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Bauen & Wohnen Einer für alle, alle für einen
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13:39 24.10.2011
Jeder haftet für jeden: Immobilienverwaltung ist eine komplexe Materie und wird deshalb meistens an Profis abgegeben. Quelle: Kurt Weiss/fotolia
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Wenn Meinungsforscher die Deutschen nach ihrer Wunschimmobilie fragen, wird am häufigsten das frei stehende Einfamilienhaus genannt. Für viele Menschen bleibt es jedoch eben diese. Realistischer sind Eigentumswohnungen. Aber auch für diese gilt es, Verantwortung zu tragen: Denn wer mit anderen ein Haus teilt, ist gesetzlich auch für die Verwaltung der Immobilie mitverantwortlich. Eigentümer haften gesamtschuldnerisch. Das heißt: einer für alle, alle für einen. In den meisten Fällen wird die Hausverwaltung deshalb an Unternehmen abgegeben. Doch woran erkennt man, dass man sich in professionelle Hände begibt?

„Im Zweifelsfall ist einer etablierten Hausverwaltung der Vorzug vor einer neu gegründeten zu geben, die noch wenig Erfahrung besitzt“, sagt Michael Wintzer, Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau Immobilien Management. „Ein Verwalter sollte neben Ausbildung und Berufserfahrung auch einschlägige juristische Kenntnisse mitbringen. Schließlich ist das Wohnungseigentumsrecht eine komplexe Materie, die immer wieder die Gerichte beschäftigt.“

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Weitere wichtige Kriterien für Wohnungseigentümer, die eine Hausverwaltung suchen, sind der Umfang und die Spezialisierung des Dienstleistungsangebots. So kann ein Allrounder für die gesamte Verwaltung des Gemeinschaftseigentums zuständig sein und muss sich um das Tagesgeschäft, die Erstellung der Abrechnung bis hin zu komplexen juristischen oder technischen Fragen kümmern. In größeren Verwaltungen steht dem Kunden meist ein Ansprechpartner für all seine Belange zur Seite. Dieser greift dann innerhalb des Unternehmens auf eine Vielzahl von Spezialisten zu.

Auch in anderen Punkten gibt es teils gewichtige Unterschiede im Leistungsumfang von Hausverwaltungen, die allerdings nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Deshalb sollten Wohnungseigentümer Verwalterverträge genau prüfen. Wichtig sind zum Beispiel Vermögensschadenshaftpflichtversicherungen sowohl für die Hausverwaltung als auch für die ehrenamtlichen Beiratsmitglieder, die als Vertreter der Eigentümergemeinschaft fungieren. Außerdem sollten Interessenten darauf achten, welche Leistungen im Grundpreis enthalten sind und wofür Zusatzgebühren anfallen. „Als Faustregel sollte dabei gelten, dass alle regelmäßig wiederkehrenden und somit auch kalkulierbaren Leistungen im Grundhonorar enthalten sind“, erläutert Wintzer.

„Manche Hausverwalter werben auch damit, über viele Jahre die Wohngelder einer Gemeinschaft nicht erhöhen zu müssen. Leider sind diese scheinbaren Erfolge jedoch oft nur Ergebnis einer zu geringen Rücklagenzuführung oder nicht erfolgter Instandhaltungen.“ Man sollte sich jedoch davor hüten, notwendige Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen auf die lange Bank zu schieben oder gar ganz zu unterlassen, sagt Michael Wintzer. Wenn sich der Zustand der Immobilie durch einen Instandhaltungsstau langfristig verschlechtert, gefährdet das den Wert der einzelnen Wohnungen.

Ralf C. Kohlrausch