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Bauen & Wohnen Facility-Management-Dienstleister statt Hausmeister
Mehr Bauen & Wohnen Facility-Management-Dienstleister statt Hausmeister
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12:38 05.11.2012
Facility-Management-Unternehmen übernehmen Aufgaben rund um Immobilien. Quelle: Marina Lohrbach/ Fotolia.com
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Hannover

Gesucht werde vielfach eine Art eierlegende Wollmilchsau, sagt Alexander Szabo, Geschäftsführer der hannoverschen Firma Aspro Facility Management: „Aber keiner steht mehr morgens um 4 Uhr auf, um Schnee zu schippen, und arbeitet bis nachts, wenn das Licht im Haus ausfällt.“ Immer häufiger kommen daher spezialisierte Fachkräfte zum Einsatz.

Szabo beschäftigt mittlerweile insgesamt rund 60 Mitarbeiter, darunter Gebäudereiniger, Gärtner und Quereinsteiger aus anderen Berufen. Zu den Kunden seiner Firma gehören vor allem Wohnungseigentümergemeinschaften.

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Dass diese Facility-Management-Unternehmen beauftragen, hält Lutz Dammaschk, Geschäftsführer der VEGIS Immobilien Verwaltungs- und Vertriebsgesellschaft mbH mit Sitz in Neu-Isenburg, allerdings noch für die Ausnahme. Seiner Erfahrung nach engagieren Wohneigentümergemeinschaften in der Regel treuhänderische Verwalter, die wiederum einzelne Gewerke beauftragen. Finanziert werden die Ausgaben entweder über die Instandhaltungsrücklage oder eine Sonderumlage.

Über die Beauftragung von Facility-Management-Unternehmen ließen sich oft Kosten reduzieren, ist Oliver Arnemann, Geschäftsführer der VHB Facility-Management mbH in Essen, überzeugt. Deshalb griffen überwiegend große Gesellschaften auf die Dienste von Facility-Management-Unternehmen zurück - vor allem wenn sie Immobilien in mehreren Städten besitzen: „Diese Immobiliengesellschaften haben lieber nur mit einem Partner zu tun, der alles aus einer Hand anbietet. Vor allem in der Logistik und beim Einkauf können auf diese Weise Einsparungen erzielt werden.“ Darüber könnten die Nebenkosten gesenkt werden, sodass auch die Mieter davon profitierten, sagt Arnemann.

Facility-Management umfasse alles, was nicht zu den Kernaufgaben von Unternehmen gehöre, erläutert Sven Aretz, Pressesprecher der German Facility Management Association (Gefma) mit Sitz in Bonn. Das Spektrum der angebotenen Leistungen reiche daher von der Instandhaltung von Werkshallen über den Betrieb von Kantinen bis hin zur Gebäudereinigung. Noch liege der Fokus der Facility-Management-Unternehmen auf Verwaltungsgebäuden und Industriebauten, sagt Aretz. Doch im Bereich Wohnbauten mit rund 40 Millionen Einheiten in Deutschland gebe es große Potenziale, zum Beispiel bei der Steigerung der Energieeffizienz. Einige Facility-Management-Unternehmen bieten daher auch energetische Maßnahmen an, etwa den Einbau intelligenter Stromzähler oder die Installation von Wärmerückgewinnungsanlagen.

Aretz ist überzeugt, dass der Beruf des Hausmeisters nicht aussterben wird. Vielmehr werden seine Aufgaben in Facility-Management-Konzepte eingebunden. „Seine Arbeit wird sich weiter von der Zange und dem Hammer weg und stärker hin zu Stift und Papier verändern“, glaubt auch Arnemann: „Hausmeister sind ein ganz wichtiges Bindeglied zu den Vermietern. Sie führen immer häufiger Beratungen, Sprechstunden und Wohnungsbesichtigungen durch.“ Bei der VHB Facility-Management mbH arbeiten zwar viele Handwerker und etwa 200 Gärtner. Die zahlenmäßig größte Gruppe unter den rund 1000 Angestellten bilden aber nach wie vor die 350 Hausmeister.

Stichwort Facility Management

Die Ursprünge des Facility Managements stammen aus den USA. In Deutschland wurden unter diesem Namen Ende der achtziger Jahre die ersten Unternehmen gegründet. Seitdem wächst die Branche stetig: Im Bereich Facility-Management arbeiten derzeit etwa vier Millionen Beschäftigte, die einen Anteil von rund fünf Prozent am Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften. Allein 2011 konnte der Gesamtumsatz durchschnittlich um 4,9 Prozent gesteigert werden. Der Dachverband German Facility Management Association, kurz Gefma, wurde 1989 gegründet und vertritt aktuell mehr als 850 Unternehmen und Organisationen des Dienstleistungssektors.

Anbieter von Facility-Management-Leistungen findet man unter www.facility-manager.de/marktuebersichten/facility-services oder www.fm-whoiswho.de.

Sebastian Hoff