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Schonsteinfeger
Mehr als ein Glücksbringer: Kaminkehrer sind auch Experten für den sicheren Betrieb von Heizungsanlagen. Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d

Die Begegnung mit einem Schornsteinfeger gilt vielen Menschen als gutes Omen. Doch mehr noch als Glücksbri nger sind die Kaminkehrer als Experten für den sicheren Betrieb von Heizungsanlagen gefragt. „Über 30 Millionen Haushalte in Deutschland sind unsere Kunden“, sagt Alexis Gula vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.

Eine Hauptaufgabe der Schornsteinfeger seien die etwa alle drei Jahre fällige Feuerstättenschau und die jährliche Kontrolle, sagt Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale: „Überall dort, wo eine Heizungsanlage in einem Gebäude Abgase erzeugt, muss sie regelmäßig von einem bevollmächtigten Schornsteinfeger kontrolliert werden.“ Bei Heizungen, die ohne Verbrennung Wärme liefern ist das nicht erforderlich.

Mit der Feuerstättenschau übernimmt der Bezirksschornsteinfeger eine hoheitliche Aufgabe und handelt damit in Vertretung des Staats: „Deshalb muss der Hausbesitzer dem Schornsteinfeger den Zugang zur Heizungsanlage gewähren“, sagt Gula. Bei dieser Überprüfung steht die Betriebssicherheit im Mittelpunkt: ob der Rauch über dem Kamin sicher aus dem Gebäude abgeleitet wird und keine Gefahr von Bränden besteht.

Rußbeseitigung ist wichtig

„Bei der Kontrolle bestehender Anlagen, aber auch bei Neubauten und Sanierungen werden immer wieder gravierende Mängel entdeckt“, betont Gula. Nach der Überprüfung wird der Feuerstättenbescheid erstellt, er führt alle Schornsteinfegerarbeiten, die an der Anlage durchzuführen sind, samt Fristen auf. „Kehr- und Kontrollarbeiten sind bei modernen Gasund Ölheizungen etwa einmal im Jahr erforderlich“, sagt Gula, „wenn mit Holz oder Kohle geheizt wird, kommen wir auch öfter.“ Nur durch die regelmäßige Beseitigung von Ruß und anderen Ablagerungen kann der Kamin genug Sauerstoff für die Verbrennung anziehen.

Dürfen bis heute nur bevollmächtige Bezirksschornsteinfeger die amtliche Feuerstättenschau durchführen, hat die EU im Jahr 2013 das Monopol auf die Wartungsarbeiten gekippt. Heute können Hausbesitzer entscheiden, ob sie diese von ihrem Bezirksschornsteinfegermeister, einem freien Kaminkehrer oder einem Heizungs-Fachbetrieb ausführen lassen, Voraussetzung ist ein Eintrag im Schornsteinfegerregister. „Dabei sind die Betreiber der Heizungsanlage dafür verantwortlich, dass die im Feuerstättenbescheid festgeschriebenen Fristen auch eingehalten werden“, sagt Weinreuter. Und sie müssen sicherstellen, dass der beauftragte Handwerker für die Arbeiten fachlich qualifiziert ist.

Entsprechend wenig wechselfreudig sind die meisten Hausbesitzer, zumal der Bezirksschornsteinfeger die Feueranlage bereits genau kennt und die vorgeschriebenen Termine im Blick hat. Hinzu kommt: „Die Kosten für die jährliche Überprüfung liegen im Schnitt um die 50 Euro, sodass das Einsparpotenzial gering ist“, sagt Weinreuter.

Neue Geschäftsfelder

Die Schornsteinfeger sehen die damalige Gesetzesänderung mittlerweile positiv. „Vor der Reform mussten wir jeden Hausbesitzer bedienen, egal, wie er mit uns umgegangen ist. Heute dürfen wir Kunden auch absagen“, sagt Gula.

Seine Branche profitiert auch dahingehend, dass Kaminkehrer als Ausgleich für den Verlust des Monopols Aufträge außerhalb ihrer eigentlichen Aufgaben annehmen dürfen – sofern es nicht mit ihren hoheitlichen Verpflichtungen kollidiert. Geschäftsfelder sind Energieberatung, Lüftungsreinigung, Rauchmelder-Installation und Verfahrenstechnik.

Von Markus Peters, dpa