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Bauen & Wohnen Decken, Wände und Böden dämmen
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17:15 29.11.2010
Unterspannte Holzbalkendecke (UHB)
Kreuzweise: Schrauben, so lang wie ein Unterarm, verbinden alte und neue Deckenbalken und sorgen für erheblich steifere Holzbalkendecken. Quelle: Archiv
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Etwa 100 Euro pro behandeltem Quadratmeter Wand- oder Deckenfläche kosten die Lösungen, die auch in bewohnten Häusern nachgerüstet werden können. Zwischen vier und 20 Dezibel beträgt die Verbesserung, die bei schlechtem Schallschutz möglich ist. Sind die Wände schon jetzt gut gedämmt, bewirken die gleichen Maßnahmen dagegen nur noch eine geringe Verbesserung.

Bessere Raumakustik

Wenn es in der Wohnung hallt, wird der Schall von den Wänden und Decken reflektiert. Möbel mit ungleichmäßigen Oberflächen wie gefüllte Bücherregale mindern dies ebenso wie Teppichboden, Wandteppiche oder Akustikdecken. Das sind meist abgehängte Zwischendecken mit einer Lochstruktur und darübergelegten Dämmmatten, es gibt aber auch integrierte Dämmmatten, die nicht abgehängt, sondern direkt unter die Decke geklebt werden. In Musikzimmern, Hobbywerkstätten oder Kinderzimmern lässt sich so die Lärmbelastung um drei bis sechs Dezibel verringern. Gleichzeitig sinkt damit auch der Lärmpegel, der in Nachbarräume übertragen wird.

Weniger Lärm von und nach außen

Es ist durchaus möglich, mit geeigneten Wandbeschichtungen den Luftschalldurchgang durch eine Wand oder eine Tür nachträglich deutlich zu verbessern. Die Kosten können jedoch mit einem Umzug konkurrieren. Mieter, Vermieter und Eigentümer sollten also überlegen, für wen sich der Aufwand lohnt. Ein Dezibel pro Zentimeter verspricht zum Beispiel Dämmstoffhersteller Isover. Wenn vor die zu dämmende Wand eine zweite aus Trockenbaumaterial gesetzt wird und der Zwischenraum mit schalldämmenden Filzmatten ausgefüllt wird, kann eine zehn Zentimeter starke Vorsatzwand den Schalldurchgang um zehn Dezibel verringern. Werden ganze Zwischenwände in Trockenbauweise errichtet, können Schalldämmwerte von bis zu 73 Dezibel erreicht werden. Einen ähnlichen Effekt, aber mit einer ganz anderen Methode, verspricht der Schweizer Anbieter Korff mit den Hawaphon-Dämmmatten. Diese Matten sind nur einen Zentimeter dick und können direkt auf Wände oder Türen geklebt werden, bei Neuanfertigungen können sie auch unter den Oberflächen verborgen werden. Etwa vier Dezibel zusätzliche Dämmung werden mit einer einseitig aufgebrachten Matte erreicht. Acht Dezibel, wenn beide Wandseiten beklebt werden. Der Trick: Die einzelnen Polster sind mit Stahlkügelchen gefüllt. So wird eine große Masse erreicht, und der Schall wird durch Reibung in Wärme verwandelt. Bei etwa 100 Euro und elf Kilogramm pro Quadratmeter ist sorgfältiges Arbeiten geboten.

Schluss mit dem Trittschall

Auch gegen Trittschall, der von schwingenden Holzbalkendecken nach unten übertragen wird, lässt sich nachträglich etwas unternehmen. Dazu werden die Deckenbalken mit Stützen um etwa einen Zentimeter nach oben gedrückt. Anschließend werden zusätzliche Planken unter den Balken befestigt und mit überkreuzenden, extra langen Schrauben so verbunden, dass Kräfte in alle Richtungen aufgenommen werden. Die Decke hängt nun nur noch halb so stark durch wie vorher, schwingt viel weniger und kann ein höheres Gewicht tragen. Professor Dr.-Ing. Gerhard Berg, der das Verfahren an der Fachhochschule Hildesheim entwickelt hat, beziffert die Kosten für die unterspannte Holzbalkendecke (UHB) auf etwa 100 Euro pro Quadratmeter. Um zehn Dezibel verbessert sich der Schallschutz, ohne dass die darüberliegende Wohnung beeinträchtigt würde. Wegen der verbesserten Tragfähigkeit könnte dort aber auch ein neuer Fußbodenaufbau mit Estrich erfolgen, der bis zu weitere zehn Dezibel dämmen kann.