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Des Sommers schlechte Seite

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15:06 26.08.2020
Unter Wasser: Stark- und Dauerregen, der Straßen und Häuser flutet, ist in Deutschland keine Seltenheit mehr. Quelle: Georg-Stefan Russew/dpa-mag

Der Sommer hat auch Nachteile: Gewitter mit Starkregen setzen ganze Ortschaften unter Wasser – auch in Regionen, die in der Vergangenheit von solchen Wetterkapriolen verschont wurden. „Diese Wetterphänomene sind eine Folge des Klimawandels, die uns wohl über längere Zeit begleiten“, sagt Prof. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. „Bauherren und Hausbesitzer sind gut beraten, Know-how aus den klassischen Hochwassergebieten zu übernehmen und ihr Haus wasserfest zu machen.“ Das verlangen auch die Versicherungen, die solche Schäden absichern.

Keller muss im Notfall  schnell geräumt sein

Kellerfenster sollten druckdicht sein oder abgemauert werden. Aber selbst mit dieser Absicherung gilt: „Besteht die Gefahr, dass Wasser eindringt, eignet sich das Untergeschoss nicht als Wohn- oder Arbeitsraum“, sagt Prof. Gebbeken. „Man muss immer bedenken, dass der Keller im Ernstfall schnell ausgeräumt werden kann. Besser als eine Hausbar mit Holzvertäfelung ist ein Funktionsraum mit Industriefußboden und wasserfestem Anstrich.“
In den Hochwassergebieten haben die Hauseigentümer oft Halterungen für mobile Barrieren vor Fenstern und Türen. „Das ist auch bei Starkregen und Überflutung eine gute Möglichkeit, das Wasser abzuhalten“, erklärt Gebbeken.

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Wasser aus der Kanalisation  ist das größte Problem

Häufig gelangt das Wasser  als Rückstau aus dem Kanalnetz ins Haus. „Das Wasser sucht sich nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren immer den tiefsten Punkt, zum Beispiel den ungesicherten Bodenablauf im Keller, den Waschmaschinenanschluss oder die Toilette im Erdgeschoss“, erklärt Andreas Braun vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Das Wasser drückt sich also dadurch hoch.

Liegt dieser tiefste Punkt unter dem Straßenniveau, muss der Hausbesitzer die Entwässerungsanlage extra gegen Rückstau sichern – mit sogenannten Rückstauklappen. Je nach Gebäudegeometrie ist auch eine Abwasserhebeanlage sinnvoll. Sie leitet das Abwasser rückstausicher ab oder pumpt es auf ein höheres Niveau, wo es in die Sammelleitung abfließen kann.

„Das ist Standard bei den Entwässerungssystemen“, sagt Braun. „Hausbesitzer sind verpflichtet, sich gegen rückstauendes Wasser aus dem Kanalnetz abzusichern.“ Viele Gebäudeversicherungen machen hier Vorgaben und haben Ausschlusskriterien. 

dpa