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Bauen & Wohnen Kein Stress mit den Betriebskosten
Mehr Bauen & Wohnen Kein Stress mit den Betriebskosten
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13:50 18.04.2011
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Werden Sie Mitglied bei Haus und Grund“, empfiehlt Mieterbund-Pressesprecher Ulrich Ropertz. „Ein guter Rat“, findet Haus-und-Grund-Vizegeneralsekretär und Anwalt Dr. Kai H. Warnecke und empfiehlt seinerseits die Mitgliedschaft beim Mieterbund. Der Hintergrund: Wenn Vermieter bei Haus und Grund und Mieter beim Mieterbund Mitglied sind, können sich beide beim unbeliebten Thema Betriebskostenabrechung auf professionelle Beratung stützen.

Immerhin jede zweite beim Mieterbund zur Prüfung vorgelegte Betriebskostenabrechnung erweist sich als fehlerhaft. Diese Zahl nennen beide Verbandsvertreter übereinstimmend. Über die Frage, wie viele Abrechnungen insgesamt falsch sind, gehen die Ansichten dann naturgemäß ein bisschen aus- einander. Aber auch verbandsunabhängige Quellen bestätigen das Problem:

75 Prozent der Bewohner haben ihre Abrechnung schon einmal selbst überprüft oder überprüfen lassen. Insgesamt hat jeder zweite Mieter schon einmal einen Fehler in der Betriebskostenabrechnung gefunden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag von ImmobilienScout24 unter 1030 Mietern.

  • Die laut Umfrage häufigsten Fehler bei der Betriebskostenabrechnung:
  • nicht umlagefähige Kosten wurden mit abgerechnet (zwölf Prozent)
  • unvollständige Betriebskostenabrechnung (zwölf Prozent)
  • falsche Quadratmeterzahl (elf Prozent)
  • Kosten für leer stehende Wohnungen wurden mit umgelegt (elf Prozent)
  • Zählerstände wurden falsch abgelesen (zehn Prozent)
  • falscher Verteilerschlüssel (acht Prozent)

Genauigkeit lohnt sich für beide Seiten: Mieter zahlen in Deutschland durchschnittlich 2,19 Euro pro Quadratmeter im Monat für Betriebskosten. Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten zusammen, kann die sogenannte zweite Miete bis zu 2,94 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel, den der Deutsche Mieterbund (DMB) jetzt auf Grundlage der Daten des Jahres 2009 vorlegt. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung mussten bei Anfallen aller Kosten 2822,40 Euro im Jahr 2009 nur an Betriebskosten aufgebracht werden.

Vermieter finden Hilfe auf der Internetseite von Haus und Grund. Der Verband bietet unter anderem eine Suchmöglichkeit nach Urteilen zu dem Thema. Mit etwa 20 Entscheidungen pro Jahr würde der Bundesgerichtshof zunehmend Rechtssicherheit bei der Betriebskostenabrechnung schaffen, erläutert Warnecke. Mieter können hier natürlich ebenfalls suchen.

Eine Möglichkeit, die eigenen Betriebskosten mit dem Bundesdurchschnitt zu vergleichen, findet sich auf der Homepage des Mieterbundes mit dem Betriebskostenspiegel, einschließlich umfangreicher Erläuterungen zum Thema. Beide Verbände bieten gegen Bezahlung auch Broschüren im Umfang eines Taschenbuchs an sowie Beratung für ihre Mitglieder.

Warneckes Tipp für die Vermieter von einzelnen Wohnungen oder Häusern ist die Online-Abrechnung. Verbandsmitglieder geben die Daten in ein Computerformular ein und können anschließend eine formgerechte Betriebskostenabrechnung ausdrucken. Spezielle Software lohne sich wegen der Kosten und des Zeitaufwandes zur Datenpflege eher für professionelle Vermieter, meint der Haus-und-Grund-Vertreter.

Wichtig: Vermieter haben immer maximal ein Jahr Zeit nach dem Ende des Abrechnungszeitraumes, die Betriebskostenabrechnung an den Mieter zuzustellen. Dieser Zeitraum kann das Kalenderjahr sein, muss es aber nicht.

www.mieterbund.de www.hausundgrund.de www.mietrechtslexikon.de

Von Ralf C. Kohlrausch

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