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Bauen & Wohnen Wohnen mit „Wow-Effekt“
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00:21 08.08.2009
Quelle: Hecker/ddp

Doch der „Silberfisch“, wie die Erbauer ihr Schiff genannt haben, ist kein gewöhnliches Hausboot. Vielmehr haben die drei Jungdesigner etwas realisiert, das sie selbst als „Wohnen auf dem Wasser im modernen Design“ bezeichnen. Mit ihrem Prototypen wollen sie erreichen, dass auch hierzulande Hausboote attraktiver werden.

„Ich hatte lange darüber nachgedacht und dann irgendwann mal angefangen, die ersten Modelle zu entwickeln“, sagt der 33-jährige Sascha Akkermann. Es sei ihm darum gegangen, modernes Wohnen auf dem Wasser in die Tat umzusetzen.

„Eigentlich sollte das erst mal nur für mich sein. Was daraus werden würde, darüber hab’ ich mir nie Gedanken gemacht.“ Von der Idee bis zum fertigen Hausboot war harte Arbeit angesagt. Knapp fünf Monate schufteten die Designer rund um Akkermann. Fast ohne Pause werkelten sie an dem Hausboot, ein freies Wochenende gab es nicht mehr. Ihre eigentliche Arbeit, das Designen von Möbelstücken, blieb in dieser Zeit liegen.

„Aber das Hausboot war ja quasi wie ein Riesenmöbelstück für uns“, sagt Flo Florian, die Projektpartnerin von Akkermann und Bernhard Urich, dem dritten im Bunde. Ohne Halle schraubten, sägten und hämmerten die drei Freunde im Winter draußen an ihrem Boot. In Snowboardhosen und dicken Jacken trotzten sie der Kälte. „Das war manchmal ganz schön hart und zehrte an den Kräften“, sagt Florian und fügt lachend hinzu: „Die Apotheke hat mit der Wärmesalbe, die wir verbraucht haben, wohl ganz gut an uns verdient.“

Lotsen für Liegeplätze

Doch die harte Arbeit hat sich am Ende gelohnt. Das fertige Hausboot misst 14 mal vier Meter und besitzt einen großzügigen Wohnraum mit Küchenzeile, einem Bad und einem Schlafzimmer – und das alles im modernen Design. „Die Leute, die hier reinkommen, erleben meistens einen ,Wow-Effekt’, wenn sie den Innenraum sehen“, sagt Florian. Viele könnten sich von draußen nicht vorstellen, wie es innen aussieht und hätten Bilder von dunklen, holzvertäfelten Hausbooten im Kopf. Von außen besteht der „Silberfisch“ schließlich aus Lärchenholz, das modern wirkt und ohne Schutzanstrich dem Wasser trotzt.

Dass das Hausboot nach dem Bau tatsächlich in Oldenburg auf dem Wasser liegen würde, war lange nicht klar. „Es hat schon einiges an Überzeugungsarbeit gebraucht, um den Liegeplatz zu bekommen“, sagt Akkermann. Feste Liegeplätze seien fast überall Mangelware. Jedoch hätten viele „modern denkende Städte“ wie Hamburg oder Groningen mit der Erschließung der innerstädtischen Wasserwege als Wohnraum begonnen. Im Bezirksamt Hamburg Mitte berät inzwischen sogar ein Hausbootlotse die Interessenten.

Auch Oldenburg habe durch seine zahlreichen Wasserläufe Potenzial, ist sich Akkermann sicher. Deshalb verstehen die Jungunternehmer ihr Projekt auch als eine Art Stein des Anstoßes. „Wir wollten zeigen, dass es geht und hoffen nun, die langsam mahlende Mühle der Bürokratie anschieben zu können, um mehr zu erreichen“, sagt Florian.

Bis zum Herbst soll der „Silberfisch“, auf dessen Namen die drei Jungunternehmer wegen seiner funkelnden Fassade kamen, noch in Oldenburg liegen. Was danach mit dem Hausboot passiert, ist noch unklar. Es gebe zwar immer wieder Interessenten, sagt Akkermann, meist scheitere ein Verkauf aber daran, dass potenzielle Käufer auch Liegeplätze wollten. Etwa 150.000 Euro wollen die drei Oldenburger für ihr Boot haben, schließlich haben sie ihr ganzes Erspartes in den Bau des Schiffes gesteckt.

Doch ein Verkauf ist nicht die einzige Alternative, die die drei als Zukunft des „Silberfisches“ sehen. Auch als Ladenlokal oder Ausstellungsort könnten sie sich ihr Boot vorstellen. Ein Verkauf würde den jungen Unternehmern jedoch ermöglichen, ihre weiteren Pläne umzusetzen. Denn trotz der ganzen Plackerei haben sie noch nicht genug von dem Projekt „Hausboot“.

Sollte der „Silberfisch“ verkauft werden, würden sie das Geld direkt in einen Nachfolger stecken. „Wir bereuen nichts, es ist alles super gelaufen, und wir würden es genau so wieder machen und noch eines bauen“, sagt Akkermann. Dann allerdings wohl nicht mehr im Winter, fügt Florian hinzu.

von Julia Spurzem

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