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Bauen & Wohnen Teich statt Pool
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12:52 06.05.2013
Eine Wellnessoase im eigenen Garten – der Traum vieler Hausbesitzer. Quelle: Schleitzer - Gärtner von Eden
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Lüneburg

Wer für den Bau eines Schwimmteichs einen Profi engagiert, zahlt leicht 50000 Euro. Geld, das zu einem großen Teil gespart werden kann, wenn man selber mit anpackt. Ralph Roufflair, Trainer an der Heimwerkerschule DIY-Academy in Köln, ist sich sicher: „Ein gutes Heimwerkerteam kann das durchaus schaffen.“ Von einem kompletten Alleingang rät der Präsident der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer in Lüneburg Wendelin Jehle jedoch ab. Er empfiehlt, den Teich zumindest von einem erfahrenen Schwimmteichplaner entwerfen zu lassen. „Das kostet etwa 1000 bis 2000 Euro.“ Die professionelle Planung mache es unwahrscheinlich, dass sich später gesundheitsgefährdende Keime wie Kolibakterien oder Salmonellen im Teich bilden. Im Gegensatz zu einem Swimmingpool wird im Schwimmteich keine Chemie und allenfalls wenig Technik eingesetzt. Eine bepflanzte Klärzone - die Regenerationszone - reinigt das Wasser im Teich wie bei natürlichen Gewässern und bildet mit der angrenzenden tieferen Schwimmzone eine Einheit. Chlor und Ozon sind dadurch unnötig.

Vor dem Bau sollten sich ambitionierte Heimwerker zuerst Wissen anlesen, rät Roufflair. Ob der Teich funktioniert, hänge schließlich von vielen technischen und biologischen Zusammenhängen ab. Zunächst einmal sollte es im Garten mindestens 50 Quadratmeter Platz geben. Um den Teich gegen das Erdreich abzudichten, gibt es verschiedene Methoden. „Für den Bau in Eigenregie eignen sich Folienteiche am besten“, erklärt Peter Himmelhuber, Gärtner und Fachbuchautor aus Regensburg. Die Folien müssen meist aufgrund der Größe des Teichs miteinander verschweißt werden - eine Arbeit, die Heimwerker nach Ansicht der Experten auf keinen Fall selbst machen sollten. Das Risiko, dass die Folie undicht werde, sei sonst zu groß. Besser ist es, die Folien vom Hersteller zur passenden Größe verschweißen zu lassen. Das setzt natürlich einen konkreten Bauplan voraus, in dem die Teichgröße festgelegt ist.

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„Bewährt hat sich die Trennung in einen von Pflanzen freien Schwimmbereich und eine angrenzende, intensiv mit Pflanzen besetzte Regenerationszone“, erklärt Roufflair. Getrennt wird beides durch eine Barriere, die vom Teichboden nach oben bis etwa 30 Zentimeter unter die Wasseroberfläche führt. Als Faustregel gilt: Die Regenerationszone sollte etwa so groß wie die Schwimmzone sein. Denn je kleiner die Regenerationszone ausfalle, umso mehr Technik sei zum Säubern des Wassers notwendig.

Vor dem Verlegen der Folie muss die Erde an der geplanten Stelle ausgehoben werden. Der Schwimmbereich sollte mindestens 120 Zentimeter tief sein, sagt Himmelhuber. Die Teichgrube könne der Heimwerker mit einem gemieteten Minibagger selbst ausheben - oder aber eine Baufirma damit beauftragen. Unter die Teichfolie gehört eine Sandschicht als Polster, empfiehlt Himmelhuber. Denn später lastet durch das Wasser ein enormer Druck auf der Folie. Auf den Sand kommt als weiterer Schutz ein sogenanntes Geovlies. Weil Teichfolie schwer ist, sollten beim Auslegen mehrere Helfer anpacken. Das verhindere, dass die Folie einreißt. Der Grund des Schwimmteiches werde mit feinem Rollkies abgedeckt. So bleibt die Folie unsichtbar.

Pflanzen sind das Geheimnis der natürlichen Gewässerreinigung. „Deshalb muss der Regenerationsbereich unterschiedliche Wassertiefen haben, die den Ansprüchen der Sumpf- und Wasserpflanzen gerecht werden“, erläutert Himmelhuber. Die Pflanzen werden am besten in ein nährstoffarmes Substrat eingepflanzt. Körbe verhindern übermäßiges Wuchern. Zum Füllen des Teiches sei Leitungs- und Brunnenwasser geeignet. Damit sich eine gesunde Struktur an Mikroorganismen bildet, können aus einem intakten Teich einige Eimer Wasser geschöpft und in den neuen Teich gegossen werden.

Stephanie Hoenig