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Bauen & Wohnen So fühlt sich der Fisch im Wasser wirklich wohl
Mehr Bauen & Wohnen So fühlt sich der Fisch im Wasser wirklich wohl
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00:00 09.02.2013
In einem Aquarium sollten nicht zu viele Fische schwimmen.
In einem Aquarium sollten nicht zu viele Fische schwimmen. Quelle: istockphoto.com/Mustafa Arican
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Hannover

Welche Fische kommen als Haustiere infrage?

Ein Süßwasseraquarium ist für Einsteiger am besten, sagt Stefan Hetz vom Verband deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde. Gut eignen sich zum Beispiel Guppy oder Black Molly. Klassische Süßwasserfische sind auch Sumatrabarbe, Neonsalmler oder Panzerwels. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, Fische zu kaufen, deren Heimatwasser dem eigenen Leitungswasser am nächsten kommt. Von Meerwasseraquarien rät der Tierschutzbund dagegen ab, da diese einen hohen finanziellen und zeitlichen Aufwand sowie detaillierte Sachkenntnisse erfordern.

Wie sollten Fische gehalten werden?

Die Tiere brauchen vor allem genügend Wasser in der richtigen Qualität. Um dies sicherzustellen, muss es immer wieder auf die richtige Temperatur und den Härte-, Nitrit-, Nitrat- und pH-Wert überprüft werden. Das Wasser sollte regelmäßig ausgetauscht werden. Neben dem Aquarium gehören auch eine Filteranlage, Beleuchtung, Heizung und eventuell ein CO²-System zur nötigen Ausrüstung. Um herauszufinden, wie viele Fische in ein Aquarium passen, empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund eine Faustregel. Nach dieser benötigt man einen Liter Wasser für einen halber Zentimeter Fisch. Stefan Hetz, der Präsident des Verbandes deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde, rät dazu, in ein einhundert Liter fassendes Becken etwa zwanzig bis dreißig kleine Fische zu setzen. Pflanzen im Aquarium sind für die Sauerstoffversorgung wichtig und bieten den Tieren zudem Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten. Für Schwarmfische ist es außerdem wichtig, in Gruppen von mindestens zehn Fischen gehalten zu werden.

Welches ist der beste Standort für ein Aquarium?

Ein Aquarium sollte nicht zu hell oder zu warm stehen. Daher empfiehlt sich ein Standort weit weg von Fenstern und Heizungskörpern. Die Heizung des Aquariums kann das Wasser zwar auf die richtige Temperatur erwärmen, aber nicht kühlen, erklärt Stefan Hetz. Und die richtige Temperatur des Wassers ist sehr wichtig für das Wohlbefinden der Fische. Helligkeit fördert außerdem das Wachstum von Algen, so Hetz. Außerdem sollte ihm zufolge ein Waschbecken in der Nähe sein, damit das Wasser unproblematisch ausgetauscht werden kann. Insbesondere in Altbauwohnungen ist es zudem wichtig, dass ein Aquarium nicht in der Mitte des Raumes, sondern an der Wand steht, sagt Hetz. Bedingt durch die Statik könnten ansonsten Tritte ein Vibrieren im Wasser auslösen, das die Fische stört.

Worüber könnten sich Halter ärgern?

Viele Halter unterschätzen, wie viel Zeit und Geld es kostet, Fische zu halten, sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. Er rät daher, sich vorab sehr genau darüber zu informieren, welche Bedingungen die Fische benötigen. Da die Fische kein Leid äußern können, werde man eine nicht artgerechte Haltung vielleicht erst bemerken, wenn die Tiere früh sterben. Warnzeichen seien es, wenn die Tiere nicht mehr fressen, weniger aktiv werden, das Wasser trüber wird oder man Veränderungen an den Fischen selber bemerkt.

Darf man Fische in einer Mietwohnung halten?

Die Haltung von Fischen ist erlaubt. Sie gelten als Kleintiere im Sinne des Mietrechts. Deshalb kann das Aufstellen eines Aquariums nach Auskunft von Ulrich Ropertz, dem Pressesprecher des Deutschen Mieterbundes, auch nicht durch einen Mietvertrag verboten werden.

Was passiert, wenn das Aquarium ausläuft?

Schäden an eigenen Gegenständen durch auslaufendes Leitungswasser sind zumeist durch eine Hausratversicherung gedeckt. Stephan Schweda, Pressesprecher des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft, rät jedoch dazu, genau im Vertrag nachzulesen. Bei älteren Verträgen seien Schäden durch Aquarien teilweise noch ausgeschlossen. Manchmal gebe es auch Beschränkungen bezüglich der Größe des Aquariums. Das Aquarium selber ersetzt die Hausratversicherung nur, wenn es durch versicherte Gefahren wie Feuer oder Einbruchsdiebstahl kaputtgegangen ist, erläutert Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Um sein Aquarium gegen andere Gefahren zu versichern, kann man eine Glasbruchversicherung abschließen. Richtet das Wasser Schäden in anderen Wohnungen an, ist das wiederum ein Fall für die Haftpflichtversicherung.

Sonja Weiße