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Bauen & Wohnen Kunststück: Einfach ausleihen
Mehr Bauen & Wohnen Kunststück: Einfach ausleihen
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10:29 11.05.2009

Ein paar Minuten auf dem Sofa, eine Tasse Kaffee in der Hand, der Blick schweift umher – aber er bleibt nirgendwo hängen. Die Wände – sie sind, wie sie immer sind. Die Drucke, vor fünf Jahren aufgehängt, bieten dem Auge nichts Neues mehr. Für frische Inspiration fehlt schlicht das Geld. So geht es vielen.
Kunst ist teuer? Oft, aber nicht immer. Denn: Wer Kunst haben will, muss sie nicht kaufen. Neue Bilder lassen sich auch leihen – für wenig Geld. So, wie man sich Lesestoff aus Büchereien holt, kann man Kunstwerke in Artotheken besorgen. Für Werke, die preislich zwischen 150 bis 2000 Euro liegen, zahlt der Entleiher dann wenige Euro pro Leihmonat.

In manchen Artotheken sind sogar große Namen im Repertoire: „Wir haben zum Beispiel Werke von Elvira Bach, Horst Janssen und Niki de Saint Phalle“, sagt Diplom-Bibliothekarin Cornelia Rittmeyer-Bhuie aus Celle. Meist stammt die Leihkunst jedoch eher von anerkannten Künstlern der Region. Wer bereit ist, sich bei einem Rundgang durch eine Artothek auch mal auf weniger bekannte Namen einzulassen, kann ganz neue Effekte im eigenen Haus erzielen.

Praktische Künstlerförderung

Ob Grafiken, Fotografien, Radierungen, Zeichnungen, Aquarelle oder Drucke: Die einzelnen Artotheken bieten meist eine Auswahl zwischen 300 und 900 Kunstwerken – überwiegend Bilder. Das hat praktische Gründe: „Schließlich müssen die Entleiher die Kunstwerke – genauso wie Bücher aus der Bücherei – nach Hause schleppen.“ Und wer will schon mit einer großen Skulptur unterm Arm durch die Straßen laufen? Für die Bilder – manchen Artotheken können bis zu fünf Werke gleichzeitig mitgenommen werden – stehen Spezialkartons zur Verfügung.

Angst, die teuren Kunstwerke können kaputtgehen und der Schaden müsste ersetzt werden? Die Sorge ist nicht ganz unbegründet. „Der Entleiher wird – wie in der Bücherei – in die Verantwortung genommen“, erklärt Norbert Weber, Vorstandsmitglied des Artothekenverband Deutschland, doch gleichzeitig beruhigt er: „Schlimmstenfalls zerbricht mal der Rahmen, die Bilder selber leiden selten.“

Welches Ziel verfolgen Artotheken? „Wir wollen Menschen Gelegenheit geben, sich mit Kunst auseinanderzusetzen“, erklärt Weber. Sicher, das können Kunstinteressierte auch im Museum. „Doch meist erschließen sich Werke der bildenden Kunst dem Betrachter nur über einen längeren Zeitraum“, sagt Weber. Das zu ermöglichen sei eine wesentliche Aufgabe der Artotheken, die in der Regel Stadtbibliotheken, Kunstvereinen oder Museen angegliedert sind. Und nicht zuletzt liegt den Trägern der Artotheken auch die Förderung der Künstler am Herzen.

1968 wurde im Berliner Bezirk Reinickendorf die Graphothek Berlin gegründet. „Es gab danach einen richtigen Hype, der vor allem auf Druckgrafiken beruhte – und Ende der neunziger Jahre stark zurückging“, erzählt Weber. Seitdem ist das Interesse an Leihkunst stabil geblieben: In den vergangenen Jahren hat vor allem die Fotografie stark gewonnen. „Beliebt sind derzeit vor allem großformatige Bilder“, berichtet Diplom-Bibliothekarin Cornelia Rittmeyer-Bhuie aus Celle. Thomas Wahmes, Pressesprecher der Stadt Hameln: „Unsere Entleiher mögen es vor allem gegenständlich und farbig.“ Insgesamt, weiß Weber vom Artotheken-Verband, geht der Trend zum Unikat.

Von Sigrid Schulze

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