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Bauen & Wohnen Auch der größte Schuhtick findet Platz
Mehr Bauen & Wohnen Auch der größte Schuhtick findet Platz
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18:14 18.05.2009

Einem Naturgesetz zufolge gibt es immer mindestens ein Kleidungsstück mehr als Garderobenhaken – die Gestaltung von Flurmöbeln hat sich deshalb fast zu einer eigenen Kunstform entwickelt. Profi- und Hobbydesigner wetteifern um die originellsten Lösungen, und weit abgeschlagen rangiert die gute, alte Einbaugarderobe. Ihr Nachteil: Erst wird alles hineingestopft, weil man ja die Garderobentür schließen kann und das Durch-einander nicht mehr sieht, dann wird die Tagesgarderobe trotz des Schrankes über Stuhllehnen und Treppengeländer geworfen. Chaos drinnen wie draußen.

Groß im Kommen sind dagegen individuelle Lösungen wie die Rundablage: Drahtgeflechtpapierkörbe lassen sich einfach (großzügige Unterlegscheibe nicht vergessen) an die Wand dübeln und nehmen alles auf, was traditionell rumliegt. Sohnemanns Fußball samt Schienbeinschobern und Ballpumpe ebenso wie die Rucksacksammlung der Tochter oder Halstücher und Schals der Erwachsenen. Es gibt sie wahlweise in bunten Bonbonfarben, neutralem Anthrazit oder Schwarz-Weiß für wenige Euro.

Übereinandermontiert ergeben sie eine Art schmales Regal und lassen sich auch in Ecken oder hinter geöffneten Türen anbringen. Noch schmaler machen sich Stangengarderoben, die je nach Konstruktion sogar ohne Befestigung auskommen. Sie werden einfach zwischen Fußboden und Decke geklemmt.
Doch die Improvisation hat Grenzen: „Man wird nicht umhinkommen, Schuhe in der Nähe des Eingangsbereichs aufzubewahren. Aber mit praktischen, geschlossenen Lösungen kann man sie auch auf engem Raum gut verstauen“, sagt Daniel Steps, Innenarchitekt aus Berlin. Oft sei eine speziell für Schuhe angefertigte Aufbewahrung am sinnvollsten. „Normale Bücherregale sind für Schuhe meist nicht tief genug. Bei Damenschuhen geht es zwar noch, aber für Männerschuhe ab Größe 45 braucht man mindestens 35 Zentimeter Tiefe, die einem nur ein Schuhschrank bietet“, sagt Steps. Wichtig sei, dass man die Übersicht über die Schuhe habe, damit man sie schnell auswählen kann. „Spezielle Schuhablagen aus Edelstahldraht, die die Schuhe hinten leicht anheben, ermöglichen auch im Schuhregal den Blick von oben auf die Schuhe.“ Eine platzsparendere Lösung ist ein Schuhkarussell. „Hier werden die Schuhe an einer Teleskopstange an kleinen Häkchen aufgehängt. Allerdings sieht man dann immer nur die Sohlen der Schuhe, was weder praktisch noch dekorativ ist.

Wer sich so eine große Fläche im Flur nicht leisten könne, sollte lieber zu Kippregalen greifen. In diesen Kästen werden die Schuhe in herausklappbaren Laden hochkant gelagert und nehmen so weniger Platz weg. „Solche Klappboxen können sehr dekorativ sein, wenn man sie in einer Reihe übereinander aufhängt“, sagt Nicole Heim, Innenarchitektin aus Fürth bei Nürnberg. Die Kästen gebe es in allen möglichen Farben, und die dahinterliegende Wand lasse sich ebenfalls mit einer Knallfarbe akzentuieren.

Um in der Diele etwas Platz zu schaffen, ist es außerdem sinnvoll, seine Kleidung in Winter- und Sommermodelle aufzuteilen. „So werden die Ablagen nur mit aktuell benötigten Textilien bestückt, und die andere Hälfte kann man so lange im Keller oder auf dem Dachboden verstauen“, sagt Steps.
Manche Schuhe sind allerdings zu schade, um in Schränken und Kisten versteckt zu werden. „Durch Serien wie ,Sex and the City‘ sind Schuhe auch einrichtungstechnisch mehr in den Mittelpunkt gerückt worden. Viele Leute haben Interesse daran, ihre Sammlung sichtbar im Raum zu präsentieren“, sagt Heim.

Sie rät Sammlern, die ihre Schuhe ins rechte Licht rücken wollen, sie an Kleiderhaken an die Wand zu hängen. „Dahinter kann man zur Akzentuierung einen Streifen mit einer gemusterten Tapete anbringen, den man mit Lack oder mit Elefantenhaut vor Schmutz schützt“, sagt Heim. Besonders glamourös sehe diese Variante aus, wenn man die Haken auf einen mit Gold umrahmten Spiegel klebe. Der Spiegel ist dann auch der heimliche Trumpf der klassischen Garderobenschränke: Mit Spiegelfronten lassen sie auch schmale Flure großzügig wirken.

Von Ralf C. Kohlrausch

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