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Immobilien für Büro und Gewerbe

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18:08 07.10.2020
Conrad von Meding
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Man darf diese These im Herbst 2020 zumindest vorsichtig vertreten. Denn der von jeher eher konservativ aufgestellte regionale Markt bei Neubau und Vermietung bietet weniger Risiko als die schon lange zur Überhitzung neigenden Märkte in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München und Frankfurt.

Es ist beeindruckend, wie stark überregionale und internationale Geldanleger seit einigen Jahren den hannoverschen Immobilienmarkt für sich erkannt haben und ihn zu nutzen wissen. Ob beim nächsten Neubauabschnitt am Klagesmarkt, beim Hochhaushotel am Raschplatz oder auch in Niedersachsens größtem Wohn-Neubaugebiet am Kronsberg: Überall mischen inzwischen überregionale Player als Anleger mit, weil sie die Sicherheit des Marktes schätzen und dafür gern die etwas geringeren Renditen in Hannover in Kauf nehmen. Diese Strategie zahlt sich in Krisenzeiten besonders aus.

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Mehr noch profitieren von dieser Sicherheit die lokalen Akteure. Denn sie haben den Vorteil, dass sie ihren Markt kennen und daher aus eigenem Erleben wissen, wo die besten Lagen und Projektpartner zu finden sind.

Niemand sagt, dass es einfach wird in den nächsten Monaten und Jahren. Die coronabedingten Billiardenausgaben von Land, Bund und EU müssen erwirtschaftet werden. Im Innenstadthandel wird Corona die sich schon lange abzeichnende Krise beschleunigen. Das große Karstadt-Haus wird in wenigen Tagen geräumt, H&M plant Filialschließungen, der Trend zum Internetshopping wird etlichen Einzelhändlern schlaflose Nächte bereiten. Auch am Hotelmarkt ist völlig unklar, wie es weitergeht. In den vergangenen Jahren war er in Hannover von einem ungewöhnlich starken Verdrängungswettbewerb geprägt. Wenn jetzt die Messe schwächelt und das Tagungs-, Kongress- und Stadttourismusgeschäft die Einbußen nicht auffangen kann, könnte eine lokale Hotelkrise drohen. Auch beim Büromarkt ist offen, welche Auswirkungen der Trend zum Homeoffice haben wird, der möglicherweise zehn bis 25 Prozent der Büroflächen überflüssig macht.

Aber die Ausgangssituation in Hannover ist besser als an vielen anderen Standorten. Zwar wird die Krise nicht spurlos an der Branche vorbeigehen. Aber allein schon deren gute regionale Vernetzung wird dafür sorgen, dass es bald wieder aufwärtsgeht.

Von Conrad von Meding