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11:23 15.04.2013
Stammt aus einer „Teppichfamilie“: Der Bochumer Designer Jan Kath. Quelle: Alexander Körner
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Seine Teppiche liegen in Palästen in Saudi-Arabien, auf den Böden von Luxusjachten und Fünf-Sterne-Hotels, in den Ausstellungsräumen von Hugo Boss und in der hawaiianischen Villa von Anthony Kiedis, dem Sänger der Band Red Hot Chili Peppers. Jan Kath ist einer der anerkanntesten Teppichdesigner weltweit.

Der gebürtige Bochumer hat sein Atelier in einem alten Fabrikloft in Bochum, seine Produktionsstätten liegen in Nepal, Tibet, Marokko und Thailand. Dort werden nach Kaths Entwürfen Teppiche aus handversponnener und vor Ort gefärbter Wolle, chinesischer Seide sowie Hanf- und Brennesselfasern geknüpft.

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Die Teppiche, die der 39-Jährige auch in diesem Jahr wieder auf der Domotex präsentierte, tragen ein Fairtrade-Siegel. Es belegt, dass für das Teppichknüpfen keine Kinder eingesetzt und den Arbeitern gerechte Löhne gezahlt werden. Kath hat entscheidend dazu beigetragen, dass Teppiche wieder modern geworden sind. Vorbei sind damit die Zeiten, in denen es als cool galt, sich möglichst spartanisch einzurichten und den nackten Betonboden so zu lassen, wie er ist. "Ich denke, es ist mir gelungen, zu zeigen, dass es mehr gibt als Omas staubigen Perserteppich, dass Teppiche wie die Mode auch künstlerisch interessant sind, und es gelingen kann, cool zu sein und trotzdem warme Füße zu haben", sagt Kath.

Die Teppiche des Designers sind tatsächlich originell. Es gibt welche, die aussehen, als seien sie von Motten angefressen worden. Andere flimmern wie das Licht in der Wüste, gleichen einer Satellitenaufnahme oder einer dezenten Blumenwiese. Zur Domotex 2012 hatte Kath einen Teppich mitgebracht, der ein Straßengraffito in New York zeigt.

Kath stammt aus einer "Teppichfamilie". Seine Großeltern und später seine Eltern leiteten zunächst in Berlin und dann in Bochum ein Teppich- und Möbelhaus. In ihre Fußstapfen treten wollte Kath trotzdem nicht gleich. Der Mann, der immer noch jugendlich wirkt, gerne Jeans und Turnschuhe trägt, absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre und bereiste dann die Welt. Es ging nach Nepal, Tibet und Thailand. Im mongolischen Ulan-Bator lernte Kath seine Frau kennen. Die beiden Söhne des Ehepaars sind heute 18 und zwölf Jahre alt.

Es war wohl kein Zufall, dass ihn seine Reise ausgerechnet in Länder führte, die über eine lange Teppichtradition verfügen. Kaths Leidenschaft für edle Bodenbeläge jedenfalls war schnell entflammt. Nach seiner Rückkehr stieg er als Designer ins Teppichgeschäft ein.

Julia Pennigsdorf

Weitere Informationen

Jeder Teppich kann in Größe oder Farbgebung individuell verändert bestellt werden. Der Liefertermin ist in der Regel rund vier Monate später.
www.jan-kath.de

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