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18:42 20.03.2012
Entspannen im Garten
Stress mit Gartenarbeit? Immer mehr Gartenbesitzer wollen eine pflegeleichte Oase ihr Eigen nennen, eine, die wenig Mühe macht und viel Platz zum Entspannen und Auftanken bietet. Quelle: drubig-photo - Fotolia
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Wie alle Dinge im Leben, die etwas mit Kunst, Kultur und Ästhetik zu tun haben, unterliegen auch Gärten dem Zeitgeist, gewissen Moden und Trends. Zwar gibt es Klassiker wie üppige, naturnahe Landhaus- und Bauerngärten, asiatische Gärten, die etwas unterkühlt, minimalistisch und klar strukturiert daherkommen und zum Entspannen einladen, oder Biogärten, in denen unbelastete Nutzpflanzen, Obst und Gemüse im Vordergrund stehen. Doch es ist nach Angaben von Garten-profi Bernd Achtermann, ein klarer Trend zu erkennen: "Klare Formen, große Pflanzen und Flächen liegen im Trend."

Das Motto könnte auch lauten: In der Ruhe liegt die Kraft. Alles, was übertrieben, durch-einander und unruhig wirkt, ist out. Zwar wird üppiger Bewuchs großgeschrieben. Aber es werden nicht mehr so viele verschiedene Sorten gemischt. War es früher üblich, auf ein rund 50 Quadratmeter großes Beet rund 200 verschiedene Pflanzen zu setzen, so pflanzen Gartenprofis heute gerade noch einmal zehn oder zwölf verschiedene Blumensorten. Diese werden in Kolonien gesetzt und blühen dann das Jahr über in harmonischen Farbblöcken. Ein Solitär wie eine Buchsbaumkugel oder ein schöner Ahorn sorgen zusätzlich für Stimmigkeit und Ruhe.

Völlig vorbei sind auch die Zeiten sogenannter panaschierter Pflanzen. Das sind Blumen, deren Blüten zwei- oder mehrfarbig sind. Auch hier gilt die Regel: viel zu unruhig und unentschieden.

Besonders beliebt sind Gärten, die pflegeleicht sind. Dieser Trend setzt sich 2012 fort. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen es Hausfrauen mit viel Zeit und grünem Daumen gab, die hingebungsvoll wässerten und Unkraut jäteten. Heute sind in den meisten Familien beide Elternteile berufstätig. Den Luxus, Stunden im Garten verbringen zu dürfen, genießen im Alltag die wenigsten. Doch gerade für Berufstätige mit Kindern ist ein Garten, sei er noch so klein, attraktiv. Denn beim Pflegen der Pflanzen kann man wunderbar abschalten und auftanken. Gefragt sind also Gärten, in dem man tätig werden kann, ohne dass der Zeit- und Arbeitsaufwand am Ende zu hoch ist.

Doch egal, wie der Gartentrend für 2012 auch konkret aussehen mag, am wichtigsten ist der eigene Geschmack. Alles ist möglich, solange es gefällt - auch ganz gegen den Trend. Wie wäre es mit Farnen, die einen dichten Urwald bilden, mit nektarreichen Blumen, die Schmetterlinge in Ihren Garten locken, mit Blumenzwiebeln, die sich von selbst ausbreiten - der Überraschungseffekt ist garantiert. Oder mit einem Garten ganz nach den Regeln des fernöstlichen Feng Shui, damit die positiven Energien ungehindert fließen können. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und das ist gut so. Denn letztendlich zählt nur eins: Dass Sie sich in Ihrem Garten wohlfühlen und er Ihnen und Ihrer Familie gefällt. Und wer weiß? Vielleicht sind gerade die, die sich heute etwas trauen und gegen den Trend gestalten, die Trendsetter von morgen?

Julia Pennigsdorf