Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Einrichten & Wohnen Alte Sessel aufmöbeln
Mehr Bauen & Wohnen Leben & Wohnen Einrichten & Wohnen Alte Sessel aufmöbeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 20.03.2012
Susan Jäger freut sich, dass immer mehr Menschen auf Qualität setzen und ihre Arbeit zu schätzen wissen. Quelle: Tanja Piepho
Anzeige

Es ist bedauerlich, aber für die meisten Menschen, insbesondere die jüngere Generation, längst normal: Wenn etwas kaputt ist oder nicht mehr gefällt, wird es weggeworfen und etwas Neues gekauft. Das gilt sogar für Möbel. Was aber, wenn es um Opas alten Lehnstuhl geht, dessen Herz an diesem Möbelstück hing, der zudem noch gut verarbeitet ist und vielleicht sogar einen gewissen Wert hat. Wäre nur dieser hässliche Stoffbezug nicht und die quietschende Federpolsterung.

Es mag sein, dass der Beruf des Sattlers und Polsterers etwas altmodisch anmutet. Aber es gibt ihn noch immer. Und die Zahl der Menschen, die beim Möbelkauf auf Qualität setzen und ihr gemütliches Familiensofa oder den zeitlosen Designklassiker auch nach zehn, 15 oder 20 Jahren neu polstern und beziehen lassen, wächst.

Anzeige

Susan Jäger ist von Beruf Sattlerin und Polsterin. Und das mit Leidenschaft. Sie ist 34 Jahre alt und hat sich bereits 2003 in der Straße Am Seelberg im hannoverschen Stadtteil Misburg selbstständig gemacht. Inzwischen beschäftigt die Raumausstatterin fünf Gesellen und zwei Auszubildende.

"Unser alter Beruf darf nicht aussterben, deshalb müssen wir uns den aktuellen Anforderungen anpassen", sagt Jäger, die in der Raumausstatter-Innung die Funktion des Lehrlingswartes sowie den Vorsitz des Prüfungsausschusses übernommen hat. "Hier genügt nicht ein Mindeststandard, wir müssen hohe handwerkliche Qualität abliefern. Nur so können wir uns von den Möbelhäusern absetzen", betont sie.

Das Wichtigste, das darüber entscheidet, ob es sich lohnt, ein Möbelstück neu zu polstern und zu beziehen, ist dessen Qualität. "Man muss genau hinschauen, wie die Gesamtverarbeitung ist", sagt Jäger, die deshalb eng mit Tischlern zusammenarbeitet. "Wenn ein Sofa nur 800 Euro gekostet hat, dann lohnt es sich natürlich nicht, es für 1600 Euro aufarbeiten zu lassen." Bei der Frage, ob es sich aus fachlicher Sicht lohnt, ein Stück aufarbeiten zu lassen, berät Jäger ihre Kunden gern.

Dasselbe gilt für die Frage nach der Polsterung. Soll es loser Füllstoff sein, traditionelles Rosshaar, moderner Federkern mit Schaumstoff oder lieber lose, mit Daunen gefüllte Kissen - die Bandbreite ist groß. Und nicht immer muss komplett aufgepolstert werden. Manchmal reicht auch ein neuer Stoffbezug - und schon sieht das fleckige, braune Sofa schick und frühlingsfrisch aus. Sogar einzelne kaputte Federkerne können Jäger und ihre Kollegen ersetzen. "Da sieht man hinterher nichts", sagt Jäger.

Von der Polsterei allein leben könnte Jäger vermutlich nicht. Als Raumausstatterin kümmert sie sich auch um viele andere Dinge der Inneneinrichtung. Die Palette reicht von der Gardinenfertigung und der Wandgestaltung bis hin zu Bodenbelägen - eben alles, was eine Wohnung behaglich macht.

Und selbst vor der Polsterung von Autositzen schreckt Jäger nicht zurück. Ob die Sitze eines wertvollen Oldtimers, eines arg strapazierten und in die Jahre gekommenen Transporters oder eines flotten Cabrios neu bezogen werden sollen - als Sattlerin übernimmt Jäger auch den Fahrzeuginnenausbau. Denn schließlich möchte man auch im Auto gut gepolstert und bequem sitzen.

Einrichten & Wohnen Von Bochum in die Welt - Teppiche als Kunstwerke
15.04.2013
Einrichten & Wohnen Von flauschig bis robust - Moderne Bodenbeläge
20.03.2012
Einrichten & Wohnen Ins rechte Licht gerückt - Die richtige Beleuchtung
15.04.2013