Spaghetti in der Tomatensauce. So liege das goldgelbe Rührei bei Dickhaut eben neben frischen Tomaten, extra gebratenen Pilzen oder Speck, anstatt sich wild dazwischen zu tummeln. „Rührei schmeckt auch toll auf guten Brot, mit grünem Salat oder zu pikant Eingelegtem“, so der Autor.

Auch beim Würzen bevorzugt Dickhaut es puristisch: „Ich persönlich finde den Eigengeschmack der Eier so gut, dass ich nur eine Prise Salz verwende“, sagt der Autor. Wer etwas mehr möge, solle sich an fein-würzige Dinge wie geriebene Muskatnuss oder sehr gutes Paprikapulver halten. ddp