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00:00 27.10.2012
Viele Spezialreiniger sind schädlich und überflüssig. Fünf Produkte reichen völlig aus, um den Haushalt sauber zu halten. Quelle: Heiko Barth/Fotolia.com
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Berlin

Die Regale im Supermarkt sind voll von Putzmitteln mit unbekannten Inhaltsstoffen. „Als Verbraucher kann ich nicht ohne Weiteres erkennen, welches Mittel am besten für die Umwelt ist“, sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Die Euroblume dient aber als gute Orientierung.“ Das Europäische Umweltzeichen kennzeichnet europaweit nachhaltige Produkte.

„Auf Putzmittel mit einem orangefarbenen Gefahrensymbol sollte man generell verzichten“, rät Sarah Häuser vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin. Diese enthielten oft stark wirkende Stoffe, die besonders schädlich sind. Die Alternative ist aber anstrengend: „Ich muss eben eher mechanisch reinigen. Also meine Hände benutzen und länger schrubben.“

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Etwas mehr Körpereinsatz ist sowieso die wichtigste Maßnahme. Denn grundsätzlich sollten Verbraucher so wenig wie möglich Putzmittel verwenden. „Am besten immer die Dosierungs- und Sicherheitshinweise lesen und befolgen“, sagt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt am Main. „Viele benutzen die zehnfache Menge, frei nach dem Motto ,viel hilft viel‘.“ Aber werde die Dosierung überschritten, helfe auch kein Umweltzeichen mehr, so der Putz-Experte. Glassl empfiehlt stattdessen Mikrofasertücher, da diese den Schmutz sehr leicht entfernen und so weniger Putzmittel verbrauchen.

Gut sind besonders hochkonzentrierte Produkte, rät Marcus Gast vom Umweltbundesamt (UBA) in Dessau-Roßlau. „Je mehr man ein Produkt zur Anwendung verdünnen muss, desto umweltverträglicher ist es.“ Da nur eine geringe Menge auf den Lappen oder ins Putzwasser kommt, muss der Verbraucher seltener nachkaufen - so wird weniger Energie für den Transport verbraucht, und das Müllaufkommen ist geringer.

Die meisten Mittel sind sogar überflüssig: „Für den Haushalt reichen ein Allzweckreiniger, Handspülmittel, eine Scheuermilch, ein Sanitärreiniger und ein WC-Reiniger auf Basis von Zitronensäure“, sagt Gast. Damit komme man problemlos aus. Außerdem enthielten viele Spezialmittel besonders schädliche chemische Stoffe.

Für die Böden im Haus eigne sich ein einfacher Allzweckreiniger, rät Gast. „Alle feucht zu reinigenden Oberflächen können damit geputzt werden. Ein Parkettreiniger beispielsweise ist dann nicht erforderlich, wenn versiegeltes Parkett nebelfeucht gewischt wird.“

Im Bad reichen Sanitär- und WC-Reiniger. Chemische Kalkentferner seien überflüssig, erklärt Petersen. „Verkalkte Armaturen können sehr einfach gereinigt werden: Dazu taucht man Tücher in Essig, wickelt sie um die Armaturen und lässt das Ganze eine Nacht wirken.“ Am nächsten Tag werde der Kalk mit einer Bürste aus den Ritzen gefegt und die Oberfläche mit klarem Wasser abgewaschen. Kalkablagerungen im Duschraum können Verbraucher verhindern oder zumindest mindern, indem sie die Dusche nach jedem Gebrauch mit einem Abzieher säubern. „Generell sollte man seine alte Zahnbürste nicht wegschmeißen. Mit der kann man sehr gut die Fugen reinigen“, sagt Petersen.

Und ist mal der Abfluss verstopft, rät Häuser, nicht mit der chemischen Keule ranzugehen. „Abflussreiniger sind natürlich besonders aggressiv, wenn sie sogar Haare auflösen sollen.“ Mechanische Hilfsmittel wie Saugglocken oder Spiralen bekommen die Abflüsse auch frei. Haarsiebe beugen Verstopfungen vor, rät Glassl.

Auch beim guten Duft sollte nicht übertrieben werden: „Im Bad besser lüften, statt synthetischen Fliedermuff drübersprühen“, empfiehlt Gast weiter. Duftsprays seien umweltbelastend und häufig allergieauslösend. „Auch WC-Steine haben kaum Reinigungswirkung, belasten jedoch das Abwasser“, erklärt der Experte. Desinfektionssprays und -mittel hätten im Haushalt generell nichts zu suchen. „Diese Produkte sind umweltgefährdend und fördern Allergien.“ Eine Ausnahme sei nur, wenn der Arzt es anordnet.

Um die Küche sauber zu halten, reicht für alle fettigen Verschmutzungen der Allzweckreiniger. „Backofensprays erübrigen sich, wenn ich den Backofen nach jeder Nutzung mit einem sanften Reinigungsmittel auswasche“, erklärt Petersen. Es gelte: Je schneller man die Verschmutzungen entferne, desto besser lassen sie sich auch mit milden Produkten beheben. Für hartnäckige Verkrustungen und stark eingetrocknete Stellen eignet sich Scheuermilch. Eine milde Variante ersetze sogar den teuren Ceranfeldreiniger, rät Gast.

Auch chemische Glasreiniger mit Alkohol wie Ethanol und Propanol müssen nicht verwendet werden. „Stattdessen einfach Spülmittel mit Wasser verdünnen“, erläutert Gast. Und streifenfrei bekommt man die Fenster mit dem Abzieher - und eben etwas Körpereinsatz.

Leonie Schwarzer